Flugaktivitäten im Raum Gorleben

Vielleicht ist einigen Menschen noch die Diskussion um gezielte Flugzeugabstürze präsent, die eine erhebliche Gefahr für Atomanlagen bundesweit darstellen. Im Zuge dessen sollten hohe Betonmauern die atomaren Zwischenlager schützen, für die Atomkraftwerke wird gerne mit Vernebelungsanlagen für Sicherheit geworben! Ausgangspunkt war der gezielte Angriff auf die Twin Towers in New York. Seit Nine Eleven, also seit 16 Jahren, wird debattiert, faktisch ist in Gorleben nur ab und zu im Castorlager mal ein Behälter umgestellt worden. Das war´s auch schon.

Als Standortinitiative ist uns zwar bis heute schleierhaft, was eine Betonmauer gegen gezielte Flugzeugabstürze erwirken soll. Eine solche Mauer kann nach unserem Ermessen höchstens einen ungewollten Flugzeugabsturz in Maßen kompensieren. Aber nicht einmal die wurde gebaut.

  • Dieser Diskussion zu Grunde liegend staunen manche Bewohner- und BesucherInnen im Raum Gorleben nicht schlecht, wenn an sonnigen Tagen mit unvorstellbarem Lärm plötzlich Kampfflugzeuge am Himmel auftauchen.

Für die hier lebenden Menschen stellen diese Flugaktivitäten in mehrfacher Hinsicht eine unzumutbare Belastung dar. Selbst wenn wir die ungeheuerliche Lärm- und Abgasbelastung für Mensch und Umwelt am Rande betrachten ist es für uns VOLLKOMMEN UNVERSTÄNDLICH, dass über Terrorabwehr diskutiert wird, zeitgleich aber Flugzeuge der Luftwaffe mit Tiefflügen im Raum Gorleben ein nicht zu kalkulierendes Risiko heraufbeschwören.

Ein Beispiel: Auf Nachfrage im Luftwaffenamt wurde uns bestätigt, dass am 17.06.2013 um 10.11 Uhr ein Kampfflugzeug der Luftwaffe in 730m Höhe in einer Entfernung von 400m nördlich des Zwischenlagers geflogen ist.

Das Luftwaffenamt wirbt um Verständnis, dass Tiefflüge in dicht besiedelten Gebieten eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung darstellt. Des Weiteren liege der Anteil an Unfällen im Luftverkehr seitens der Bundeswehr bei nur 3%.

Wir zweifeln am Verstand der Menschen, die es ermöglichen Tiefflüge im engsten Umkreis atomarer Anlagen durchzuführen, besonders wenn das Inventar aus 6.500 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktivem und 113 CASTOR Behältern hochradioaktiven Mülls besteht.

Wir empfinden dies im höchsten Maße verantwortungslos und fordern die sofortige Einstellung des zivilen und militärischen Flugverkehrs über alle Atomanlagen.

In der Folge führen wir Beobachtungen von Anwohner_innen an, die den Flugverkehr im Raum Gorleben protokolliert und an uns gemeldet haben, um das Ausmaß der realen Gefahr zu dokumentieren:

