Gorleben-Gutachten der BGR in der Kritik

Harsche Kritik an der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) übt die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). Nachdem die Süddeutsche Zeitung und der Westdeutsche Rundfunk aufgedeckt haben, dass die wirtschaftsnahe Hans-Georg-Martini-Stiftung unter anderem ein BGR-Gutachten prämiert hat, das die Eignung des Salzstocks Gorleben-Rambow als nukleares Endlagers unterstellt, fordert die Bürgerinitiative, dass die BGR jetzt “Ross und Reiter” benennt.

Die BI vermutet, dass die Autoren der Studie “Standortbeschreibung Gorleben Teil 3 – Ergebnisse der über- und untertägigen Erkundung des Salinars” aus dem Jahr 2008 zu den Preisträgern der Martini-Stiftung gehören. Dort heißt es nämlich:

“Trotz der noch nicht abgeschlossenen Erkundung des Erkundungsbereiches 1 (EB 1) kann nach den bisherigen Untersuchungen festgestellt werden, dass aus geowissenschaftlicher Sicht keine Erkenntnisse aus dem Salinar gegen die langzeitsicherheitliche Eignung des Salzstocks Gorleben für die Endlagerung radioaktiver Abfälle vorliegen.” Quelle:  hier

Ein Blick auf die Homepage der BGR, die dem Bundeswirtschaftsministerium untersteht, zeige zudem, so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke, dass ein Lernen aus Fehlern der Vergangenheit an diesem Bundesinstitut vollkommen vorbeigegangen sei.

Die Rolle Martinis und seines Stellvertreters, Gerhard Richter-Bernburg, die in ihrer Eigenschaft als Präsidenten des Amtes für Bodenforschung in Hannover, aus dem später das Niedersächsische Landesamt für Bodenforschung und die Bundesanstalt für Bodenforschung – der heutigen BGR – hervorgingen, werde nirgendwo hinterfragt. In den 1960er Jahren waren sie treibende Kräfte, die hinter der Nutzung des Salzbergwerkes Asse II als Endlager standen.

Unverändert preist die BGR Salz als Endlagermedium und hat auf ihrer Homepage nur einige “verächtliche Anmerkungen” zu Kristallin als Endlagergestein übrig. Die BGR unterlaufe sogar offen den Regierungsbeschluss, die weitere Erkundung in Gorleben zu stoppen. Dort heißt es wörtlich:

“Die bisher ermittelten Befunde zu Gorleben geben keinen Anlass zum Abbruch der Erkundungsarbeiten am Standort. Die Endlagerung in Salzgesteinen ist daher weiterhin fester Bestandteil des deutschen Entsorgungskonzepts.” Quelle:  hier

Ehmke: “Wir fordern die BGR auf, die tendenziösen Darstellungen auf ihrer Homepage kritisch zu überarbeiten und sich öffentlich mit ihrer verheerenden Rolle in der Asse II und Gorleben zu befassen.”

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

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Wir waren beim COP23!

Don't nuke the climate!

NDR zu 40 Jahre
Martin Donat im Interview, Beitrag zu 40 Jahre Gorleben:
Abschalten!
Atomtransporte…

...rollen regelmäßig durchs Wendland. Eine Stellungnahme der BI.


Gorleben-Fachexpertise

Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden.
So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!


Neun Experten nehmen Stellung.

Kommission am Ende