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Newsletter September 2026
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23. September 2026
Liebe Freundinnen und Freunde,
eigentlich wollten wir mit diesem Newsletter auf eine besondere Veranstaltung hinweisen, die wir auch schon in der Gorleben Rundschau angekündigt haben. Leider haben sich die Dinge anders entwickelt als erhofft und so bleibt uns nur zu sagen: “Merkel kommt nicht.”
Wir haben dennoch ein straffes Programm mit vielen Veranstaltungen und treiben zeitgleich unsere Planungen für das Jubiläumsjahr 2027 voran.
Wir möchten mit diesem Newsletter Euren Blick auf die aktuellen Entwicklungen in unseren Arbeitsbereichen lenken und hoffen Euch ansprechende Angebote und nützliche Informationen unterbreiten zu können. |
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50 Jahre Gorleben - Logowettbewerb
Am 22. Februar 1977 wurde Gorleben als Standort für eine gigantische Atomfabrik benannt. Der Anti-Atom-Widerstand im Wendland feiert 2027 sein 50-jähriges Jubiläum. Dafür suchen wird ein Logo, das dieses fragwürdige Jubiläum auf den Punkt bringt.
Wie soll das neue Logo aussehen? Zentrales Element: die Wendlandsonne. Zentrale Farbe: das BI-Orange.Trotzdem sollte auch eine schwarz-weiß-Version möglich sein.
Also: Auf geht’s! Lasst Eure Phantasie von der Leine: skizziert, skribbelt, klebt oder computert. Wir erwarten Eure Ideen bis zum 10. Oktober.
Zu gewinnen gibt es übrigens nichts. Oder doch: Ruhm und Ehre und ein Stück sicherer Zukunft. Lohnt also.
Kontakt: kontakt@50-jahre-gorleben.de |
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Merkel kommt nicht!
Die Lesung am 30. November ist abgesagt. Die Mitteilung des Kiwi-Verlags – dort hat sie ihr Buch „Freiheit“, den Rückblick auf ihren politischen Werdegang, veröffentlicht - lautete: „Es hat sich im Vorfeld der Veranstaltung gezeigt, dass mit diesem Termin auf allen Seiten alte Wunden wieder aufgerissen wurden. Genau das möchte Frau Dr. Merkel aber vermeiden. Aus diesem Grund kann die Lesung nicht wie geplant stattfinden. Dennoch hat mich Frau Dr. Merkel ausdrücklich gebeten, Ihnen auszurichten, dass sie sich über die Einladung der Bürgerinitiative sehr gefreut hat.“
Ihre Zusage zur Lesung auf unsere Einladung hin sahen wir hingegen als einen wesentlichen Schritt, ‚alte Wunden‘ heilen zu lassen. Allein die Melange des Publikums hätte ein Zugehen aufeinander bedeutet. Ihr Kommen hätte so ein entscheidendes Puzzleteil werden können in der Aufarbeitung der bundesrepublikanischen Atom- und Atommüllgeschichte. Die Lesung wäre aus unserer Sicht auch ein geeigneter Start zu unserer Veranstaltungsreihe zu 50 Jahren Gorleben im nächsten Jahr gewesen.
Nun schauen wir nach vorn: am 22. Februar 2027 wird es 50 Jahre her sein, dass ihr Parteikollege Ernst Albrecht uns Gorleben eingebrockt hatte. Wir werden mit einer Reihe von Veranstaltungen auf diese Zeit zurückschauen und uns natürlich auf die aktuellen Aufgaben fokussieren. |
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BI bleibt wachsam - wir messen selbst
Die BGZ hat die Verlängerung des Zwischenlagers in Gorleben um 20 Jahre beantragt – die CASTOR-Behälter werden also wohl weitere 100 Jahre in der bestehenden Halle bleiben, ohne nennenswerte bauliche Veränderungen. Die Strahlenbelastung am Werkzaun liegt laut BGZ-Jahresbericht zwar mit 0,12 Millisievert pro Jahr deutlich unter dem genehmigten Grenzwert, doch Vertrauen ist gut – Wachsamkeit ist besser.
