Inhalt:
Gorleben ist verbrannt
Auf dem Endlagersymposium im Berliner Logenhaus diskutierten Fachleute und die interessierte Öffentlichkeit von Donnerstag bis Samstag über geologische, planerische, politische und ethische Aspekte der Atommüllendlagerung. Der Dialog ist zu begrüßen. Ob die Endlagersuche offen und fair verlaufen wird, wird sich am Umgang mit den Standort Gorleben zeigen.
Auf den ersten Blick wirkt der Entwurf als kühnes, sicherheitsorientiertes Unterfangen, kommentiert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg das Positionspapier Sigmar Gabriels. Eine Million Jahre Sicherheit sollen durch den Einschluss in ein Wirtsgestein gewährleistet sein, die Verantwortung für die Endlagerung radioaktiver Abfälle solle nicht auf kommende Generationen abgewälzt werden. Einen nachvollziehbaren Plan, wie ein solches Lager gegen künftige menschliche Ein- und Zugriffe wirksam geschützt werden kann bzw. wie über diesen atemberaubenden Zeitraum kommunizierbar ist, dass radioaktiver Müll an jenem Ort versenkt wurde, ist dem Papier nicht zu entnehmen. Verantwortungsvolles Handeln ist nicht gleichbedeutend mit Machbarkeitswahn, es setzt vor allem voraus, dass auf die weitere Nutzung der Atomkraft zügig verzichtet wird.
Auf den zweiten Blick liest sich das Positionspapier überdeutlich als Vorfestlegung auf Gorleben als nukleares Endlager für hochradioaktive Abfälle. Es wird nur noch auf eine geologische Barriere, den sogenannten einschlusswirksamen Gebirgsbereich, gesetzt. Damit wird die geologische Beschaffenheit des Deckgebirges beliebig: wasserführende Schichten im Deckgebirge über dem Salzstock Gorleben, das Fehlen einer wasserabschirmenden Tonschicht, durchaus vergleichbar mit der absaufenden Deponie Asse II, dem Pilotprojekt für Gorleben, sind kein Ausschlussgrund mehr. Das ist ein Spiel mit dem Wasser, Korrosion der Behälter und die Freisetzung von Radioaktivität wären die Folge. Ein Standortvergleich wird in dem Papier trotz aller verbalen Bekundungen des Umweltministers nicht zwingend vorgeschrieben. Die desaströsen geologischen Befunde – 5 von 9 Experten sprachen sich vor dem Innenausschuss des Deutschen Bundestages auf einer Anhörung am 20. Juni 1984 gegen Gorleben aus – fanden sogar Eingang in das Papier. Ein Standort dürfe keine „signifikanten Nachteile“ (sic!)aufweisen, die Nähe zu kerntechnischen Einrichtungen sei sogar ein Vorteil. Mit jedem Castortransport nach Gorleben wird demnach ein Endlager Gorleben wahrscheinlicher, was hat das mit wissenschaftlicher Redlichkeit bei der Standortauswahl zu tun?
Gorleben ist verbrannt, geologisch und politisch. Hier wurde nach der Erkundungsphase 1986 mit dem Bau der Schachtanlage begonnen, auf der Basis des Bergrechts wie in der Asse II, also ohne jede Öffentlichkeitsbeteiligung. Zu dem Demokratiedefizit kommt der galoppierende Glaubwürdigkeitsverlust: auch der Asse II und dem Endlager Morsleben wurde von Experten Sicherheit bescheinigt. Behörden und Politiker haben alle Warnungen von Kritikern ignoriert. Die einstürzenden und absaufenden Atommülldeponien wurden in skrupelloser Weise politisch verteidigt und von der Atomwirtschaft genutzt. Ein erster Schritt, um die Glaubwürdigkeit bei der angeblich ergebnisoffenen Endlagersuche herzustellen, wäre der Verzicht auf Gorleben.
Die Ernsthaftigkeit der Politiker, die sich von Gorleben verabschieden wollen bzw. Alternativen zu Gorleben erkunden wollen, wird sich ganz leicht an zwei Essentials messen lassen: Wird das Moratorium aufgekündigt, ohne dass andere Standorte erkundet werden? Wird die Finanzierung der Endlagersuche jenseits von Gorleben politisch durchgesetzt, also werden die Abfallverursacher zur Kasse gebeten? Das käme einer Machtprobe zwischen Politik und Atomwirtschaft gleich, die bisher auf der Basis der Endlagervorausleistungsverordnung allein für den Schacht Konrad und Gorleben zahlen mussten – die Sanierung der Asse II und Morslebens läuft über den Bundeshaushalt. Ein Hebel wäre die Einrichtung eines öffentlich-rechtlichen Fonds, in den die Atomstromproduzenten die sogenannten „Rückstellungsmilliarden“ für die nukleare Entsorgung (rd. 30.000.000 Euro) einzahlen müssen.
Wolfgang Ehmke
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Mister X aus der Löwenvilla in Clenze, war einer der
vier Berichterstatter auf dem Endlagersymposium, die am Ende der
Veranstaltung frank & frei ein Resümée
ziehen durften.
Danke an Programmgruppe für die Planung, Danke an Peter Hocke,
sehr souveräne Moderation.
Dank an den Veranstalter, Sigmar Gabriel. In der Endlagerfrage wird
sich die Glaubwürdigkeit der nächsten Regierung daran
messen, ob und wie dieser Weg weiter beschritten wird.
