PRESSEMITTEILUNG

Atomkraft – Reaktorbau nimmt leicht zu, Anteil an der Stromerzeugung weltweit sinkt

Einmal im Jahr wird Bilanz gezogen. Medial entsteht seit geraumer Zeit der Eindruck, als sei die Atomkraft weltweit längst wieder auf dem Vormarsch. Doch wo steht die Atomkraft weltweit wirklich? Nachlesbar ist das im aktuellen World Nuclear Industry Status Report.

Akribisch auf 596 Seiten wird aufgelistet, welchen Beitrag zur Stromerzeugung die Atomkraft tatsächlich leistet und wie es um den Zubau von Reaktoren steht. 412 Reaktoren sind demnach am Netz, drei mehr als im Jahr zuvor, allerdings nur weil japanische Reaktoren, die nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima vom Netz gegangen waren, wieder angefahren wurden.

2025 sank der Beitrag zur Stromerzeugung allerdings auf 8,8 Prozent, das ist der niedrigste Wert seit viereinhalb Jahrzehnten, 1996 lag der Wert bei 17,5 Prozent. 2025 wurden sieben Reaktoren stillgelegt und vier in Betrieb genommen. Allein der stetige Reaktorausbau in China verhindert eine schlechtere Bilanz.

In einem gesonderten Kapitel wird auf die medial gehypten SMR (Small Modul Reaktoren) geschaut. Es überrascht, dass bislang nur eine Designzertifizierung (NuScale in den USA) sowie ein aktives Bauprojekt (BWRX in Kanada) aufgelistet sind.

Bemerkenswert ist aus Sicht der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), dass die Regenerativen Energien weltweit die Atomstromerzeugung überflügelt haben.

„Natürlich sind diese Zahlen eine Momentaufnahme, denn vor allem in China wird weiter hinzugebaut“, kommentiert die BI das Zahlenwerk.

Insgesamt zeige sich ein gemischtes Gesamtbild. Zwar sei die Atomkraft weit entfernt von einer globalen “Renaissance” und verliere anteilig an Relevanz zur globalen Energieerzeugung. Jedoch lasse der überproportional starke Anstieg der regenerativen Energieerzeugung leicht übersehen, dass die Atomkraft an absoluten Zahlen noch weit davon entfernt ist, von der Bildfläche zu verschwinden.

Gerade Staaten mit nuklearem Militärinteresse versuchten alles, um ihre militärische Dominanz zu sichern und andere Staaten von sich abhängig zu machen. Ihre Macht nutzten sie ebenfalls dafür, die globalen Finanzströme unter dem Vorwand der Nachhaltigkeit in die Nuklearindustrie zu lenken, um die katastrophale Wirtschaftsbilanz der Atomkraft zu kaschieren.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: „Denn kein einziges globales Atomkraftwerk operiert profitabel, alle sind auf massive staatliche Subventionen angewiesen. Besorgniserregend ist zudem, dass die Reaktorflotte auf ein Durchschnittsalter von 33 Jahren kommt.“

Wolfgang Ehmke, BI-Pressesprecher, 0170 510 56 06

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Wolfgang Ehmke, Pressesprecher

Tel. 0170-5105606

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