„Urananreicherung stoppen – für eine Welt ohne Atomkraft und Atomwaffen“

Karfreitag, 25. März, 12 Uhr: Ostermarsch an der Urananreicherungsanlage Gronau

Nuclear-Free-Future-Award-Preisträger Golden Misabiko als Redner zu Gast

Inzwischen rufen 30 Anti-Atomkraft- und Friedensinitiativen zur Teilnahme am diesjährigen Ostermarsch an der Urananreicherungsanlage in Gronau auf. Die Auftaktkundgebung beginnt am Karfreitag, dem 25. März um 12 Uhr vor dem Haupttor der Gronauer Uranfabrik (Röntgenstraße 4). Mit dem Gronauer Ostermarsch beginnt das lange Ostermarsch-Wochenende der bundesweiten Friedensbewegung.

Die Forderungen der Anti-Atomkraft- und Friedensinitiativen sind friedliche Konfliktlösungen, der Stopp von Waffenexporten und ein konsequenter Atomausstieg auch und gerade in Gronau: Denn die Uranfabrik in Gronau beliefert fast jedes zehnte AKW weltweit mit Uranbrennstoff. So werden auch die heftig umstrittenen belgischen Pannenreaktoren in Tihange und Doel u. a. mit Uranbrennstoff aus Gronau betrieben. Über die Brennelementefabrik in Lingen werden zudem die maroden französischen Reaktoren in Fessenheim und Cattenom beliefert. Die Uranfabriken in Gronau und Lingen sind bislang komplett vom Atomausstieg ausgenommen. „Es ist scheinheilig, den Atomausstieg in Deutschland zu betonen, Schrott-Reaktoren in den Nachbarländern zu kritisieren – und dann Uran für diese und andere AKW anzureichern. Der Atomausstieg muss auch in Gronau und Lingen stattfinden“ so Udo Buchholz vom Gronauer Ostermarsch-Vorbereitungsteam.

Mit ihren Forderungen sind die Anti-Atomkraft- und Friedens-AktivistInnen im Münsterland nicht alleine. Wie auch in den vergangenen Jahren werden TeilnehmerInnen weit über das Münsterland hinaus erwartet. Für die Anreise steht ein kostenloser Shuttle-Bus zwischen Bahnhof Gronau und der Urananreicherungsanlage vor und nach dem Ostermarsch bereit.

Als RednerInnen konnten unter anderem Kerstin Rudek von der BI Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, Angelika Claußen von der internationalen Ärzte-Vereinigung zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) und der im Exil lebende Menschenrechtsaktivist Golden Misabiko aus dem Kongo gewonnen werden. Golden Misabiko, Preisträger des Nuclear-Free-Future-Awards, wird über die zerstörerischen Folgen des Uranabbaus und Menschrenrechtsverletzungen im Kongo berichten. „Uranium choice is mistake that is covered by power and interests; we uncover the mistake by the truth.“ („Uran zu nutzen ist ein Fehler, vertuscht durch Macht und Interessen, wir werden den Fehler durch die Wahrheit entlarven“) so Golden Misabiko. Für die musikalische Unterstützung des Ostermarschs sorgt der Liedermacher Gerd Schinkel aus Köln.

Zudem ist die Urananreicherung aufgrund der verwendeten Zentrifugentechnologie noch immer der einfachste Weg zur Atombombe. Auch friedenspolitisch ist die Urananreicherung letztlich nicht zu verantworten auf dem Weg zu einer Welt ohne Atomwaffen. „Der Ostermarsch in Gronau verdeutlicht, wie eng zivile und militärische Nutzung der Atomenergie zusammenhängen. Wir laden alle ein, mit uns in Gronau ein gemeinsames Zeichen für Frieden und Atomausstieg zu setzen“ so Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Kontakt für Rückfragen, auch während des Ostermarsches:

  • Udo Buchholz (AKU Gronau/ BBU): 02562-23125, 0175-3432719
  • Peter Bastian (Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen): Tel. 0157 – 86269233

Hintergrundinformationen:

Golden Misabiko kommt aus einer Menschenrechtsorganisation (ASADHO Katanga – Association Africaine pour les Droits de l’Homme – Afrikanische Vereinigung für Menschenrechte, Sektion Katanga, eine Provinz von DR Congo). Er und seine NGO hatten schon vorher Menschenrechts-Verletzungen (willkürliche Exekutionen z.B.) des Regime Kabila angeprangert.
Das Anprangern eines geheim gehaltenen Deals zwischen Frankreich (unter Präsident Sarkozy), dem französischen Atomkonzern AREVA, (vertreten durch die damalige Chefin Anne Lauvergeon) und Vertretern des Regime Kabila, der Frankreich das exklusive Abbaurecht für die gesamte DR Congo – ohne jede Information oder Beteiligung von Bevölkerung oder Parlament etc.pp. – gewährt, hätte er fast mit dem Leben bezahlt: Anklage, Gefängnis, Folter… nur durch internationale Menschenrechts-NGOs konnte seine Freilassung erwirkt werden, seitdem lebt Golden Misabiko als Flüchtling in Südafrika. (http://www.nuclear-free-future.com/home/news/223-interview-mit-golden-misabiko/)

Die Bedeutung der Urananreicherungstechnologie, insbesondere der in Gronau eingesetzten Zentrifugen-Technologie, für den Bau von Atomwaffen wird durch ein Ereignis in den 70er Jahren deutlich: Bei Arbeiten für die Urenco Urananreicherungsanlage Almelo (Schwesteranlage zu Gronau) entwendete der pakistanische Mitarbeiter Dr. Abdul Kadir Khan Baupläne für die Zentrifugen und verhalf somit seinem Vaterland Pakistan zum Bau der Atombombe. Diese Pläne gab er auch an den Iran und Nordkorea weiter, weshalb Khan in Pakistan unter Hausarrest stand.

http://nuclearweaponarchive.org/Pakistan/AQKhan.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Abdul_Kadir_Khan

In einem Interview des WDR-Magazins Westpol vom 13.03.2016 erklärte der Chef der Urananreicherungsanlage Gronau Joachim Ohnemus, dass auch die belgische Betreiberfirma der AKW in Tihange und Doel zu den Kunden des Unternehmens gehöre und mit angereichertem Uran beliefert wird.

http://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/westpol-kein-atomausstieg-nrw-100.html

Weitere Informationen zum Gronauer Ostermarsch (Aufruf, UnterstützerInnen) und über Urantransporte:
www.sofa-ms.de
www.urantransport.de

SuperGAUdi im NDR
Atomtransporte…

...rollen regelmäßig durchs Wendland. Eine Stellungnahme der BI.


Gorleben-Fachexpertise

Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden.
So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!


Neun Experten nehmen Stellung.

Kommission am Ende