Ich bin Willem Wittstamm, komme aus der ländlichen Region, wo
die Menschen so irritierend resistent gegen ihre schicken
Powerpoint-Präsentationen sind. Bin verheiratet, 5-facher
Vater, Komiker, hab mein Haus mit Witzen bezahlt. Vom Veranstalter
wurde ich gebeten, zu diversen Fragen Stellung zu nehmen (im Folgenden
fett). Außerdem möchte ich einige hier vorhandene
Tabus ansprechen (im Folgenden kursiv). Geht gleich los.
Erstes Tabu: über Geld redet man nicht. Wir machen jetzt mal
ein Stimmungsbild:
Wer von Ihnen ist auf eigene Kosten angereist?
Wer von Ihnen berechnet Spesen und Wochenendpauschale?
Ich frag das, weil ich hier 2 Stränge sehe:
Menschen, die sich nachweislich Sorgen machen.
Menschen, denen es um den Entsorgungsnachweis geht,
um den Stempel, der das großes Geschäft am Laufen
hält!
Zum Fragenkatalog:
Wurden neue Lösungsansätze präsentiert?
Es war sehr überraschend zu hören, welche zum Teil
nachahmenswerten Vorgehensweisen in anderen Ländern
praktiziert werden. Hervorheben möchte ich:
• Gordon Mc.Kerron aus Großbritannien, dort werden
inzwischen kritische Wissenschaftler eingebunden.
• Oder die klaren Worte, die Hans Wanner aus der Schweiz
über die Notwendigkeit demokratischer Beteiligung gefunden hat.
• Wichtig auch die ethische Verantwortung, die vor allen von
den Gastreferenten herausgestellt wurde.
Ich hoffe sehr, dass diese international anerkannten Grundlagen
irgendwann auch hier greifen.
Worauf fast alle Redner Wert legten: Um alle an einen Tisch zu kriegen,
muss es eine alternative Endlagersuche geben. Da geht kein Weg dran
vorbei! Ausgeklammert wurde leider: Wer bezahlt sie? Sollte da nicht
mal jemand seine Telekom-Aktien verkaufen?
Was war Konsens an den 2 Tagen?
Vor allem die Notwendigkeit von Transparenz. Es wurde kein
Gegenargument hierzu geliefert. Lebendige Transparenz heißt
aber: Akteneinsicht! Ein zutiefst demokratisches Prinzip! Wie aber
sieht es in der deutschen Wirklichkeit aus? Fragen Sie mal Herrn
Messerschmidt, wie oft ihm schon der Aktendeckel vor der Nase
zugeschlagen wurde! Kritische Wissenschaftler sind sehr kostbar. Und:
Letztendlich minimieren die sogar Ihre Kosten! Wer wirklich die
erhoffte Akzeptanz will, muss als erstes solche Menschen in die
Planungsgruppen bringen. Das ist mehrfach klar herausgestellt worden!
Das muss passieren. Ansonsten ist das Gerede von Transparenz
sozialverträgliches Gewäsch! Dann bleibt es bei dem
Dada-Prinzip: decide, announce, defend, abandon (entscheide,
verkünde, verteidige, verlasse). Oder ähnlichen
Dinosaurier-Erfahrungen.
Das bringt mich zu Tabu No 2: Der Glaube an die technische
Unfehlbarkeit:
Ein Aspekt, den eigentlich die anwesenden Kirchenvertreter
hätten herausstellen können. Was gibt uns
Würmern die Legitimation, Sicherheits-Prognosen über
einen Zeitraum von 100tausenden von Jahren anzustellen? Ihre Stempel,
meine Herren Wissenschaftler, sind Anmaßung und
Gotteslästerung! … Ist Ihnen dieser Begriff fremd?
Dann stellen Sie sich bitte in einem Moment der Ruhe die ergebnisoffene
Frage: Wem werden ihre Urenkel eher eine Kerze anzünden?
Demjenigen, der dafür gekämpft hat, den radioaktiven
Müllberg möglichst klein zu halten? Oder dem, der
unser Strahlenerbe immer weiter vergrößert?
Hierzu gleich noch ´nen Tabu, das mir bei Atomstromern
auffällt: Problemwurzeln benennen.
Stellen Sie sich vor, Ihre Wohnung steht unter Wasser, weil die
Badewanne überläuft. Was machen Sie zuerst?
´Nen Wischlappen häkeln oder den Hahn
schließen?
Haben argumentationsorientierte Dialoge
stattgefunden
Ja, herausheben möchte ich hier den Block
„Anforderungen an die Beteiligten“, vor allem die
Antworten von Prof. Ortwin Renn, Universität Stuttgart. Ich
zitiere: „Ohne ein ergebnisoffenes Auswahlverfahren mit
starken Mitwirkungsmöglichkeiten der betroffenen
Bevölkerung ist kein Neuanfang und damit eine Akzeptanz
für einen Endlagerstandort möglich.“ Der
ergebnisoffene Dialog muss also draußen geführt
werden! Klare Worte und für mich einer der
Schlüsselsätze der ganzen Veranstaltung!
- Anderes Thema: Moniert wurde immer wieder
Schützengrabenmentalität. Sie können ja
vielleicht selbst mal rauskommen!
Was sind meine wichtigsten Beobachtungen?
Hier nur einige Schlaglichter, bei denen mir die Spucke wegblieb:
• Herr Riotto von der OECD/NEA: „Die technische
Endlager-Sicherheit ist vorhanden“.
• Herr Bröskamp von der GNS: „Wir haben
kein Müllproblem“.
