“AKW und Brennelementefabrik Lingen sofort stilllegen” – Brennelementexporte müssen gestoppt werden

Mehr als 300 Initiativen, Verbände und Parteien fordern:
“AKW und Brennelementefabrik Lingen sofort stilllegen”
- Brennelementexporte müssen gestoppt werden

304 Initiativen, Verbände und Parteigliederungen unterstützen mittlerweile die Resolution “Atomstandort Lingen nicht länger tolerieren – AKW “Emsland” und Brennelementefabrik Lingen sofort stilllegen”. Angesichts der grenznahen Lage des Atomkraftwerks sowie der heftig umstrittenen Brennelementexporte zu Pannenreaktoren in Belgien und Frankreich unterstützen auch Initiativen aus den Niederlanden, Belgien und Frankreich die Ende 2014 gestartete Resolution.

Die Unterstützer erwarten, dass die neue Bundesregierung und die niedersächsische Landesregierung sowohl das altersschwache Atomkraftwerk wie auch die Brennelementefabrik umgehend stilllegen. Zwei Gutachten für das Bundesumweltministerium bestätigten vor kurzem, dass auch die Brennelementefabrik rechtssicher stillgelegt werden kann. Die Lingen-Resolution findet sich im Anhang dieser PM.

“Das AKW Emsland ist nun fast 30 Jahre am Netz und damit ziemlich in die Jahre gekommen, die Brennelementefabrik beliefert immer wieder Atomkraftwerke wie Tihange, Doel, Cattenom und Fessenheim, die vor allem für schwerwiegende Pannen und gravierende Sicherheitsmängel bekannt sind – es gibt keinen Grund, warum diese beiden Atomanlagen weiter betrieben werden sollten. Der Atomausstieg muss jetzt auch im Emsland unverzüglich umgesetzt werden,” forderte Christina Burchert vom Arbeitskreis Umwelt (AKU) Schüttorf.

Am nächsten Dienstag, 6. Februar, findet um 16 Uhr eine Mahnwache vor der Düsseldorfer Staatskanzlei statt, weil NRW-Ministerpräsident Armin Laschet für die CDU in den Koalitionsverhandlungen die zukünftige Atompolitik in Deutschland – also auch in Lingen – maßgeblich mitbestimmt. Noch letzten Sommer hatte Laschet dabei einen Exportstopp für Brennelemente von Lingen nach Tihange und Doel gefordert, dies aber bis jetzt in die Koalitionsverhandlungen mit der SPD nicht eingebracht. Von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ist zur Atompolitik gar nichts zu hören.

Kritik an Brennelementexporten von Lingen nach Belgien, Frankreich und Finnland

Zugleich kritisieren die Initiativen und Verbände scharf, dass Deutschland in den letzten Monaten nicht nur Pannenreaktoren in Belgien und Frankreich beliefert hat, sondern nun auch den neuen finnischen Reaktor Olkiluoto 3 aus Lingen mit frischen Brennelementen zur Inbetriebnahme versorgt. Schon jetzt ist das AKW durch gravierende Baupannen und finanzielle Schwierigkeiten ein Skandalreaktor und sollte auf keinen Fall ans Netz gehen. Mit den entsprechenden Exportgenehmigungen für Olkiluoto 3 hat die Bundesregierung erneut das Gefahrenpotenzial eines schweren Reaktorunglücks in Europa erhöht. Zudem befürchten Atomkraftgegner, dass schon bald wieder neue Exportgenehmigungen für Tihange, Doel, Cattenom und Fessenheim erteilt werden könnten. Erst gestern waren neue schwere Sicherheitsmängel beim AKW Tihange 1 bekannt geworden.

Brennelementefabrik Lingen hat neuen Besitzer: EDF – Framatome

Zum Jahreswechsel haben sich in Lingen auch die Besitzverhältnisse an der Brennelementefabrik geändert: Das französische Staatsunternehmen AREVA wurde aufgrund zahlreicher Skandale und finanzieller Schwierigkeiten aufgelöst. Die Brennelementefabrik gehört jetzt zur wiederbelebten französischen Atomfirma Framatome, die zu 75,5 % dem staatlichen französischen AKW-Betreiber EDF (Fessenheim, Cattenom, …) gehört. Den Rest teilen sich Mitsubishi Heavy Industries sowie Assystem. Auch mit der neuen Besitzerstruktur bleibt die Brennelementefabrik also primär ein französisches Staatsunternehmen, das sich – geduldet und unterstützt von der deutschen Politik – voll und ganz einer atomaren Zukunft für Europa widmet.

Weitere Infos:
www.ippnw.de, www.sofa-ms.de, www.antiatombonn.de, www.bbu-online.de, www.urantransport.de

Kontakt:
Dr. Angelika Claußen (IPPNW): Tel. 0172 – 5882786
Udo Buchholz (BBU / AKU Gronau): Tel. 02562 – 23125
Christina Burchert (AKU Schüttorf): Tel. 0171 – 2804110
Matthias Eickhoff (Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen): Tel. 0176 – 64699023

DEMO in LINGEN
Gemeinsame Busfahrt aus dem Wendland!
Bure ist überall
Solidarität mit dem französischen Gorleben!
Jetzt mitmachen:
Keine Brennelemente an Risikoreaktoren!
Kampagnen
Gorleben-Fachexpertise
Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden. So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!
Neun Experten nehmen Stellung.
zu den Videos
vormerken: