Flugaktivitäten im Raum Gorleben

Seitens der Regierungen werden bauliche oder Überwachungsmaßnahmen gerne unter dem Deckmantel der sogenannten Terrorabwehr durchgeführt. Vielleicht ist einigen Menschen noch die Diskussion um gezielte Flugzeugabstürze präsent, die eine erhebliche Gefahr für Atomanlagen bundesweit darstellen. Im Zuge dessen sollten hohe Betonmauern die atomaren Zwischenlager schützen, für die Atomkraftwerke wird gerne mit Vernebelungsanlagen für Sicherheit geworben!

Als Standortinitiative ist uns bis heute schleierhaft was eine Betonmauer gegen gezielte Flugzeugabstürze erwirken soll. Eine solche Mauer kann nach unserem Ermessen höchstens einen ungewollten Flugzeugabsturz in Maßen kompensieren.

  • Dieser Diskussion zu Grunde liegend staunen manche Bewohner- und BesucherInnen im Raum Gorleben nicht schlecht, wenn an sonnigen Tagen mit unvorstellbarem Lärm plötzlich Kampfflugzeuge am Himmel auftauchen.

Für die hier lebenden Menschen stellen diese Flugaktivitäten in mehrfacher Hinsicht eine unzumutbare Belastung dar. Selbst wenn wir die ungeheuerliche Lärm- und Abgasbelastung für Mensch und Umwelt am Rande betrachten ist es für uns VOLLKOMMEN UNVERSTÄNDLICH, dass über Terrorabwehr diskutiert wird, zeitgleich aber Flugzeuge der Luftwaffe mit Tiefflügen im Raum Gorleben ein nicht zu kalkulierendes Risiko in Kauf nehmen.

Auf Nachfrage im Luftwaffenamt wurde uns bestätigt, dass am 17.06.2013 um 10.11h ein Kampfflugzeug der Luftwaffe in 730m Höhe in einer Entfernung von 400m nördlich des Zwischenlagers geflogen ist.

Das Luftwaffenamt wirbt um Verständnis, dass Tiefflüge in dicht besiedelten Gebieten eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung darstellt. Des Weiteren liegt der Anteil an Unfällen im Luftverkehr seitens der Bundeswehr bei nur 3%.

Wir zweifeln am Verstand der Menschen, die es ermöglichen Tiefflüge im engsten Umkreis atomarer Anlagen durchzuführen, besonders wenn das Inventar aus 6.500 Kubikmeter schwachradioaktivem und 113 CASTOR Behältern hochradioaktiven Mülls besteht.

Wir empfinden dies im höchsten Maße verantwortungslos und fordern die sofortige Einstellung des militärischen Flugverkehrs! Zudem fordern wir im Sinne des Umweltschutzes und der Humanität die Einstellung sämtlichen Flugverkehrs, zumindest die Reduzierung auf das äußerst Notwendigste und die Abschaffung der Bundeswehr im vollen Umfang!

In der Folge führen wir Beobachtungen des Flugverkehrs im Raum Gorleben auf, um das Ausmaß der Gefahr zu dokumentieren:

  • 17.06.2013 – 10.11h – Kampfflugzeug (bestätigt durch Luftwaffenamt)
  • 05.08.2013 – 15.37h – Kampfflugzeug
  • 07.08.2013 – 9.53h – Kampfflugzeug
  • 09.08.2013 – 10.43h – Kampfflugzeug
  • 05.11.2013 – 15.15h – Kampfflugzeug
  • 14.11.2013 – 10.35 und 10.40 Uhr – Kampfflugzeug
  • 18.09.2014 – Tiefflug Transall Transportmaschine
  • Mo. 08.06.2015 – 2 Kampfflugzeuge aus Richtung Lüchow kommend mit Abstecher in den Raum Gorleben
  • Am Mittwoch, 12.8.2015 überflog gegen ein Militärflugzeug in grau-grüner Tarnfarbe die Dorfstraße von Gartow-Nienwalde im Tiefflug – d.h. knapp über den Baumwipfeln – nach unserer Einschätzung in Richtung Gorleben. Typ des Flugzeugs: wohl Transportflugzeug, zweimotorig, Turboprop, wohl Noratlas, grüne Tarnfarbe, Hoheitszeichen nicht erkennbar. “Wir haben eine so tieffliegende größere Maschine noch nie gesehen”, sagen AnwohnerInnen.
  • Freitag 13.5.2016 um 9:57Uhr: Tiefflug über Castorhalle von (nord)Nordwest kommend zog eine Transall in ca. 80-100m Höhe eine scharfe linkskurve in Richtung Nordost. Die Transall lag fast vertikal in der Kurve so dass das Bundeswappen und Einzelheiten am Cockpit deutlich erkennbar waren.
  • Donnerstag, 19. Mai: um 10:30 Uhr flog eine Militärmaschine über das Zwischenlager.
  • Am 27.06.2016 ca. 16 Uhr: 2 Kampfjets (Militär) flogen um die Gorleben-Anlagen. Der 1. in einem großen Bogen von Süd-Osten nach Nord-West in einem Höhe von ca. 500 m , gefolgt von einem tiefer fliegenden, der diesen Radius abkürzte.
  • 7. September: heute um 10:15 Uhr flog eine Transall-Maschine über Gorleben.
  • am Freitag, den 09.09.2016 um 15 Uhr flog wieder die Transallmaschine (Bundeswehr) über Gorleben, im Tiefflug 300 m.
  • am Montag, den 12.09.2016 um 11:15 Uhr flog wieder die Transallmaschine (Bundeswehr) über Gorleben, im Tiefflug 300 m.
  • Fr. 16.09.16 – 10.33h: Zwei Transall Maschinen im Tiefflug von Nord nach Süd im Raum Gorleben
  • am 07.12.2016 ist um 11:09 ein Kampfjet der Bundeswehr über das Zwischenlager geflogen.

25.05. – 05.06.2017

NDR zu 40 Jahre

Martin Donat im Interview, Beitrag zu 40 Jahre Gorleben:

Neuer Flyer

Abschalten!

Camp & Festival

Internationalistisches Anti-Atom-Sommercamp und Free Flow Festival in Gedelitz am 7.-16. August 2017

Atomtransporte…

...rollen regelmäßig durchs Wendland. Eine Stellungnahme der BI.


Gorleben-Fachexpertise

Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden.
So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!


Neun Experten nehmen Stellung.

Kommission am Ende