Und Sie fordern allen Ernstes von uns, aus den Schützengraben
rauszukommen???
Sehr aufschlussreich auch Herr Hohlefelder vom Atomforum: „
… haben wir zwei Wirtsgesteine, Salz und Zucker
…“ Das hatte Bush-Qualität!
Zu dem heute Morgen ausgiebig behandelten Thema Sicherheit habe ich
Ihnen eine sehr aussagekräftige Folie mitgebracht. (Foto
meiner Tochter mit Plakat „Sicher ist nur das
Risiko“)
Das bringt uns zu Tabu No. 4. Glücksspiel:
Beim letzten Castortransport habe ich mich vor eine Gruppe BGSler
gestellt und gefragt, ob jemand ein Jahresgehalt darauf wettet, dass es
in den näxten 10 Jahren keinen Reaktor- oder
Atommüll-Unfall gibt. Niemand wollte. Heute möchte
ich die Chance nutzen, Ihnen diese Wette anzubieten. Evtl. einer der
Herren vom Atomforum? Niemand? Warum so zögerlich?
… Doch etwas unsicher? Wie schnell sich doch manche Sachen
klar herausstellen, wenn´s um´s eigene Geld geht!
Was nehme ich mit nach Hause?
Immerhin, Atomstromer und ihre Gegner haben einen Raum geteilt.
Ob´s was gebracht hat? Mein Gefühl schwankt zwischen
Hoffnung und Angst: Die Intention des Symposiums habe ich als ernsthaft
erfahren, ich befürchte aber, das es in der Zukunft als Alibi
ausgeschlachtet wird. Kennen Sie die Endlager-Publikationen vom
Wirtschaftsministerium oder vom Atomforum? Dort lese ich auf Hochglanz
gedruckt: Gute Akzeptanz in der Region, alle technischen Fragen
gelöst, etc, etc. Meine Angst ist, da bald außerdem
zu lesen: „NEU, mit Ethik-Stempel und
sozialverträglich getestet“.
Klar ist, die Wirtschaft wird nicht von selber den Willen aufbringen,
die Endlager-Problematik anders anzugehen. Eine Änderung der
fatalen Situation kann nur aus der Politik kommen. Meine Hoffnung auf
Umsetzung ist aber im Verlauf des Symposiums nicht grad gewachsen.
Für mich bleibt nur eins: der Druck von der Straße.
Das ist mir heute noch mal so richtig klar geworden. Mich gegen die
Atommülltransporte querzustellen, das heißt
für mich, auf Entscheidungsblockaden aufmerksam machen. Ihr
Müll und ich, wir sehen uns. Bei Demoverbot,
Allgemeinverfügung, Schlagstock und Wasserwerfer. Und ich
werde da nicht allein stehen. Die Menschen wachen auf. Nicht weil sie
Randale wollen, sondern weil ganz konkret die Angst wächst im
Land. Und zwar durch Ihre Schlampereien, meine Herren: ob in
Krümmel, Forsmark, Brunsbüttel, etc, etc. Sie werden
die „grünen Wochen im Wendland“ ja
wahrscheinlich nur vom Fernsehsessel aus verfolgen: Ich verspreche
Ihnen schon heute: wir werden viele sein. Und wir werden anders
wahrgenommen werden als bisher! Bestimmt haben sogar Ihre
Erfüllungsgehilfen, die PolizistInnen beim Castor-Transport
noch die Bilder vom absaufenden Atommüll-Lager Asse im Kopf.
Und verstehen, dass wir keine stumpfen Anti-Typen sind sondern eine
Welt einfordern, die für uns alle lebenswert ist. Auch
für Sie!
Und das ist meine, wenn auch kleine Hoffnung, die dieses Symposium
hinterlässt. Dass doch ein paar Gräben
zugeschüttet wurden. Dass Atomstromer und ihre Lobby erkennen,
dass wir so handeln, wie wir handeln, weil uns die Zukunft am Herzen
liegt. Das wir als Menschen wahrgenommen werden und nicht nur als
Störfaktor. Der Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg
schlägt sich als neutraler Austragungsort einer
Symposium-Fortsetzungsrunde vor! Es liegt an Ihnen. Aber Vorsicht, wir
zahlen keine Anfahrt.
Zum Schluss eine zentrale Erkenntnis?
Wenn Sie wirklich eine Lösung suchen, können Sie
nicht weiter nach dem Dada Prinzip handeln. Sie müssen mit den
Menschen rechnen und nicht mit Ihren Tabellen. Ich hoffe zutiefst, dass
diese Veranstaltung dazu beigetragen hat, dass Sie unsere
Beweggründe zumindest erahnen. Das hier kann nur ein Anfang
sein. Das hier muss fortgeführt werden. In unser aller
Interesse. Und im Interesse unserer Kinder! Ich danke Ihnen.
Willem Wittstamm
2
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Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow
Dannenberg
fordert unabhängige Messungen und die Offenlegung der
Messergebnisse schon im Vorfeld von Atommülltransporten.
Hintergrund: Greenpeace ermittelte beim letzten Castortransport nach
Gorleben im November 2008, dass die von den Behältern
ausgehende Neutronenstrahlung rund 500 mal höher als die
natürliche Hintergrundstrahlung war. Im Mittel war die
Neutronenstrahlung damit 40% höher als beim Transport 2005.
