Neckar-CASTOR gestoppt und Erklärung der Initiativen

Blockade bei Bad Wimpfen

Neckar-CASTOR, Blockade-Aktion, 28.06.2017
AtomkraftgegnerInnen haben den CASTOR-Transport auf dem Neckar auf halber Strecke gestoppt. Sie seilten sich von einer Brücke bei Bad Wimpfen ab. Das Schiff mit dem hochradioaktiven Atommüll war heute morgen kurz nach 6 Uhr bei der AKW-Ruine Obrigheim gestartet.

Inzwischen hat der erste Transport sein Ziel erreicht, dazu schreibt die Ini:

#NeckarXCastor Pressemitteilung 28.6.2017, 20:30 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,

die EnBW hat mit Rückendeckung des Ministers Untersteller und des Ministerpräsidenten Kretschmann erst über Jahre hinweg den Bau einen Castoren-Lagers in Obrigheim versäumt, und jetzt unter künstlichem Zeitdruck einen ersten Castor-Schiffstransport auf dem Neckar durchgesetzt.

Dieser Transport entlarvt das Versagen der Atomgesellschaft: statt sich um Minderung der Gefahren durch das Atomare Erbe zu kümmern, und statt endlich mit der täglichen weiteren Produktion von solchem für eine Million Jahre gefährlichen Atommüll aufzuhören, setzt man auf einen hilflosen Verschiebebahnhof für den Atommüll. Mit ständigen Lügen angeblicher Sicherheit und Notwendigkeit lenken EnBW und Atomaufsicht vom eigenen Missmanagement ab.

Ist die Strahlung jetzt weniger geworden, oder besser aufgehoben, durch den Transport von Obrigheim nach Neckarwestheim? Nein.

Hat irgendwer sonst außer der EnBW Schuld am Fehlen einer Castoren-Halle in Obrigheim? Nein.

Braucht irgendein Mensch einen schnellen und damit besonders dreckigen AKW-Abriss in Obrigheim? Nein.

Ist es verantwortbar, Atommüll unmittelbar bei einem laufenden AKW zu lagern? Nein.

Gibt es eine Rechtfertigung für die Risiken der Transportes und für die Strahlenbelastung von Passanten, Polizisten und Transportpersonal? Nein.

Kann man der EnBW vertrauen, wenn sie bisher von nur 2,80 m Wassertiefe im Neckar sprach und heute doch Wassertiefen bis 8 m zugeben musste? Und wenn sie heute wieder kreative “Fakten” bemüht, um die geologischen Risiken am Standort
Neckarwestheim klein zu reden? Nein.

Es wurde heute offensichtlich, dass Attentäter absolut leichtes Spiel gehabt hätten, wenn sie einen Angriff auf das Castor-Schiff geplant hätten. Das Handeln der Polizei war völlig lückenhaft, teilweise dilettantisch und ziemlich chaotisch. Ist es unter solchen Umständen verantwortbar, Castoren praktisch ungeschützt auf die Reise zu schicken? Nein.

Als Bündnis Neckar castorfrei ziehen wir Bilanz:

- Minister Untersteller, das Bundesamt BfE und die Berliner Richter haben versagt. Sie konnten und wollten den Schutz der Bevölkerung und der Umwelt nicht sicherstellen. Wir prangern dieses Denken der Schreibtischtäter an, Minimalsicherheit sei schon genug.

- Von der EnBW war ohnehin nichts anderes zu erwarten, als Geldersparnis über Sicherheit zu stellen.

- unsere eigenen Messungen haben selbst am Ufer bei Vorbeifahrt des Transports noch einen massiven Anstieg der Neutronenstrahlung festgestellt.

- Trotz Geheimniskrämerei und kurzer Vorlaufzeit ist uns und anderen ein starker Protest gelungen, und wir werden wiederkommen, so lange es Atommüll-Transporte gibt.

