Umgebungsüberwachung in Gorleben: GNS versteckt sich hinter radioaktivem Split

Die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) hat unlängst ihren Jahresbericht veröffentlicht und behauptet, dass von den atomaren Zwischenlagern in Gorleben keine Gefahr ausgeht.

Seit Einlagerung der Castoren wird am Zaun in der Nähe der Castorhalle erhöhte Gammastrahlung und erhöhte Neutronenstrahlung gemessen. Von diesen erhöhten Werten werden die natürlichen Gammastrahlungsanteile abgezogen, um die Strahlendosis zu ermitteln, die vom Zwischenlager ausgeht.

Seit 2011 hat die GNS Probleme nachzuweisen, dass der erlaubte Grenzwert von 0,3 mSv pro Jahr am Zaun eingehalten wird. So erklärte man bereits im Überwachungsbericht 2011 die erhöhte Gammastrahlung am Zaun in der Nähe der Castorhalle als natürliche Strahlung aus dem Schotter der Wegbefestigung, so dass nur noch der Neutronenanteil an der Gesamtdosis gezählt werden sollte. Hiermit erreichte man die Feststellung, dass man unter dem Grenzwert liege.

Die Fachgruppe Radioaktivität der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI) hat damals schon erhebliche Zweifel an dieser Vorgehensweise angemeldet. Die Zweifel wurden auch nicht beseitigt durch Messungen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, da messtechnisch nicht unterschieden wurde zwischen natürlicher Untergrundstrahlung und der Gamma-Strahlung, die vom Castorlager herrührt (gestreute und durch Neutronenstrahlung hervorgerufene Gammastrahlung).

Im letzten Jahr wurde der Weg am Zaun erneuert und es wurde Granit haltiger Split zum Verfüllen der Rasengittersteine verwendet. Dieser Split wird von der GNS im aktuellen Überwachungsbericht wieder angeführt, um die erhöhte Gamma-Strahlung am Zaun in der Nähe der Castorhalle auf Null herunter zu rechnen.

“Es ist für uns unverständlich, warum wiederum schwach radioaktives Split-Material eingebracht wurde, anstatt den Weg vollständig zu sanieren und unverdächtiges Material auszubringen”, sagte Volker Schürg seitens der BI-Fachgruppe.

Wenn man die natürliche Gammadosis, wie sie die GNS am südlichen Zaun des Zwischenlagers misst und wie sie auch durch die IMIS-Messstellen in Gorleben und Trebel bestätigt werden, zu Grunde legt, dann betrage die Gesamtdosis am Zaun in der Nähe der Castorhalle 0,35 mSv/Jahr.

Nach Auffassung der BI ist der Grenzwert von 0,3 mSv/Jahr also immer noch deutlich überschritten.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke:”Herr Wenzel, übernehmen Sie!”

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

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