Zwar lägen die Messwerte noch innerhalb des Rahmens des
verkehrsrechtlichen Grenzwertes, dennoch fordert Greenpeace, dass die
offiziellen Messergebnisse direkt veröffentlicht werden,
"damit Begleitpersonal, Anwohner und Demonstranten wissen, welcher
Strahlung sie ausgesetzt werden". Konkret ermittelten
Greenpeace-Experten am Dannenberger Verladebahnhof in 14 Metern
Entfernung noch eine Neutronenstrahlung von bis zu 4,8 Mikrosievert pro
Stunde. Eine Kontrollmessung zuvor ergab, dass die natürliche
Hintergrundstrahlung am gleichen Ort bei 0,015 Mikrosievert pro Stunde
lag.
Das Niedersächsische Umweltministerium (NMU), als Aufsicht
über den Straßentransport hat "keine
Grenzwertüberschreitungen festgestellt". Nach Gefahrgutrecht
läge der Grenzwert bei 4 Becquerel pro Quadratzentimeter,
gemessen direkt am Behälter. Wirrwarr um die Messergebnisse,
denn Becquerel gibt die Anzahl der Atome im Zerfall pro Sekunde an,
Sievert bezieht sich aber auf die biologisch schädigende
Wirkung von Strahlung. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
liegt der zulässige Grenzwert für Menschen in 2 m
Abstand bei 0,1 Millisievert pro Stunde, die zulässige
Jahresdosis bei 1,0 Millisievert..
"Jeder Castortransport sendet Strahlung in die Umgebung aus.
Begleitpersonal und Demonstranten dieser Gefährdung
auszusetzen, widerspricht dem Prinzip des Strahlenschutzes, nach dem
eine Strahlenanwendung gerechtfertigt sein muss", sagt Thomas Breuer,
Atom-Experte von Greenpeace. "Da heute schon klar ist, dass Gorleben
als Endlager nicht geeignet ist, sind die Transporte nicht
gerechtfertigt. Ganz im Gegenteil: Irgendwann muss der strahlende
Atommüll hier wieder weg geschafft werden." Der Salzstock in
Gorleben hat Kontakt zu Grundwasser führenden Erdschichten und
ist daher nicht als Endlager für hochradioaktiven
Müll geeignet.
"Radioaktive Stoffe senden verschiedene Strahlungen aus. Ein Teil der
Strahlung wird durch die Stahlwände und die darin
eingelassenen Kunststoffstäbe des Castor-Behälters
abgefangen. Neutronenstrahlen hingegen durchdringen die
Metallwände, haben eine Reichweite von einigen hundert Metern
und wirken von außen auf den menschlichen Körper.
Die Neutronenstrahlung zählt zu den ionisierenden Strahlungen.
Sie besitzt genügend Energie, um aus elektrisch neutralen
Atomen und Molekülen positiv und negativ geladene Teilchen zu
erzeugen. Dies geschieht zum Beispiel beim Durchgang durch die Zellen
des menschlichen Körpers. Die Zellen können dadurch
geschädigt werden. Mögliche Folgen: genetische
Veränderungen und Krebs. Je höher die Strahlendosis
ist, desto wahrscheinlicher ist ein solcher Schaden. Neben der
Neutronenstrahlung wird auch die Gammastrahlung nicht durch die
Behälter abgeschirmt. Darüber hinaus würden
im Falle eines Unfalls, bei dem der Castor-Behälter
beschädigt wird, das Begleitpersonal, Anwohner und
protestierende Menschen durch die strahlenden Stoffe selbst noch einer
weitaus höheren Strahlendosis ausgesetzt. Übrigens:
es kann natürlich zu Strahlenschäden kommen, auch
wenn ein Grenzwert eingehalten wird.
Wirtschaftlichkeit vor Schutzinteressen?
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat in seiner
Pressemitteilung zur Transportgenehmigung (30.04.08) behauptet: "Trotz
der höheren Strahlung der Glaskokillen wird dieselbe
Dosisleistung an der Behälteroberfläche erreicht, wie
bei den bisher eingesetzten deutschen Castorbehältern." Schon
die Überschrift "Erstmals französischer
Behältertyp im Einsatz" stimmte nicht, sorgte doch schon der
1996 in Gorleben abgestellte französische Behälter TS
28 V strahlentechnisch für negative Schlagzeilen. 1997 wurde
bei Neutronenmessungen an dem Kokillenbehälter im Deckel- und
Mantelbereich festgestellt, dass die durchdringende
Neutronendosisleistung 25 mal höher war als in der im Jahr
zuvor gemessenen Behältermitte. Für das
Begleitpersonal (Bahnmitarbeiter und Polizisten) bestand in
Behälternähe eine erhebliche radiologische Belastung
und die zulässige jährliche Effektivdosis konnte bei
längerem Aufenthalt im Nahbereich des Behälters
überschritten werden. Trotz dieses Nachweises wurde im
unzureichend abgeschirmten Deckel-Mantelbereich kein Messpunkt
festgelegt, um die Neutronenstrahlung zu messen. Offensichtlich
rangieren Überlegungen zur Transportlogistik und
Wirtschaftlichkeit weit vor dem Schutz- und Sicherheitsinteressen des
Begleitpersonals und der Bevölkerung. Damals wie heute bleibt
zu hinterfragen, warum nicht in den empfindlichsten Bereichen der
Behälter gemessen wird.
