PRESSEMITTEILUNG

Gorleben-Verlängerung 20 Jahre

Ein Tag vor der Statuskonferenz Zwischenlagerung in Berlin lüftet die Gorleben-Betreiberin BGZ ihr Geheimnis: Sie will eine Verlängerung der Lagerung hochradioaktiver Abfälle um lediglich 20 Jahre für Gorleben beantragen. Dort lagern 113 Castorbehälter, die Genehmigung des Zwischenlagers läuft im Jahr 2034 aus. Sukzessive folgen Ahaus, Lubmin und alle anderen Zwischenlager – insgesamt gibt es in Deutschland 16 Zwischenlager. Der Genehmigungsantrag für Gorleben wird deshalb als Blaupause für alle weiteren Atommülllager gesehen.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) hatte wiederholt darauf verwiesen, dass sich die Endlagersuche um Jahrzehnte verzögert. Es ist davon auszugehen, dass der hochradioaktive Müll weitere 100 Jahre oberirdisch gelagert werden muss.

Martin Donat, der BI-Vorsitzende kritisiert, dass mit dieser Festlegung die angestrebte Beteiligung der Zivilgesellschaft, die im Rahmen der Statuskonferenz am morgigen Tag (23. Juni) erst besprochen und ausgehandelt werden sollte, ad absurdum geführt wird.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: „Dass die BGZ den Neuantrag auf 20 Jahre befristet, hat nur auf den ersten Blick den Charme, dass damit eine häufigere Überprüfung der Sicherheit durch die Genehmigungsbehörde und unabhängige Sachverständige verbunden ist. Der notwendige Betrachtungshorizont von 100 Jahren Sicherheit wird schlicht unterlaufen, am Ende müssen die Behälter noch transportfähig sein. Hinter dieser kurzen Terminierung steckt aus unserer Sicht auch ein Weiter so mit dem jetzigen Gebäudebestand, der nicht gegen Einwirkungen Dritter – z.B. Drohnenattacken – ausgelegt ist. Erst recht nicht für weitere 100 Jahre.“

Die BI und die Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt werden morgen vor dem Konferenzort, dem Hauptsitz des BASE in der Wegelystr.8 in Berlin, ihren Protest sichtbar machen.

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

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