  • 17.06.2013 – 10.11h – Kampfflugzeug (bestätigt durch Luftwaffenamt)
  • 05.08.2013 – 15.37h – Kampfflugzeug
  • 07.08.2013 – 9.53h – Kampfflugzeug
  • 09.08.2013 – 10.43h – Kampfflugzeug
  • 05.11.2013 – 15.15h – Kampfflugzeug
  • 14.11.2013 – 10.35 und 10.40 Uhr – Kampfflugzeug
  • 18.09.2014 – Tiefflug Transall Transportmaschine
  • Mo. 08.06.2015 – 2 Kampfflugzeuge aus Richtung Lüchow kommend mit Abstecher in den Raum Gorleben
  • Am Mittwoch, 12.8.2015 überflog gegen ein Militärflugzeug in grau-grüner Tarnfarbe die Dorfstraße von Gartow-Nienwalde im Tiefflug – d.h. knapp über den Baumwipfeln – nach unserer Einschätzung in Richtung Gorleben. Typ des Flugzeugs: wohl Transportflugzeug, zweimotorig, Turboprop, wohl Noratlas, grüne Tarnfarbe, Hoheitszeichen nicht erkennbar. “Wir haben eine so tieffliegende größere Maschine noch nie gesehen”, sagen AnwohnerInnen.
  • Freitag 13.5.2016 um 9:57Uhr: Tiefflug über Castorhalle von (nord)Nordwest kommend zog eine Transall in ca. 80-100m Höhe eine scharfe Linkskurve in Richtung Nordost. Die Transall lag fast vertikal in der Kurve so dass das Bundeswappen und Einzelheiten am Cockpit deutlich erkennbar waren.
  • Donnerstag, 19. Mai: um 10:30 Uhr flog eine Militärmaschine über das Zwischenlager.
  • Am 27.06.2016 ca. 16 Uhr: 2 Kampfjets (Militär) flogen um die Gorleben-Anlagen. Der 1. in einem großen Bogen von Süd-Osten nach Nord-West in einem Höhe von ca. 500 m , gefolgt von einem tiefer fliegenden, der diesen Radius abkürzte.
  • 7. September: heute um 10:15 Uhr flog eine Transall-Maschine über Gorleben.
  • am Freitag, den 09.09.2016 um 15 Uhr flog wieder die Transallmaschine (Bundeswehr) über Gorleben, im Tiefflug 300 m.
  • am Montag, den 12.09.2016 um 11:15 Uhr flog wieder die Transallmaschine (Bundeswehr) über Gorleben, im Tiefflug 300 m.
  • Fr. 16.09.16 – 10.33h: Zwei Transall Maschinen im Tiefflug von Nord nach Süd im Raum Gorleben
  • am 07.12.2016 ist um 11:09 ein Kampfjet der Bundeswehr über das Zwischenlager geflogen….
  • Allein in den vergangenen zwei Jahren hat es nach Presseberichten über Gorleben – Zwischenlager für schwach-, mittel- und hochradioaktive Abfälle  – mehr als 200 Übungsflüge von Transall- und Airbus-Maschinen gegeben.
  • Augenzeugenbericht: Freitag, 24.03.17, hatten wir beim Reiten im Gorlebener Wald folgendes Horror-Erlebnis: ca. 10 Uhr kam ein Tiefflieger aus (grobe) Richtung Siemen, Zielrichtung Gartow (Entfernung zum Zwischenlager sicher keine 300 m) in “normaler” Tiefflug-Höhe; ca. 1 Minute später in umgekehrter Richtung wieder zurück, nach ca. 1 Minute kam er wieder in oben als erstes beschriebener Richtung, aber in einer so fiefen “Höhe”, dass ich denke, er hat die Baumwipfel gestreift; unsere Pferde sind gestiegen, waren kaum zu halten / zu beruhigen. Dann war der Spuk vorbei.
  •  04.05.2017 um 15:15 flog eine Militärmaschine übers Zwischenlager.Flugzeug erwischt
  • 12.05.2017 – 13.15h – 2 Kampfflugzeuge von Westen kommend – Wende bei Lomitz Rückflug gen Westen
  • am 20.06.2017 um 10:25 Uhr flogen 2 Militärjets der BW manövermäßig 15 Minuten über und um Gorleben.
  • am 07.08.2017 um 15:30 flog wieder ein Militärjet über Gorleben.

Schluss damit!

Wolfgang Ehmke, 6.05.2017

Eine Antwort auf Flugaktivitäten im Raum Gorleben

Neuer Flyer

NDR zu 40 Jahre

Martin Donat im Interview, Beitrag zu 40 Jahre Gorleben:

Abschalten!

Atomtransporte…

...rollen regelmäßig durchs Wendland. Eine Stellungnahme der BI.


Gorleben-Fachexpertise

Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden.
So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!


Neun Experten nehmen Stellung.

Kommission am Ende