Die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) bestätigte
am 17. Dezember 2008 die Greenpeace-Messungen durch eine Mitteilung auf
ihrer Homepage: "Dieser Wert ist plausibel und deckt sich mit den
Abstandsmessungen in 10 m (8 Mikrosievert/h) und 20m (2
Mikrosievert/h), die unter Begleitung deutscher
Behördenvertreter und Gutachter in Valognes
durchgeführt wurden." Dann glaubt die GNS, den Spieß
umdrehen zu können: "Das Inventar an Neutronenstrahlern beim
diesjährigen Transport war dagegen bedeutend höher
als in den Vorjahren. Die Messwerte beweisen also die verbesserte
Abschirmung der neu entwickelten Behälter."
Dabei könnte die Angelegenheit ein Fall für die
Staatsanwaltschaft werden. Die Gesetzgebung verlangt nämlich
ein Strahlenminimierungsgebot. Der Paragraph 6 der
Strahlenschutzverordnung "Vermeidung unnötiger
Strahlenexposition und Dosisreduzierung" verpflichtet dazu (1) "jede
unnötige Strahlenexposition oder Kontamination von Mensch und
Umwelt zu vermeiden" (2) "unter Beachtung des Standes von Wissenschaft
und Technik und unter Berücksichtigung des Einzelfalls auch
unterhalb der Grenzwerte so gering wie möglich zu halten". Das
Gegenteil ist jedoch der Fall, die Strahlung wurde nicht minimiert,
sondern drastisch erhöht. Zudem wird schon jahrelang eine
Debatte um Grenzwerte geführt. Auch die
Strahlenschutzkommission hinterfragte noch in diesem Jahr, ob es eine
Neubewertung der Grenzwerte im Bereich von bis zu 30% geben
müsse. Dadurch allerdings wären Transporte nach
Gorleben in Frage gestellt.
Sage mir, wie du misst…
Im Rahmen der Ankündigungen verschärfter Kontrollen
nach dem Transportestop durch den Kontaminationsskandal (1998
– 2001) sollten auch Messungen und Wischtests am
deutsch/französischen Grenzübergang bzw. in
Wörth durchgeführt werden. Niedersachsens
Umweltminister Sander nimmt dazu wie folgt Stellung: "An der
französisch-deutschen Grenze wird nicht gemessen, weil sich an
den Werten während des Schienentransportes nichts
verändert." Am Dannenberger Verladekran wurden nur als
Stichprobe 3 Behälter gemessen. Sage mir, wie du misst, und
ich sage dir, wes' Mitarbeiter du bist? Die Messungen in Frankreich
führt nämlich der Betreiber AREVA NC selbst durch
"mit eigenen Geräten in Anwesenheit der deutschen
Sachverständigen und soweit erforderlich auch der deutschen
Behörden". Gleiches gilt laut Sander für die
Messungen in Deutschland, die die GNS mit ihren Geräten selbst
durchführt. Dies wirft ein seltsames Licht auf die
ungeklärte Rolle der zuständigen
Aufsichtsbehörden wie Eisenbahnbundesamt, Gewerbeaufsichtsamt
und NMU. Wird einer Sorgfaltspflicht wirklich nachgekommen, oder alles
den Betreibern überlassen?
Auch darum fordert die BI die Offenlegung der Messergebnisse. Am 6.12.
erinnerten Atomkraftgegner aus dem Wendland und Uelzen
Bundesumweltminister Gabriel bei einem Besuch in Bad Bevensen im
direkten Gespräch. In einem Offenen Brief mahnte die BI die
Versprechungen des Ministers um Transparenz und
Öffentlichkeitsbeteiligung an und verlangte nachvollziehbaren
Messungen unabhängiger Einrichtungen an allen
Castorbehältern im Zwischenlager.
Vorher kam es bereits bei einer Sitzung des Ausschuss Atomanlagen und
öffentliche Sicherheit des Kreistages Lüchow
Dannenberg zu einem Eklat. Dort sollten die Messergebnisse offen gelegt
und verwendete Messverfahren und die zugrunde gelegten Rechenmodelle
"transparent und allgemein verständlich" erläutert
werden. Zudem sollte das Umweltministerium erklären, warum
unabhängige Messungen nicht zugelassen wurden. Doch der
niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU),
Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP), der Einsatzleiter der
Polizei, Friedrich Niehörster, sowie die Vertreter des
Eisenbahnbundesamtes und des Gewerbeaufsichtsamtes, stellten sich den
Fragen der Kreistagsabgeordneten nicht. Niehörster hatte im
Vorfeld der Transporte seine Polizeibeamten vor einem
gefährlichen Strahlungsbereich von 6,5 m um die
Behälter gewarnt. Die Anwohner der Transportstrecke, die in
diesem Bereich leben, informierte er nicht.
Francis Althoff
Den Anstoß hatte der Bundesumweltminister Sigmar Gabriel
gegeben und der Anlass war das Endlagersymposium in Berlin: Sigmar
Gabriel plädiert für eine alternative Endlagersuche
und legte dafür Sicherheitskriterien vor. Doch das
Bundeskanzleramt würgte den engagierten SPD-Politiker ab, in
dieser Legislaturperiode, so ließ die Bundeskanzlerin
erklären, würde die Endlagerfrage nicht mehr
entschieden. So bliebe es bei der Einbahnstraße Gorleben
trotz erheblicher Akzeptanzprobleme. 16 Tausendmal nein zu Gorleben
hieß es zuletzt am 8. November.
