BLOG

Schon mal mit dem Fahrrad ins Bermuda-Dreieck der Atomindustrie gefahren?

Wenn der Herbst noch schöne Radfahrtage schenkt, dann nutzt sie für eine Tour mit Haltung: durchs Bermuda-Dreieck der deutschen Atomwirtschaft. Nehmt Protestfahnen, Transparente und klare Botschaften mit – denn Gründe, laut zu werden, gibt es mehr als genug. Gemeint ist das Dreieck Ahaus–Gronau–Lingen im Emsland: drei Orte, in denen die nukleare Infrastruktur weiterläuft.

In Gronau betreibt Urenco die Urananreicherungsanlage – ein Schlüsselbetrieb der Atomindustrie. Hier wird Uran für Brennelemente angereichert. Besonders alarmierend: Im englischen Urenco-Werk Capenhurst soll hoch angereichertes Uran mit bis zu 20 % U235 hergestellt werden. Dieses sogenannte HALEU wird unter anderem für die umstrittenen SMR-Reaktoren gebraucht, die als angebliche Zukunftstechnologie verkauft werden. Tatsächlich wächst damit das Proliferationsrisiko: Die Schwelle zur Waffenfähigkeit rückt gefährlich nah.
In Gronau heißt es deshalb: sichtbar bleiben, widersprechen, Druck machen. Protestmärsche finden als Sonntagsspaziergänge an jedem ersten Sonntag im Monat statt.

weitere Infos hier

In Lingen (Ems) steht die ANF-Brennelementefabrik – und auch hier zeigt sich, wie löchrig der Atomausstieg ist. Künftig sollen dort Brennelemente für Reaktoren russischer Bauart gefertigt werden, wie sie in mehreren osteuropäischen Ländern noch laufen. Die Zusammenarbeit mit TVEL, einer Tochter des russischen Staatskonzerns Rosatom, ist politisch brandgefährlich. Trotzdem wurde sie im Juli 2026 auf Weisung des Bundesumweltministeriums bewilligt. Der BUND Niedersachsen klagt dagegen mit aufschiebender Wirkung. In Lingen braucht es weiter wache Öffentlichkeit, beharrlichen Protest und klare Solidarität mit den Mahnwachen vor Ort.

Und in Ahaus? Dort wartet das Zwischenlager – eine baugleiche, unsichere Halle wie in Gorleben. Genau dort sollen 152 zusätzliche Castoren mit Brennelementen aus dem Forschungsreaktor Jülich landen. Über Unsinn und Risiko dieser Transporte haben wir bereits berichtet. Aktuell (Stand 23.09.) ist der 19. Castor eingelagert; die Dauertransporte rollen weiter. Deshalb gilt: nicht wegsehen, sondern hinfahren. Am 17.10.2026 findet in Ahaus die nächste große „Castoralarm“-Demo statt. Auf ins Münsterland – der Protest gehört auf die Straße!

Mehr Hintergründe zum Bermuda-Dreieck gibt es in der kommenden Ausgabe der Gorleben-Rundschau.

dreieck

Rainer Behnecke

Rainer gehört dem BI Vorstand an.

Kontakt

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.
Rosenstr. 20, 29439 Lüchow
Tel. 05841-4684
FAX: 05841-3197
buero[ätt]bi-luechow-dannenberg.de

Öffnungszeiten

Montag-Mittwoch 10.00h - 15.00h
Donnerstag 12.00-18.00h
Freitag & Samstag geschlossen

Unser Spendenkonto

IBAN: DE 24 2585 0110 0044 0607 21
BIC-Nummer: NOLADE21UEL