Zu diesem Zweck hat die BI ein aktuelles Gammaspektrometer der Firma Radiacode beschafft. Damit ist die Fachgruppe Radioaktivität mit aktueller Messtechnik in der Lage, die Strahlenbelastung in der Region zu kontrollieren, radioaktive Quellen zu orten und, besonders wertvoll, einzelne Nuklide (z. B. Kalium 40, Cäsium 137 oder Thorium 232) anhand ihres energetischen Fingerabdrucks zu identifizieren.
Die ersten Messungen fanden, mit dem Spektrometer am Bein, während des wöchentlich stattfindenden Sonntagsspaziergangs statt. Dieser führt uns an geradzahligen Wochen um das Bergwerg des ehemalig geplanten Endlagers, an ungeradzahligen Wochen um das Zwischenlager Gorleben selbst. Die dabei entstandenen Messspuren sind jederzeit öffentlich einsehbar und können im Detail weiter analysiert werden. Ergebnis wie erhofft: bis auf die natürliche Strahlenbelastung und deutliche Unterschiede zwischen Wiese und Asphalt sind keine Auffälligkeiten zu erkennen - das Gerät funktioniert. Aber seht gerne selbst unter https://map.radiaverse.com/users/Fachgruppe_R.
Die Fachgruppe plant weitere Messungen und sammelt Anregungen: rund um das Zwischenlager, an Orten von Interesse oder an Objekten, die ihr für „verdächtig" haltet. Sendet eure Ideen und Vorschläge gerne an: fachgruppe_radioaktivitaet@bi-luechow-dannenberg.de |
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Schon mal mit dem Fahrrad ins Bermuda-Dreieck der Atomindustrie gefahren?
Wenn der Herbst noch schöne Radfahrtage schenkt, dann nutzt sie für eine Tour mit Haltung: durchs Bermuda-Dreieck der deutschen Atomwirtschaft. Nehmt Protestfahnen, Transparente und klare Botschaften mit – denn Gründe, laut zu werden, gibt es mehr als genug. Gemeint ist das Dreieck Ahaus–Gronau–Lingen im Emsland: drei Orte, in denen die nukleare Infrastruktur weiterläuft.
In Gronau betreibt Urenco die Urananreicherungsanlage – ein Schlüsselbetrieb der Atomindustrie. Hier wird Uran für Brennelemente angereichert. Besonders alarmierend: Im englischen Urenco-Werk Capenhurst soll hoch angereichertes Uran mit bis zu 20 % U235 hergestellt werden. Dieses sogenannte HALEU wird unter anderem für die umstrittenen SMR-Reaktoren gebraucht, die als angebliche Zukunftstechnologie verkauft werden. Tatsächlich wächst damit das Proliferationsrisiko: Die Schwelle zur Waffenfähigkeit rückt gefährlich nah. In Gronau heißt es deshalb: sichtbar bleiben, widersprechen, Druck machen. Protestmärsche finden als Sonntagsspaziergänge an jedem ersten Sonntag im Monat statt.
In Lingen (Ems) steht die ANF-Brennelementefabrik – und auch hier zeigt sich, wie löchrig der Atomausstieg ist. Künftig sollen dort Brennelemente für Reaktoren russischer Bauart gefertigt werden, wie sie in mehreren osteuropäischen Ländern noch laufen. Die Zusammenarbeit mit TVEL, einer Tochter des russischen Staatskonzerns Rosatom, ist politisch brandgefährlich. Trotzdem wurde sie im Juli 2026 auf Weisung des Bundesumweltministeriums bewilligt. Der BUND Niedersachsen klagt dagegen mit aufschiebender Wirkung. In Lingen braucht es weiter wache Öffentlichkeit, beharrlichen Protest und klare Solidarität mit den Mahnwachen vor Ort.
Und in Ahaus? Dort wartet das Zwischenlager – eine baugleiche, unsichere Halle wie in Gorleben. Genau dort sollen 152 zusätzliche Castoren mit Brennelementen aus dem Forschungsreaktor Jülich landen. Über Unsinn und Risiko dieser Transporte haben wir bereits berichtet. Aktuell (Stand 23.09.) ist der 19. Castor eingelagert; die Dauertransporte rollen weiter. Deshalb gilt: nicht wegsehen, sondern hinfahren. Am 17.10.2026 findet in Ahaus die nächste große „Castoralarm“-Demo statt. Auf ins Münsterland – der Protest gehört auf die Straße! Mehr Hintergründe zum Bermuda-Dreieck gibt es in der kommenden Ausgabe der Gorleben-Rundschau. |
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Endlagersuche - bleibt das Wendland im Rennen?