Direkt vor dem Veranstaltungsort der internationalen Konferenz, auf der
für drei Tage Experten, Politiker und die interessierte
Öffentlichkeit über die Suche nach einem atomaren
Endlager stritten, dem Logenhaus in der Emserstraße,
forcierte nun die GeFAP (Gesellschaft zur Förderung von
Akzeptanzproblemen) die von vielen Seiten geforderte vergleichende
alternative Endlagersuche. Der Zwillingssalzstock
Sperenberg-Wilmersdorf wurde am Donnerstag, den 30. Oktober, auf seine
Tauglichkeit für ein atomares Endlager untersucht.
„Das 10jährige Moratorium (Baustopp in Gorleben)
wurde bisher nicht genutzt, um in der Sache voranzukommen, zu
groß ist die parteienübergreifende Angst vor einem
Akzeptanzverlust und Remmidemmi,“ sagte ein Firmensprecher.
Markanter Blickpunkt war der ca. 7 Meter hohe Bohrturm.
"Die Genehmigung zum Aufbauen des Förderturmes war mit so
vielen Sicherheits-, Versicherungs- und Nachweisen der
Zuverlässigkeit des Betreibers GeFAP versehen, wie man es sich
für die Suche nach einem Endlager nur wünschen
konnte,“ freute sich die Justitiarin Karen Ullmann nach
erfolgreichen zähen Verhandlungen mit Berliner
Behördenvertretern.
Die GeFAP verbuchte nach eigenen Aussagen großen Zuspruch.
„Gorleben ist verbrannt, geologisch und politisch, also
drängen sich Alternativen auf“, lautet die
Firmenphilosophie. Bereits die Probebohrungen in Hamburg-Altona im
August diesen Jahres belegten, dass der direkten Einlagerung von
Atommüll schon in der Erkundungsphase nichts im Wege steht.
Die GeFAP nahm einige Fässer mit schwach- und mittelaktiven
Abfällen an, die von Weißkitteln in Berlin auf dem
Schienen- und Straßenweg – U-Bahn und Bus
– angeliefert wurden. „Wir lagern sofort
ein“, versprach die GeFAP. Zur Förderung der
Akzeptanz sei jedoch der sofortige Ausstieg aus der Atomkraft ein
unschätzbarer Vorteil, räumte der Firmensprecher auf
Nachfrage ein.
Firmensprecher Wolfgang Ehmke
Justitiarin Karen Ullmann
GeFAP Geschäftsführerin Kerstin Rudek
„Wir brauchen zu den unglaublichen
Vorgängen um das
vom Absaufen bedrohte Atomlager Asse II einen parlamentarischen
Untersuchungsausschuss. Die Regierung hat in der Sonderausschusssitzung
im September, in zahlreichen aktuellen Fragestunden des Bundestags und
bei der Beantwortung von schriftlichen Fragen die
Aufklärungsversuche in nicht hinzunehmender Weise ins Leere
laufen lassen. Etliche Anfragen auf Akteneinsicht wurden abgelehnt.
Wenn die Regierung die konstruktive Zusammenarbeit mit den
Parlamentarierinnen und Parlamentariern in derart penetranter und
eklatanter Weise verweigert, dann will sie etwas vertuschen“,
vermuten Bärbel Höhn, stellvertretende
Fraktionsvorsitzende und Sylvia Kotting-Uhl, umweltpolitische
Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die
Grünen.
Es dürfe nicht sein, dass die skandalösen
Vorgänge um Asse II im Sande verlaufen. Die dort begangenen
Rechtsverletzungen müssten geahndet werden. „Die von
einer beträchtlichen Gefährdung ihrer Gesundheit
betroffenen AnwohnerInnen des Atommülllagers haben ein Anrecht
auf Information und Schutz. Jahrelang wurden sie über den
Sicherheitszustand falsch informiert. Angesichts der inzwischen bekannt
gewordenen Rechtsverstöße kann Vertrauen erst wieder
entstehen, wenn die Verantwortlichkeiten schonungslos aufgezeigt und
Konsequenzen gezogen werden. All das gilt umso mehr, als Asse
früher als das Pilotprojekt für das geplante
Atomendlager Gorleben gehandelt wurde. Es spricht einiges
dafür, dass der Skandal um Asse vertuscht werden soll, um das
Lager in Gorleben doch noch durchsetzen zu können“,
heißt es in der Grünen-Stellungnahme.
Liebe Community,
die letzten drei Wochen waren für mich
außergewöhnlich ereignisreich. Unser Protest am
Zwischenlager in Gorleben hat viel mehr körperliche und vor
allem auch emotionale Kraft von mir eingefordert, als ich jemals
vermutet hätte.
In Gorleben ist es so, dass da hauptsächlich ein kleines
Völkchen namens Wendländer seit fast 30 Jahren
Widerstand gegen ein unsicheres Endlager für Atommüll
leistet. Sie sind mal mehr, mal weniger in ihrer Anzahl, weil das sehr
darauf ankommt, wie viel Zeit und Geld der Rest der Republik
für Protest übrig hat. Asse war in diesem Jahr eine
gute „Werbeshow“ für Gorleben, weshalb
auch knapp 15.000 Demonstranten kamen. Das Thema Atommüll ist
gerade in.
Aber ist das auch in zwei Jahren, wenn der nächste Castor
rollt, wieder so? So etwas gerät schnell in Vergessenheit und
wenn nichts passiert, dann war es das mit dem Protest. Dann sind es
wieder nur 5.000 Menschen, die unser aller Leben und Gesundheit
verteidigen. Da fällt es dann Kanther und Co. auch wieder
leichter zu beleidigen und die Verursacher des strahlenden
Mülls merken, dass sie weiter machen und weiter verdienen
können, weil es einfach keinen Menschen im Rest des Landes
interessiert.
