Alte Liebe rostet nicht

Die Internationale Atomenergie Organisation IAEO bestimmt, wie sich die Weltgesundheitsorganisation WHO zu Tschernobyl und Fukushima äußern darf. Der WHO ist ihr Knebel anscheinend ans Herz gewachsen. Ein Bericht von der Mahnwache am 27. Februar vor dem französischen Gesundheitsministerium, Avenue Duquesne in Paris – und wie so oft: aus dem Wendland ist wieder mal wer dabei!

Die Weltgesundheitsorganisation WHO der Vereinten Nationen hat sich dem Ziel verschrieben, allen Völkern zum bestmöglichen Gesundheitszustand zu verhelfen. Dem ginge sie in allen Bereichen auch fleissig nach, wäre da nicht diese alte Liaison mit der Internationalen Atomenergie Organisation IAEO, demzufolge sie in allen Belangen radioaktiver Strahlung mit der IAEO abstimmungspflichtig ist. Das führte dazu, dass sie in diesem Bereich nahezu vollständig das Feld geräumt hat. So kommt es, dass die offiziellen Zahlen zu Todesopfern und Erkrankungen infolge von Reaktorunfällen wie in Tschernobyl oder Fukushima signifikant unter den tatsächlichen Zahlen liegen. So kommt es, dass die nuklearen Risiken weltweit immer noch unterschätzt werden und so kommt es, dass selbst in Europa eine Renaissance der Atomenergie zu befürchten ist.

Unterwegs in diesem Europa sieht man sich, aus dem grossen Wendland im provinziellen Paris angekommen, mit der Frage konfrontiert, wie man seinem Heimweh denn ein bisschen Linderung verschaffen könnte. Aber da hat gerade Frankreich natürlich einiges zu bieten und so schaut man dann auf ein Mahnwache vorbei, die vor dem französischen Gesundheitsministerium bezüglich der Abschaffung des obigen Vertrages stattfindet. Das Unverständnis vieler Franzosen für diese Teilnahme ist allgegenwärtig, lässt sich aber schnell auf ihre Unwissenheit zurückführen. Dieser demokratisch unverantwortliche Mangel an Aufklärung basiert letzten Endes natürlich auch auf diesem vermaledeiten Vertrag. Also macht man sich erst recht auf den Weg, um, dort angekommen, von einer kleinen Gruppe sich ganz allgemein recht unauffällig verhaltenen Menschen freundlich aufgenommen zu werden. Es wird einem sogleich erklärt, dass sie hier nur geduldet werden, solange sie nicht die Grenze überschreiten, ab der sie Aufmerksamkeit erregen würden. Sonst dürften sie gerne hier stehen und äh nun ja, halt keine Aufmerksamkeit erregen. So stehen sie aber nun schon tapfere zwei Jahre jeden Freitag an einer großen Pariser Straßenkreuzung. Immerhin aber unter dem Fenster der französischen Gesundheitsministerin, die, so scherzt man, daher wenigstens gezwungen war ihren Schreibtisch um zu positionieren. Und so hat die Möglichkeit, sich selber mal wieder positionieren zu können, den Parisaufenthalt doch entscheidend bis zur lang ersehnten Rückreise verkürzt.

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Übrigens wird seit 2007 in Genf vor dem Sitz der WHO die ursprüngliche ‘Mahnwache des Hippokrates’ abgehalten. Täglich wechseln sich hier an Arbeitstagen von 8 bis 18 Uhr vierzig Menschen des dafür gegründeten Kollektivs ‘IndependentWHO’ ab. Auch Gäste sind gerne gesehen und können sich auf der Internetseite für die Mahnwache eintragen. Es gibt Einsatzpläne und Vertretungslisten, um den lückenlosen Einsatz zu garantieren. Auswärtigen wird von Mitgliedern in Genf sogar Unterkunft geboten. Wer also mal nach Genf kommt…

  • Informationen zu dem WHO Vertrag und seinen Auswirkungen, die Forderungen von IndependentWHO und anders finden sich im Internet unter http://independentwho.org/de/

So steht da zum Beispiel, dass die Mitgliedsländer auf der jährlichen Weltgesundheitsversammlung über eine Revision dieses Vertrages abstimmen könnten, wenn es denn mal jemand auf die Tagesordnung rufen täte. Daher gilt für die Mahnwache: Zur Nachahmung in anderen Ländern ausdrücklich empfohlen!

Es sollten sich doch ein paar Berliner finden lassen, die ihr knappe Freizeit auch vor Herrn Gröhes Bundesministerium für Gesundheit in ähhh oh… Bonn verbringen könnten. Na dann vielleicht das Kanzleramt. Dem wird eh zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Henrik Stern, im Vorstand der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg

Neuer Kalender
Neue Klamotten!
Wir waren beim COP23!

Don't nuke the climate!

NDR zu 40 Jahre
Martin Donat im Interview, Beitrag zu 40 Jahre Gorleben:
Abschalten!
Atomtransporte…

...rollen regelmäßig durchs Wendland. Eine Stellungnahme der BI.


Gorleben-Fachexpertise

Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden.
So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!


Neun Experten nehmen Stellung.

Kommission am Ende