Mini-Reaktoren neben Schwimmbädern: BI prangert EU-Pläne an

Ein Papier der EU-Kommission zur Förderung der Atomkraft sorgt für großen Wirbel: Brüssel will demnach den weiteren Ausbau der Atomenergie fördern. Dazu sollen Mittel aus dem Europäischen Fonds für strategische Investments (EFSI) oder über die Europäische Investitionsbank (EIB) in derartige Projekte fließen. Der neueste Schrei: “Mini-Reaktoren” könnten dezentral zur Wärmeproduktion eingesetzt werden.

“Statt effizienter Blockheizkraftwerke oder Biogasanlagen stehen dann Mini-Reaktoren neben Wohnblocks, Industrieanlagen oder Schwimmbädern. Das ist ein absurdes Szenario, aber eine höchst reale Aussicht, wenn es keine Gegenwehr gibt”, warnt die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI).

Bis zum Jahr 2030 solle ein solcher Meiler in Europa im Einsatz sein.

Die BI sieht die Bundesregierung in der Pflicht, derartige Pläne zu stoppen, u.a. bestimmt das Finanzministerium über die Ausgaben der EIB mit.

“Auf der einen Seite soll die Förderung der Regenerativen Energien zurückgefahren werden, auf der anderen Seite soll die Atomtechnologie erneut gefördert werden, dass das Rad der Geschichte zurück gedreht werden soll, werde man nicht hinnehmen”, verkündet die Bürgerinitiative.

Die Summe direkt berechenbarer Begünstigungen der Atombranche allein für den Zeitraum 1956 bis 2006 betrug nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) 45,2 Milliarden Euro.

“Überschlägt man die Forschungsausgaben der Bundesländer und der EU, so lagen die öffentlichen Ausgaben für die Atomenergie in diesem Zeitraum bei etwa 50 Milliarden Euro. Das DIW hat die öffentlichen Ausgaben – bezogen auf eine kumulierte atomare Stromerzeugung von rund 4.100 Terra Wattstunden bis Ende 2006 – auf eine Kilowattstunde Atomstrom umgerechnet: Es ergibt sich ein Subventionsbetrag von 1,2 Eurocent pro Kilowattstunde,” rechnet BI-Sprecher Wolfgang Ehmke vor.

Nicht eingerechnet wurden die anstehenden Ausgaben für die havarierten Atommüllendlager wie in Morsleben und Asse II. Ganz zu schweigen von den Folgekosten für die nukleare Endlagerung, die weiter eskalieren, wenn die Atomenergie durch Fördermittel künstlich am Leben gehalten wird.

“Wenn, dann gibt es Forschungsbedarf hinsichtlich der Atommülllagerung, das wird wieder einmal völlig ausgeblendet”, so die BI.

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

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NDR zu 40 Jahre
Martin Donat im Interview, Beitrag zu 40 Jahre Gorleben:
Abschalten!
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...rollen regelmäßig durchs Wendland. Eine Stellungnahme der BI.


Gorleben-Fachexpertise

Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden.
So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!


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Kommission am Ende