Frohe Ostern

Wasserschaden 024

Das Bild enthüllt: Bundesregierung und Atomwirtschaft haben zu Ostern faule Eier und Windeier in Hülle und Fülle versteckt.  Faule Kompromisse wie der “Neustart” der Endlagersuche mit Gorleben im Nest stinken zum Himmel, garniert von windigen Versprechungen wie “kein Castor” nach Gorleben” – was  E.on nicht hindert, dagegen zu klagen. Wir lassen uns vom zarten Schmelz der Versprechungen nicht verlocken und wünschen ein frohes Fest! Hier ein Bericht vom Ostermarsch in Gronau.

Ostermarsch am Karfreitag in Gronau

350 Leute haben heute an der Urananreicherungsanlage Gronau demonstriert – Motto: “Es ist Drei vor Zwölf – Urananreicherung sofort beenden statt verkaufen”. 55 Initiativen und Verbände riefen zum Ostermarsch auf.

Zentrale Forderung war die sofortige Beendigung der Urananreicherung in Deutschland anstatt sie auf dem Weltmarkt meistbietend zu verkaufen. Gerade mit Blick auf die Iran-Verhandlungen wird klar: Wer der Urananreicherungstechnik einmal hat, rückt sie nicht wieder heraus.
 
Mit dem geplanten Verkauf der Betreiberfirma Urenco fällt “der Schlüssel zur Atombombe” (Süddeutsche Zeitung) neuen Eigentümern in die Hände. Die Bundesregierung hält aber wider besseren Wissens weiterhin an diesen extrem gefährlichen Weiterverbreitungsplänen fest und schließt sogar einen Börsengang nicht aus.Das ist friedenspolitisch ein Tabubruch!

Auch ging es um das geplante Endlos-Uranmülllager, das noch in diesem Jahr zeitlich unbefristet für 60 000 Tonnen Uranoxid in Betrieb gehen soll. Damit droht die Entstehung eines oberirdischen Endlagers in Gronau!

Wir fordern stattdessen von der NRW-Landes- und der Bundesregierung die sofortige Stilllegung der UAA Gronau sowie den Verzicht auf den hoch brisanten Verkauf und das neue Uranmüll-Endloslager.

Auf dem Ostermarsch gab es kämpferische Reden aus der Anti-Atom- und Friedensbewegung geben sowie vom IPPNW, BUND, kfd und von den örtlichen Gewerkschaften. Aus Ekaterinburg am Ural reiste Olga Podosenova von der russischen Umweltorganisation Ecodefense an, um an den illegalen Export von 27 000 Tonnen Gronauer Uranmüll nach Russland zu erinnern. Die russische Umweltaktivistin hat deshalb im Dezember 2014 bei der Staatsanwaltschaft in Münster erneut Strafanzeige eingereicht. 

Update 05.04.2015: 60 TeilnehmerInnen des Ostermarsches Rhein-Ruhr haben am Ostersonntag vor dem RWE-Tower in Essen für die sofortige Stilllegung des AKW Emsland und der UAA Gronau demonstriert. Der RWE-Reaktor in Lingen war am Karfreitag – zeitgleich zum Ostermarsch in Gronau – nach einer Panne vom Netz gegangen. Im Primärkreislauf gab es eine “Kleinstleckage” (Atomaufsicht Hannover) an einer “Probenahmeleitung”, die den Borgehalt im Reaktorkühlmittel überwache.

Bereits 2012 hatte es in Lingen Leckagen am Entwässerungssystem sowie am nuklearen Abwasseraufbereitungssystem gegeben. 2013 gab es einen Ölbrand. RWE teilte Samstag zunächst mit, dass eine undichte Armatur repariert wurde und das AKW schon am Sonntag wieder ans Netz solle. Nach Kritik unserer Initiativen an dem Hauruck-Vorgehen verschiebt RWE plötzlich das Wiederanfahren aus “reaktorphysikalischen Gründen” zunächst auf Dienstag. Und Minister Wenzel verkündet für die AKW Lingen und Grohnde vollmundig “Sicherheit bis zur letzten Minute”.

Doch das Problem bleibt: Das 27 Jahre alte AKW Lingen II kommt zusehends in die Jahre und ist inzwischen genau wie die benachbarte Areva-Brennelementefabrik altersschwach. Im November 2014 haben deshalb Anti-Atom-Inis und Umweltverbände eine Resolution unter dem Titel “Atomstandort Lingen nicht länger tolerieren” auf den Weg gebracht, die mittlerweile von 125 Initiativen, Verbänden und Parteien unterstützt wird. Gefordert wird das sofortige Aus von AKW und Brennelementefabrik, weil beide Atomanlagen zunehmend veraltern und deshalb riskante Materialermüdungen zeigen. Im November war deswegen die Brennelementefabrik teilweise stillgelegt, jetzt also wieder das AKW – dieses Pannen-Ping-Pong kann so nicht weitergehen!!

Das AKW Lingen darf nicht wieder ans Netz gehen – und auch die Brennelementefabrik sowie das AKW Grohnde müssen endlich stillgelegt werden!!

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Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden. So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!
Neun Experten nehmen Stellung.
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