Demo in Bonn: “Wir treiben die bösen Geister aus!”

Sie wollten Druck machen für mehr Klimaschutz und der Zeitpunkt für eine Demonstration in der Bonner Innenstadt war gut gewählt: zur Halbzeit der Weltklimakonferenz fand die Aktion ein großes Medieninteresse.

20171111_105606Unter dem Motto „Schluss mit dem faulen Zauber – Wir treiben die bösen Geister des Klimawandels aus“ starteten Tausende pünktlich um 11.11 Uhr vom Bahnhofsvorplatz durch die Bonner Innenstadt zum Konferenzgelände. Norddeutsche, wie die Wendländer, die nicht so karnevalerprobt sind, waren irritiert, auf dem Kundgebungsplatz sammelten sich phantasievoll verkleidete Jeckinnen und Jecken, schließlich war Karnevalsbeginn. Und das sorgte auch für – gewollte – Irritationen am Straßenrand: Eisbären, Sensenmänner, Leute in Bademänteln und Badelatschen machten sich im Nieselregen bei 9 Grad auf den Weg– „Egal, ist ja Klimawandel“.

Das heißt, so genau nahm man es nicht mit der Zeit, die Uhr musste kurz angehalten werden, denn das Ausrollen des riesigen 6 mal 100 Meter großen Banners dauerte: „USA: Trump Climate Genocide“ prangte darauf. Dass Trump die Pariser Vereinbarungen aufgekündigt hat, war eines der Mottothemen für die Session. An der Spitze sangen und schunkelten die Kölner Pappnasen zu Schlagermusik, allerdings hatten es die Texte in sich: Dürre, schmelzende Polkappen, Apokalypse pur zu Trällermusik.

20171111_135751Die zahlreichen Umweltaktivisten aus dem Wendland, die mit dem Bus oder per Bahn zur Demo angereist waren, waren nicht die Einzigen, die mit ihren „Atomkraft – nein danke!“ und „Don´t nuke the climate“-Fahnen auf die Gefahr verwiesen, dass sich die Atomlobby als „Retter in höchster Not“ aufspielen könnte. Die internationale Atomenergiebehörde IAEO bringt die Atomkraft als angeblich CO2-frei bekanntlich immer wieder ins Spiel, so auch auf den Workshops des People´s Climate Summit, der der Weltkonferenz vorgeschaltet war. Im Demo-Umzug tuckerte auch das Asse-Geisterschiff mit und das ARD-Team stürzte sich auf die Leute, die aus dem Braunschweiger Land und dem Wendland angereist waren: „Ist das eine Anti-Atom-Demonstration, geht es nicht um Klimaschutz?“

Geduldig mussten die Aktivisten aus dem Norden erklären, worum es ihnen geht: Mehr Klimaschutz muss ohne Atomkraft erreicht werden. Für die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) kam in der Tagesschau Henrik Stern zu Wort, auf Arte https://www.arte.tv/ wurde über die Weltklimakonferenz und die Demo ausführlich berichtet.

Auch auf der Bühne vor dem Kongresszentrum war die BI gut vertreten. Kerstin Rudek moderierte und Günter Hermeyer übersetzte Redebeiträge vom Englischen ins Deutsche. Sie gehörten zu dem Team, das bereits die Workshops auf dem People´s climate Summit und Pressekonferenzen mit bestritten hatten.

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

Fotos: W. Ehmke / T. Klages

Wir waren beim COP23!

Don't nuke the climate!

Neuer Kalender
Neue Klamotten!
Neuer Flyer
NDR zu 40 Jahre
Martin Donat im Interview, Beitrag zu 40 Jahre Gorleben:
Abschalten!
Atomtransporte…

...rollen regelmäßig durchs Wendland. Eine Stellungnahme der BI.


Gorleben-Fachexpertise

Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden.
So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!


Neun Experten nehmen Stellung.

Kommission am Ende