Diesen Tag sollte man sich vormerken: am 27. Oktober wird die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ihren nächsten Arbeitsstand veröffentlichen. Es ist davon auszugehen, dass die Tongebiete in Norddeutschland bewertet werden. Das Wendland ist gleich von vier Tongebieten berührt. Die BGE wird auf ihrem Navigator ihre Untersuchungsergebnisse einstellen und mit einer Farbgebung die Gebiete, die dann “hot” sind, also weiter im Rennen sind, ausweisen. Es ist also spannend! Müssen wir uns selbst massiv einbringen oder wird man “nur” unsere Expertise anfragen, wie das bereits jetzt wiederholt geschieht?
Am 13./14. November findet dann das 5. Endlagerforum in Erfurt statt - ein Platz für Infos und Austausch zu einer breiteren Themenpalette der Atommüllproblematik und Endlagersuche. Werden die Standortregionen benannt, geht es zack zack mit der Einrichtung der Regionalkonferenzen, da braucht es Vorlauf, Austausch, Absprachen und wissenschaftlichen sowie rechtlichen Beistand.
Vorgeschaltet sind die “digitalen Forumstage, sie gehen u.a. auf unsere Anregungen zurück:
Mittwoch 7.10.: Neue Abfälle – neue Endlagerfragen?
Was, wenn sich in Deutschland doch die SMR-Technologie durchsetzt? Die Veranstaltung möchte dieses Spannungsverhältnis näher beleuchten: Welche Rolle übernimmt Deutschland im Hinblick auf Sicherheits- und Entsorgungsfragen, aber auch auf Forschung, Entwicklung und potenzielle Implementierung neuer Technologien und welche Rolle spielen Entsorgungsfragen in solchen Forschungsagenden?
Donnerstag 8.10.: Langzeitdokumentation
Nachfolgenden Generationen muss das Wissen um die Gefahren der Atomkraft und des Atommülls erhalten bleiben. Das BASE (Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung) hat dazu den entsprechenden gesetzlichen Auftrag.
Aber reichen die Forschungsansätze zu beständigem Papier und welche gewichtige Rolle könnte das nuklear kulturelle Erbe für diese Dokumentationszwecke und Erzählungen haben? By the way: In einem Forschungsprojekt des BASE wurde das Gelände rund um die Beluga in Gorleben dafür ausgemacht. Wolfgang Ehmke wird in einem kurzen Slot im Rahmen dieser Veranstaltung Defizite aufzeigen und Anregungen teilen.
Diese Veranstaltungen werden aufgezeichnet und anschließend im Internet veröffentlicht. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Einwahldaten und weiterführende Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen findet/finden Sie hier. |
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Auf dem Weg nach Antalya - UN-Klimakonferenz 2026 (COP31)
Am 9. November 2026 startet die Weltklimakonferenz in Antalya (Türkei). Mit Günter Hermeyer werden wir im Rahmen des Bündnis “Don´t nuke the climate” wieder einen ausgewiesenen Kenner internationaler Zusammenhänge vor Ort haben.
Das Bündnis sieht sich für die Konferenz gut aufgestellt und hat wie in den vergangenen Jahren “Side Events” im Umfeld der Konferenz angemeldet.
Zudem planen türkische Aktivist:innen einen “Peoples Climate Summit”, an dem dann auch die interessierte Bevölkerung teilnehmen könnte. Günter Hermeyer hat engen Kontakt zur Planungsgruppe und bemüht sich das Thema Atom innerhalb der Veranstaltung gebührend zu platzieren. Unklar ist zu diesem Zeitpunkt leider, wie die türkische Regierung auf den Vorstoß der Zivilgesellschaft reagieren wird.