- Unsere Dankbarkeit und Solidarität gilt den Kletterkünstlern und -künstlerinnen für den eindrucksvollen Protest in Bad Wimpfen und am Horkheimer Wehr.

- Unser Respekt gilt demjenigen Teil der Polizeibeamten, die sich angemessen, fair, und selbst denkend verhalten haben.

- “Nach dem Castor ist vor dem Castor”.
Wir werden weiter über den gefährlichen Irrsinn dieser Transporte und das Verbrechen des AKW-Betriebs informieren. Und wir werden, wenn es sein muss, beim nächsten Transport wieder da sein. Und dazu laden wir auch alle Menschen guten Willens ein.

Zur Blockade: Die Polizei versuchte im Dienste des “grünen” Atom-Konzerns EnBW, die Blockade mit Hilfe von Spezialkräften zu beenden. Vier AtomkraftgegnerInnen von ‘Robin Wood’ hatten sich zusammen mit einem großen Banner von der Brücke abgeseilt.

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Kurzfristig gelang ein Castor-Stopp: “Wir bleiben so lange wie möglich,” sagte ein Sprecher der Gruppe. Das CASTOR-Schiff fuhr nur bis einige Meter vor die Blockade heran. Auf dem Weg von der AKW-Ruine Obrigheim ins “Zwischen”-Lager des AKW Neckarwestheim bewegt sich das Schiff gegen die Strömung. Unter der Brücke befinden sich Polizei-Boote.

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Auffällig ist die hohe Polizei-Präsenz entlang der rund 50 Kilometer langen Transportstrecke auf dem Neckar: Hundertschaften, Hubschrauber, Polizeiboote. Dennoch konnte die Blockade-Aktion nicht verhindert werden. Dies wirft ein Licht auf das enorme Risiko, daß sich in dem unübersichtlichen Gelände am Ufer des Neckars eine Terror-Gruppe mit einer Panzerfaust verbergen kann. Eine moderne Panzerfaust kann schußbereit bei einem Gewicht von lediglich 13 Kilogramm – also mit der entsprechenden Rakete bestückt – von nur einer Person getragen werden (Siehe hierzu auch unseren Hintergrund-Bericht v. 26.06.17).

“Der riesige Aufwand der Polizei widerlegt alle Beteuerungen, das Schiff wäre ausreichend gegen Terror-Attacken gesichert. Wenn dem so wäre, dann würde es völlig ausreichen, ein paar Beamte abzustellen,” sagte Jochen Stay von der Anti-Atom-Organisation ‘.ausgestrahlt’. Der Transport auf dem Fluß sei “eine Verantwortungslosigkeit sondergleichen.”

Insgesamt plant der Atom-Konzern EnBW fünf CASTOR-Transporte auf dem Wasserweg über den Neckar.

Wer sich weiter über den CASTOR-Transport auf dem Neckar informieren möchte:

www.neckar-castorfrei.de

Dort gibt es auch die Möglichkeit, sich auf einen SMS-Alarmdienst einzutragen. Aktuelle Infos werden so per SMS an das Mobil-Telefon gesendet.

REGENBOGEN NACHRICHTEN

Unsere Frau vor Ort und Fotos  von der Demo in Heilbronn und Festnahmen

Kerstin Rudek, Tel. o1590 21 54 831

neckar 2 demo #NeckarXCastor__ loift!!  neckar 6

Neckar ist voll

Camp & Festival
Internationalistisches Anti-Atom-Sommercamp und Free Flow Festival in Gedelitz am 7.-16. August 2017
Neuer Flyer
NDR zu 40 Jahre
Martin Donat im Interview, Beitrag zu 40 Jahre Gorleben:
Abschalten!
Atomtransporte…

...rollen regelmäßig durchs Wendland. Eine Stellungnahme der BI.


Gorleben-Fachexpertise

Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden.
So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!


Neun Experten nehmen Stellung.

Kommission am Ende