PRESSEMITTEILUNG

BGZ baut um, aber nur das Info-Haus – Fragen an den KENFO und Umweltstaatssekretär Flasbarth

Die Nachricht (EJZ vom 24.7.26), dass die Gorleben-Betreiberin BGZ die Alte Schule in Gorleben umfassend umbauen und sanieren will und als Mieterin dafür sämtliche Kosten tragen will, irritiere in mehrfacher Hinsicht, merkt die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) an.

Eigentümerin des Alten Schulhauses ist nämlich die Gemeinde Gorleben. Als Begründung führt die BGZ an, die Kernsanierung habe Anfang der 80er Jahre stattgefunden und nun müssten mit Blick auf den Antrag, die Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle in Gorleben um vorerst 20 Jahre zu verlängern, „umfassende Sanierung und Modernisierungen“ im Info-Haus stattfinden, ja sogar „Umbauten“.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: „Die gleiche staatliche Firma ist offensichtlich aber nicht bereit, an ihrem Wirkungsort, dem Zwischenlager, ähnliche Maßnahmen zu ergreifen. Baubeginn dort war Anfang 1982 – eine interessante Parallele.“

In einem Brief an den KENFO, den Fonds, aus dem u.a. alle Kosten für die Endlagersuche und die Zwischenlagerung des Atommülls bezahlt werden, sowie an Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth, der in dieser Eigenschaft zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der BGZ ist, heißt es seitens der Umweltinitiative: „Wie Sie wissen, fordern wir immer wieder „Umbauten“, also eine robuste Auslegung der Lagerhalle, um den stetig deutlicher werdenden Anforderungen an die Sicherung der Anlage gegen äußere Bedrohungen gerecht zu werden. Dass es der Gemeinde bzw. dem Bürgermeister gefällt, dass die BGZ das Haus der Gemeinde saniert, kann man nachvollziehen. Schon in den 80er Jahren hatte damals die BLG das Haus auf eigene Kosten kernsaniert und sich eingemietet: Zu der Zeit war die privatwirtschaftliche BLG an einer Akzeptanz der Gemeinde den atompolitischen Plänen gegenüber gelegen.“

Friederike Jung von der BGZ hatte laut Zeitungsbericht angemerkt, das Haus habe einen „sentimentalen Wert“ für die BGZ. Vom KENFO und von Jochen Flasbarth möchte die BI nun wissen, was sie von den BGZ-Planungen halten: „Was sagt dazu KENFO, der Fonds, aus dem die Endlagersuche, die Zwischenlagerung bezahlt wird? Lassen sich die geplanten knapp 2 Mio. € für die Zwischenlagerung nicht sinnvoller einsetzen?“

BI-Sprecher Ehmke: „Da kann ich mir eine persönliche Anmerkung nicht verkneifen, einen „sentimentalen Wert“ hat das Haus auch für mich. Mein Großvater Wilhelm Wrahse hat dort Jahrzehnte als Lehrer gewirkt.“

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

Update: KENFO verweist aufs BMU (10.8.26)

Sehr geehrter Herr Ehmke,

vielen Dank für Ihre Anfrage zu den geplanten Sanierungs- und Umbaumaßnahmen der BGZ an der Alten Schule in Gorleben.

Der KENFO hat die Aufgabe, die Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung des radioaktiven Abfalls langfristig sicherzustellen. Der KENFO erstattet dem Bund dafür jährlich auf Bescheid des Bundesumweltministeriums, das für die Aufsicht über die BGZ und die Kostenerhebung nach den atomrechtlichen Vorschriften zuständig ist, die notwendigen Kosten. Eine Beurteilung einzelner Projekte der für die kerntechnische Entsorgung zuständigen Behörden ist nicht Aufgabe des KENFO.

Mit den besten Grüßen

Finn Strickert

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Wolfgang Ehmke, Pressesprecher

Tel. 0170-5105606

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