Weit im Vorfeld dieser Klimakonferenz gab es Spannungen zwischen Australien und der Türkei, da beide auf ihre Bewerbung zur Austragung pochten, allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen. Aufgrund der Regularien käme bei Uneinigkeit Bonn als Austragunsort ins Spiel. Dies wollte allerdings Deutschland aus organisatorischen Gründen unbedingt vermeiden. Es entstand ein diplomatischer Kompromiss, der die Türkei als Gastgeber und Ausrichter vorsieht, während Australien die Verhandlungsführung zugeschrieben wurde. Beide Staaten sind damit offiziell mit der Präsidentschaft betraut. |
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Kultur braucht Knete - unterstützt den Kulturverein Platenlaase!
Der Kulturverein Platenlaase gehört zum Wendland und zum Widerstand. Damit meinen wir nicht nur den Widerstand gegen monströse Formen der Energiegewinnung sondern auch Widerstand gegen soziale Ungleichheit, Diskriminierung, Umweltzerstörung, Gewalt, Neoliberalismus sowie gegen die Enge von Gedanken, Zeiten und Räumen. Unverzichtbar, doch finanziell wird es dort eng: Der Verein braucht ganz konkret 300 Fördermitglieder, die jeweils zehn Euro im Monat spenden…
Infos dazu hier: https://www.platenlaase.de/spenden-foerdern/ |
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Sa. 10.10.26 - Atommüllkonferenz in Göttingen
Auf der 29. Atommüllkonferenz wird es fünf kurze Fachvorträge zu den Brennpunkten Lingen, Schacht KONRAD, sowie den Castortransporten von Jülich nach Ahaus geben. Inhaltliche Schwerpunkte bilden die Konsequenzen der verlängerten Zwischenlagerung, für die Standortsuche für das Atommülllager für hochradioaktive Abfälle und das Freimessen von radioaktiven Abfällen. Wir besprechen die Planungen für das Frühjahr 2027.
In den Arbeitsgruppen werden wir uns mit Zwischenlagerung (AG1), der Standortsuche (AG2), dem Freimessen von radioaktiven Abfällen (AG 3) und ggf. mit den Castortransporten Jülich Ahaus(AG4) beschäftigen.
Hier gehts zum Programm und zur Anmeldung.
Sa. 17.10.26 - Demo in Ahaus
Immer wieder Dienstags und Mittwochs rollen Atommülltransporte durch NRW - mittlerweile sind 19 von 152 Behältern von Jülich nach Ahaus gebracht worden. Diese sinnlose Atommüllverschiebung ohne langfristige Perspektive und die Endloslagerung in Ahaus bei völlig veralteten Sicherheitsstandards sind Anlass, am 17. Oktober mit einer großen Protest-Aktion in Ahaus endlich eine verantwortungsvolle Atommüll-Politik einzufordern. Schweigen, Aussitzen und Hoffen sind keine atompolitische Option!
Es wird in Ahaus eine Fahrrad-Demo, Motorrad-Korso, Demo zu Fuß, Kundgebungen mit Live-Musik von „CaoTina“ sowie Kuchen, Gegrilltem und Getränke geben.
Details zum Ablauf und den Aufruf findet ihr hier
Fr. 20.11.26 - Atommüllreport-Fachtagung: “Kleine Reaktoren, große Fragen.”
Die EU setzt auf Small Modular Reactors (SMR) – doch was steckt hinter dem aktuellen Hype um die kleinen Reaktoren? Anlässlich der im März 2026 veröffentlichten SMR-Strategie der Europäischen Union nimmt die diesjährige Fachtagung des Atommüllreports die Versprechen rund um SMR unter die Lupe: Wie realistisch sind die Pläne, welche Interessen und Akteure treiben sie voran – und wer könnte davon profitieren? Und was würde es bedeuten, wenn die Pläne für SMR tatsächlich Realität werden? Die Fachtagung richtet den Blick auf die Folgen für Atommüll, Sicherheit, Zwischen- und Endlagerung, Energiewende und Energiesouveränität.
Hier gehts zum Programm und zur Anmeldung. |
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Wir wünschen Euch einen schönen Herbst und melden uns alsbald mit neuen Erkenntnissen und Veranstaltungen.
Sonnige Grüße,
eure Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannnenberg e.V. |
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