31. Tschernobyl-Jahrestag: Widerstand weiterhin notwendig

Seit Jahren wird am 6. eines Monats vor dem AKW Brokdorf für den Sofortausstieg demonstriert

Seit Jahren wird am 6. eines Monats vor dem AKW Brokdorf für den Sofortausstieg demonstriert

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) erinnert an den 31. Jahrestages der Katastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl (26. April). „Tschernobyl hat sich im kollektiven Gedächtnis stark eingebrannt, weil auch Nord- und Mitteleuropa vom radioaktiven Fall-out direkt betroffen war. Verwaiste Kinderspielplätze, Molkepulver statt Frischmilch und Hamsterkonserven gehörten zum Alltag. Becquerel wurde zum geflügelten Wort“, schreibt die BI.

Als die erste Erstarrung nach dem SuperGAU wich, folgten am 8. und 9. Mai 1986 5000 Menschen dem Aufruf der BI zum „Endlagerspektakel“ in Gorleben. Die SPD gab schließlich ihren Pro- Atom-Kurs auf und die Pläne, in Wackersdorf/Bayern statt in Dragahn/Wendland eine Wiederaufbereitungsanlage zu errichten, wurden begraben.

„Die Sache ist nicht durch, weder in Gorleben, noch national“, betont BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. „Es ist schon bizarr, dass 31 Jahre später noch immer um Gorleben als Endlagerstandort gerungen wird. Statt die überflüssigen Atomkraftwerke im Lande sofort abzuschalten, bleiben sie bis 2022 eine latente Bedrohung und potenzieren das Atommülldilemma.“

Auch der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) ruft zum weiteren Widerstand gegen Atomkraftwerke und Atomanlagen im In- und Ausland auf. Der Verband bezeichnet den Weiterbetrieb von AKW und Atomanlagen bundesweit und auch international als verantwortungslos. Der BBU warnt davor, dass sich jederzeit wieder eine schwere Atomkatastrophe ereignen kann.

„Auch 31 Jahre nach Tschernobyl würden die Hilfskräfte eine derartige Katastrophe nicht bewältigen können. Katastrophenschutz ist wichtig, kann aber zur Bewältigung von Atomkatastrophen nicht funktionieren,“ mahnt BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz.

Von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und von den für Atomanlagen zuständi¬gen Landesministern fordert der BBU die sofortige Aufhebung aller Betriebsgenehmigungen der noch laufenden AKW und Uranfabriken. Der BBU bezeichnet es als unerträglich, dass noch immer mit Uranbrennstoff aus Gronau und Lingen Atomkraftwerke in Belgien, Frankreich und anderswo betrieben werden. „Diesem Nuklearspuk muss ein Ende bereitet werden“, so Udo Buchholz.

Das Augenmerk des BBU gilt auch stillgelegten Atomkraftwerken. Der BBU lehnt die Verbringung von sogenanntem freigemessenen Atommüll auf Mülldeponien und in Verbrennungsanlagen ab. „Freigemessen“ bedeutet, dass radioaktiv belasteter Abfall, der eine bestimmte Belastung unterschreitet, nicht mehr unter das Atomrecht fällt, sondern zu „normalem“ Müll erklärt wird und dann deponiert, verbrannt oder – das ist der größte Teil – frei verwertet werden darf. Damit erhöht sich zum einen die radioaktive Strahlung in der Umwelt, zum andern können die radioaktiven Stoffe eingeatmet werden oder in Nahrungsmittel gelangen. Bundesweit werden aus dem Abbau der Atomanlagen Hunderttausende von Tonnen dieses Abfalls anfallen.

Der BBU und die BI Umweltschutz halten es für dringend erforderlich, dass beim Thema Atomausstieg auch der Uranabbau nicht vergessen wird. Sie fordern daher auch die sofortige Stilllegung aller Uranminen in Australien, Kanada, Afrika und anderswo.

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

Udo Buchholz, Informationen über den BBU und seine Aktivitäten gibt es im Internet unter
http://bbu-online.de, telefonisch unter 0228-214032

COP23 in Bonn:
Don't nuke the climate!
Atomwaffen verbieten!
Atomwaffen werden international verboten. Deutschland soll dem Vertrag beitreten. Schreiben Sie an Ihre Bundestags-Kandidaten!
Neuer Flyer
NDR zu 40 Jahre
Martin Donat im Interview, Beitrag zu 40 Jahre Gorleben:
Abschalten!
Atomtransporte…

...rollen regelmäßig durchs Wendland. Eine Stellungnahme der BI.


Gorleben-Fachexpertise

Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden.
So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!


Neun Experten nehmen Stellung.

Kommission am Ende