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27. Juli 2026
Liebe Freundinnen und Freunde,
wir melden uns zurück aus der Sommerpause und starten mit einem kleinem Rückblick.
Erstmalig haben wir die Kulturelle Landpartie in Gedelitz verbracht und in diesem Zuge unser Informationsangebot zu den nahe gelegenen Atomanlagen deutlich erweitert. Wir sind sehr glücklich über die rege Teilnahme an unseren Vorträgen und bedanken uns herzlich bei allen Besucher*innen, helfenden Händen und natürlich dem Wunderpunkt von Gerhard Wiese für die herzliche Aufnahme in ihrem Kreise. Unsere Materialecke ist nach kurzer Sommerpause nun auch wieder mit allen Produkten erreichbar, schaut doch mal vorbei.
Vielen wird es aufgefallen sein, wir haben vor dem Sommer auch unsere Webseite überarbeitet. Nun erstrahlt sie im neuen Design und bietet vor allem eine bessere Übersichtlichkeit bei gleichbleibender tagesaktueller Berichterstattung.
Letztmalig wurde ein Castor-Transport aus der Wiederaufarbeitung im Ausland nach Deutschland zurückgeführt. Der Transport aus dem britischen Sellafield ins Standortzwischenlager des AKW Brokdorf erreichte am 17. Juni sein Ziel. Es ist das Ende einer Ära, die sich über Jahrzehnte zog und ein bedeutendes Kapitel der Anti Atom Proteste in dieser Republik beschreibt. Wir legen Euch den Castor-Ticker ans Herz, der auch diesen Transport beleuchtet und dokumentiert hat.
Auf der Seite Castor-Stoppen , auf der ihr auch den Ticker findet, werden zudem die laufenden Transporte von Jülich nach Ahaus dokumentiert. Ein Blick lohnt sich, um fortlaufend auf dem aktuellsten Stand zu sein.
Wie angekündigt stellte die BGZ den Antrag, die Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle in Gorleben über das Jahr 2034 hinaus um 20 Jahre zu verlängern, das Schreiben umfasst lediglich vier Seiten. Die Anfang August erscheinende Ausgabe der Gorleben Rundschau wird sich ausgiebig des Themas widmen und auch auf der kommenden Atommüllkonferenz wird der Antrag kritisch evaluiert werden. Neben unserer Pressemitteilung erfolgt nachstehend eine kleine Einordnung durch unser Vorstandsmitglied Rainer Behnecke.
Wird schon niX passieren – BGZ stellt Antrag auf 20 Jahre Verlängerung in Gorleben
Am 22. Juni 2026, also einen Tag vor der Statuskonferenz Zwischenlagerung in Berlin hat die BGZ die Katze aus dem Sack gelassen. Für das Zwischenlager Gorleben beantragt sie die 2034 auslaufende Genehmigung durch das BASE um 20 Jahre verlängern zu lassen. Ein gleichlautender Antrag wurde gleichzeitig für das Zwischenlager Ahaus angekündigt, dessen Genehmigung 2036 auslaufen wird.
Eingereicht wurde der Antrag schließlich am 29. Juni 2026 in all seiner Knappheit. Die BGZ hatte von allen Seiten positive Reaktionen auf die auf 20 Jahre begrenzte Verlängerung erwartet; die BI Lüchow-Dannenberg kritisiert jedoch, dass ein 20 Jahre „Weiter so“ der geänderten Sicherheitslage sowie dem Alterungsmanagement des Inventars in keiner Weise gerecht werden.
Als extra „Zuckerl“ lässt die BGZ in ihrem Antrag wissen, dass sie den Genehmigungsantrag auf die Einlagerung von 113 Castoren beschränken will – diese Beschränkung gilt jedoch seit jeher als politisch vereinbart. Gleichwohl will man die Anzahl der nutzbaren Stellplätze jedoch nicht einschränken.
Unterlegt wurde der Antrag mit einer neu veröffentlichten Hochglanzbroschüre, die die frühe Öffentlichkeitsbeteiligung belegen soll. Leider bestand die Beteiligung allerdings in erster Linie aus Informationsberieselung statt echter Beteiligung.
Nirgends geht die BGZ darauf ein wie sie den erhöhten Schutzzielen gerecht werden will. Nährboden erhielt diese Diskussion ausgerechnet durch die EWN die ebenfalls auf der Statuskonferenz in Berlin darlegte, dass sie eine Genehmigung für das neu zu errichtende Zwischenlager in Lubmin bis zur Fertigstellung des Endlagers beantragen wird und das Gebäude mit einer Wand- und Deckenstärke von 180 cm errichten will.
Diese Diskrepanz zeigt auf wie groß die Lücke zwischen den Gegebenheiten vor Ort in Gorleben und Ahaus im Vergleich zu den neu gebauten Zwischenlagern ist. Eine kritische Begleitung des Genehmigungsprozesses bleibt unerlässlich. |