Energiewende: “100-Prozent-Ziel erreicht”
Dieter Schaarschmidt: Erneuerbare Energien decken Strombedarf im Landkreis – Fest auf Jeetzeler Berg
Für den Verein »WendenEnergie» ist es ein Grund zum Feiern. »Das Ziel, 100 Prozent des Strombedarfs im Landkreis Lüchow-Dannenberg aus erneuerbaren Energiequellen zu decken, ist erreicht», freut sich Dieter Schaarschmidt, Mitgesellschafter der Wendland-Wind GmbH, die die Windkraftanlagen auf dem Jeetzeler Berg betreibt.
Aus dem Grund will der Verein mit Unterstützung der Bürgerwindbetreibergemeinschaften am Sonnabend, dem 30. April, dem Tag der Erneuerbaren Energien, auf dem Jeetzeler Berg ein Fest ausrichten, genau dort, wo vor 16 Jahren die Stromproduktion aus Windkraft begann.
Schaarschmidt bezeichnet es als sehr erfreulich, »dass die Region in der aktuell bundesweit geführten Diskussion über den Atomausstieg und die komplette Versorgung mit Erneuerbaren Energien mit gutem Beispiel vorangeht». Allerdings bedauert er, dass es die auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien tätigen Betreiber der Anlagen nicht geschafft haben, Lüchow-Dannenberg als Modellregion für eine 100-prozentig gesicherte Versorgung gefördert zu bekommen. Dazu hätte die Verknüpfung und zentrale Steuerung der Anlagen gehört, und die Biogasanlagen hätten dann über ihre Gasspeicher einen großen Teil des Ausgleiches für die Schwankungen im Bereich von Wind und Sonne übernehmen können, meint Schaarschmidt.
»Im Moment haben wir die 100 Prozent nur über das Jahr bilanziert erreicht. Doch je mehr sauberen Strom wir exportieren, umso wichtiger wird die möglichst regionale Speicherung, die auch hilft, den ganz großen Netzausbau zu vermeiden», betont Schaarschmidt. Damit dies gelinge, solle bei der nächsten Änderung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes ein Last- oder Speicher-Bonus eingeführt werden, der besonders für Biogasanlagen und Erbauer neuer Speichertechniken interessant wird. »Dann werden wir sicherlich schnell zu einer 100-prozentig verlässlichen Erneuerbaren-Energie-Region», ist Schaarschmidt überzeugt.
Immerhin: Einige Jahre früher als geplant ist nun das 100-Prozent-Ziel im Strombereich erreicht. Mit dem »Windfest» verbunden ist ein »Tag der offenen Tür». Am Sonnabend ab 11 Uhr können Interessierte eine der Windkraftanlagen besteigen. Ein Glas Sekt gibt es aber erst, wenn man heil wieder unten angekommen ist. Im Festzelt unter der großen Windkraftanlage bei Klennow gibt es ab 14 Uhr Vorträge, Kaffee, Kuchen und heiße Anti-Atom-Waffeln. Diplomingenieurin Daniela Weinand wird die genaue Zusammensetzung des 100-Prozent-Stromes erläutern, Diplomingenieur Christian Lutz ein neues Solarprojekt vorstellen und Dieter Schaarschmidt über die aktuelle Diskussion zum Netzausbau und über Speichertechniken berichten. Das Fest wird um 17 Uhr enden. Um 19 Uhr wird auf der Mitgliederversammlung des Vereines »WendenEnergie» im Restaurant »Hotel Dolgow» auch über neue Pläne für ein Besucherzentrum diskutiert.