Auffallend war auch, wie stark bei dem diesjährigen Transport
Politik und Gewerkschaft vertreten war. Letztere waren noch nie dabei,
wie mir von einem widerstandserfahrenen Bauern versichert wurde. Also
ist das Thema Mainstream und das bedeutet, dass es, wenn sich damit
allgemein keine Angst mehr machen lässt, wieder in die
Schublade gepackt wird. Dann ärgert es nur noch die
Wendländer. Vielleicht braucht es erst ein deutsches,
schwedisches oder französisches Tschernobyl, damit das Volk
begreift, dass jeder Einzelne daraus betroffen ist und - Achtung, jetzt
kommt eine Phrase – wir alle Ukrainer, Weißrussen
und Wendländer sind.
Die gute Seite ist, dass sich diese Menschen im Wendland nicht unter
kriegen lassen. Die Schlechte ist, dass sie alleine gelassen sind.
Dieser Schlag Menschen, den man durchaus als das demokratisches
Gewissen Deutschlands bezeichnen kann, gibt die berechtigte Hoffnung,
dass Zusammenhalt und Zusammenarbeit keine schlechte Strategie
für die Zukunft ist. Es ist so etwas wie eine selbsthelfende
Gruppentherapie für einen ganzen Landstrich, damit die
Hilflosigkeit nicht verzweifeln lässt und die Wut nicht
explodiert. Und es ist zutiefst demokratisch.
Die Wendländer wissen, dass sie die Einfahrt der Castoren in
das Zwischenlager nicht verhindern können, denn der Staat ist
mächtig und lässt nicht mit sich reden und sich schon
gar nicht erpressen. Aber sie kämpfen weiter und sind der
Stachel im Pelz der Atomstromerzeuger und der Politik, die im
Übrigen jederzeit wegen unterlassener Hilfeleistung vom Volk
verklagt werden müsste.
Von Vertrauen in die Politik kann man dort nicht viel spüren,
wenn man sich mit den Menschen unterhält. Es sind eher
Gespräche über die großen
Enttäuschungen der nicht erfüllten Versprechen. Da
nützen auch ein paar Fahnen in grün oder rot recht
wenig, denn sie unterstreichen die politischen Phrasen lediglich in
Farbe. Diesen politischen Protest kauft dort kaum einer ab.
Es gäbe noch viel mehr zu berichten, über nette
Polizisten und Polizistinnen zum Beispiel. Da gibt es viele die
Verständnis haben und nicht selten Humor, die dem Protest und
den Demonstranten zustimmen und die trotz aller Anstrengungen
während dieser Einsätze, einer schlechten Bezahlung
und der Verpflichtung, den Dienstherren nicht zu kritisieren oder zu
hinterfragen, ihre Menschlichkeit nicht verlieren.
Und es gibt die Arschlöcher in Uniform, die einem auf der
Straße sitzenden Demonstranten mal eben einen Hieb aus der
Hüfte heraus verpassen. Ein Polizist, um genau zu sein ein
Gruppenführer, drehte einem jungen Mann beim wegtragen von der
Sitzblockade den Daumen so weit um, dass dieser vor Schmerz laut
schrie. Es gab keinen Grund so zu handeln und war nur die
Zurschaustellung vollendeter Omnipotenz.
Am Ende kommt es immer sehr auf den einzelnen Menschen an und darauf,
was er im Kollektiv macht. Das gilt für beide Seiten. Die
Einen müssen das Falsche verteidigen, weil sie mit Arbeit
erpressbar sind und per Gesetz das Maul halten müssen und die
Anderen wollen schlicht und ergreifend nur ihr gutes Recht und suchen
nach Wegen und Möglichkeiten, dieses Recht friedlich aber
wirkungsvoll einzufordern. Das wiederum ist für
„Nichtbetroffene“ (das gefühlte
Nichtbetroffensein beginnt hinter Lüneburg, Schwerin,
Wittenberge, Stendal, Wolfsburg, Celle und Soltau) langweilig und will
auch keiner im Fernsehen sehen. Manch ein zu kurz Denkender und selten
Einheimischer, wirft dann mit Steinen oder zündet irgendetwas
an, was dann argumentativ gegen alle verwendet und im Fernsehen gezeigt
wird. Das ist das, was die „Nichtbetroffenen“ sehen
wollen und was nur zu gerne von den Medien bedient wird. Auch wird in
diesen Momenten lautstark und auf Teufel komm raus kriminalisiert,
wofür sich hauptsächlich Lobbyisten verantwortlich
zeichnen dürften, gleichwohl diese Parolen von der Politik
verkündet werden.
Die Wendländer, also die, die das strahlende Zeug vor der
Haustür liegen haben und im Falle eines GAU´s*
lediglich die ersten sein werden, die einen qualvoll strahlenden Tod
„erleben“, fragt keiner. Die kommen nicht zu Wort,
weil ihr Wort für das Fernsehen zu gefährlich ist
nach 30 Jahren Trainingslager. Sie könnten nämlich
Politik machen.
Natürlich, man hält ihnen bei den Protesten oft genug
eine Kamera vor die Nase. Aber das Gesagte wird auf 15 Sek.
beschnitten, weil für den ganzen Beitrag nur 1:30 Min. zur
Verfügung stehen. Was wäre denn, wenn
langjährige Widerständler wie Jochen Stay von
x-tausendfach quer oder Susanne Kamien von der bäuerlichen
Notgemeinschaft so viel Redezeit in den Tagesthemen bekämen,
wie Frank-Walter Steinmeier oder Wolfgang Schäuble? Warum
sitzen diese Beiden nicht, wenn es um das Thema geht, auf den vielen
Sofas der Talkshows im deutschen Fernsehen? Warum wohl...?
Sei´s drum, das Wendland hat einen Widerständler
mehr. Nämlich mich. Albert Einstein sagt: „Die Welt
wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern
von denen, die das Böse zulassen.“
Das möchte ich gerne so stehen lassen, bevor ich denen, die
bis hierher gelesen haben, ein erst kürzlich erschienenes Buch
empfehlen möchte. Es ist meines Wissens nach das erste Buch,
dass die Geschichte des wendländischen Widerstandes
erzählt. Es ist kurzweilig geschrieben, mit vielen
Geschichten, Interviews und Anekdoten, mit Traurigem und Lustigen, mit
Aha und mit Pfui Teufel. Das Buch ist eine Dokumentation von Susanne
Kamien und Max Rheinländer und heißt
„ÜberMacht und Phantasie“. Es ist am 07.
November, rechtzeitig zur Eröffnung des Hüttendorfes
„Republik Freies Wendland“ im Eigenverlag bei der
i.wend Projektagentur für 24,90 Euro erschienen. ISBN-Nummer
978-3-928177-19-7, zum Bestellen:
http://de.indymedia.org/2008/10/230643.shtml
Anbei noch eine sehr interessante und wie ich finde gut gelungene
Dokumentation vom NDR über die Menschen im Wendland. Sie ist
auch länger als 1:30 Min. und die GEZ-Gebühr wert,
die eventuell dafür ausgegeben wurde. ;o) Unser Dorf der
Republik freies Wendland ist auch zwei Mal zu sehen und wer aufpasst,
der kann Jochen (Walter) beim Arbeiten zuschauen.
Liebe Grüße, Olaf
Teil 1:
http://www.youtube.com/watch?v=QWlEZg94o3s
Teil 2:
http://www.youtube.com/watch?v=4erFbPgh7Vg
* GAU = Größter Anzunehmender Unfall, Steigerung:
„Supergau“ oder politisch korrekt in
Kernkraftwerkbetreibersprache:
„Auslegungsstörfall“
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/GAU
2009 Atomstromfrei in den
eigenen 4 Wänden!!!
Endlich ein guter Vorsatz für das
neue Jahr, der auch realisierbar ist !
Vorankündigung
Anfang 2009 startet die BI eine Stromwechselkampagne. Du bist nicht der
Einzige/Sie sind nicht die Einzigen, die noch nicht gewechselt haben.
Aber jetzt im Wahljahr ist die Gelegenheit günstig, ein
Zeichen gegen die Atompolitik zu setzen & den Atomstromern den
Geldhahn zuzudrehen.
Also wie sieht`s aus ???
Wir informieren nicht nur über alle Anbieter, sondern helfen
– wenn gewünscht - bis zum
Vertragsabschluß. Neben „Tschüß
Vattenfall“ der Hamburger heißt es jetzt im
Wendland, niX gelber Avacon Atomstrom mehr,
„Tschüß Avacon“.
Bessere Slogans bitte sofort im BI-Büro ansagen, der
ausgewählte Spruch wird prämiert !
Angedacht sind Stromwechselstunden im BI- Haus in der Rosenstr. 20 in
Lüchow und eine feierliche Übergabe eines
„Zertifikates“ –
„Atomstromfreie Wohnung“.
Für dieses Projekt suchen wir noch
engagierte MitmacherInnen.
Lasst Euch überraschen &
„kommet zu Hauf“
Kalender Castor 2008
Vom letzten Castor-Transport gibt es jetzt zwei "Foto-Wandkalender" mit
Bildern von der bunten Vielfalt der Aktionen im Wendland.
Anti-Atom-Aktuell hat unter dem Motto widersTanz - ist nie
umsonst einen Solidaritäts-Kalender zur Unterstützung
des widersTanz-Nest Metzingen herausgegeben.
Bestellungen unter:
http://www.anti-atom-aktuell.de/Kalender2009/
Ein weiterer Kalender wird von X-tausendmalquer und
Ausgestrahlt angeboten, Bestellungen unter:
http://www.ausgestrahlt.de/atom/shop/kalender
Die Gorleben-Rundschau erscheint 10-12 mal jährlich
und wird herausgegeben von der Bürgerinitiative Umweltschutz
Lüchow-Dannenberg e.V..
Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die
Meinung des Herausgebers wieder.
Für Neuerungen, produktive Anregungen und LeserInnenbriefe
sind wir immer ansprechbar. Es ist erwünscht, eigene Texte zum
Thema Atomkraft, Gorleben und erneuerbare Energien einzubringen; sie
werden gerne veröffentlicht, sofern sie in den Kontext der
Ausgabe passen.
Redaktion: H. Eckert, F. Althoff
Bildmaterial: I + W Lowin
Mitarbeit: W. Ehmke, W. Wittstamm und viele andere.
Versand & Termine: L. Wente
Auflage: 1000
BI Büro: Rosenstr. 20, 29439 Lüchow
Fon: 05841/4684, Fax: 05841/3197,
buero@bi-luechow-dannenberg.de
www.bi-luechow-dannenberg.de
Öffnungszeiten: Mo, Mi, Fr, Sa 9 - 12 Uhr, Di + Do 15 - 18 Uhr
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