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28. März 2026
Liebe Freundinnen und Freunde,
der Frühling ist da und wir blicken voller Energie auf die Ereignisse, die da vor uns liegen. Leider hat das Frühlingserwachen auch Dinge in Bewegung gebracht, von denen wir uns eher Stillstand erhofft hatten, im wahrsten Sinne des Wortes.
Wir berichteten fortlaufend über die sich zuspitzende Dynamik in Ahaus, Brokdorf und Bure (F) und gleich an allen drei "Brennpunkten" gibt es ernüchternde Entwicklungen, von denen wir in diesem Newsletter berichten.
Zu den Entwicklungen im Verein berichtete jüngst der Vorstand im Rahmen der jährlichen Mitgliederversammlung. Diese sind weder ernüchternd, noch von Stillstand geprägt. Mit acht Mitgliedern im Vorstand ist der Verein für die kommenden Aufgaben gut aufgestellt und macht sich auf den Weg zum großen fünfzigjährigen Jubiläum im kommenden Jahr.
Bei den Terminen kehren wir dann zu den weiteren Brennpunkten zurück blicken auf einige Veranstaltungen rund um den Tschernobyl-Jahrestag. Dem vorgeschaltet sind traditionell die Ostermärsche und da verweisen wir auf unsere regional nächst gelegenen Aktionen in Stendal und Unterlüß. |
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Castortransporte nach Ahaus – der Irrsinn auf Straßen
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Nun rollen sie also wieder. Der erste von insgesamt 152 Castoren trat am 24.03.2026 um kurz nach 22 Uhr seine sinnlose 170 km lange Reise von Jülich nach Ahaus an. Dort kam der 130 Tonnen schwere Transport um rund 2 Uhr in der Nacht ohne größere Störungen an. Der längste, der teuerste und der überflüssigste Transport in ein Zwischenlager, das baugleich mit dem Zwischenlager in Gorleben ist, hat begonnen. Das dortige Zwischenlager mit lediglich 20 cm Deckenstärke ist noch bis 2036 genehmigt, somit wird auch dort in absehbarer Zeit eine Neugenehmigung wie in Gorleben erforderlich sein. Stattdessen hätte in Jülich ein robustes Lager errichtet werden müssen.
Lest hier den ganzen Beitrag von unserem neuen Vorstandsmitglied Rainer Behnecke. |
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Castortransport nach Brokdorf genehmigt
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Anfang März erreichten unser Büro Fotoaufnahmen und Schilderungen von vermeintlichen Castortransporten im Raum Gorleben. Transportiert wurde jedoch kein Atommüll, sondern Transporthauben, wie sie üblicherweise bei Straßentransporten eingesetzt werden.
Danke für die vielen Beobachtungen und Rückmeldungen an dieser Stelle, auf deren Basis wir weitere Nachforschungen anstellen konnten. So können wir zu diesem Zeitpunkt gesichert sagen, dass sich mindestens drei Transporthauben auf den Weg in den Norden gemacht haben. Die Spuren verlieren sich in Lüneburg.
Jüngst wurde der anstehende Transport aus dem britischen Sellafield ins AKW Brokdorf von offizieller Seite genehmigt. Es ist also damit zu rechnen, dass auch hier der Transporttermin immer näher rückt. Ob die Hauben aus Gorleben für den Castor-Straßentransport verwendet werden sollen - oder ob die Hauben in den Schrott gingen, das ist momentan unklar.
Bleibt hier auf dem Laufenden. |
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La Gare steht Andra im Weg - Räumung des Bahnhofs gerichtlich angeordnet
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Ein kleiner Bahnhof steht den Plänen zur Realsierung des französischen Endlagerprojekts in Bure im Wege.
Atomkraftgegnern gelang vor vielen Jahren der Coup den kleinen Bahnhof zu kaufen. Seitdem entwickelte sich das kleine Flecken Erde zu einem Ort des Widerstands gegen die französische Atompolitik und das dort geplante Endlager.
Erst durch ein Enteignungsverfahren wurden die Eigentumsverhältvernisse durch den französischen Staat neu geregelt. Die Aktivist*innen vor Ort stellen sich den Vorhaben jedoch weiterhin entgegen und haben den Bahnhof nicht geräumt.
Vor wenigen Tagen entschied nun ein Gericht, dass der Bahnhof durch den Einsatz der Polizei geräumt werden soll. Die Menschen vor Ort wollen ausharren und bitten um Unterstützung durch möglichst viele Anwesende. |
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„Ausgerechnet von der Leyen“
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Zum Auftakt des Atomenergie-Gipfels hat die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) die Abkehr von der Atomkraft in Europa als einen „strategischen Fehler“ bezeichnet. Private Geldgeber, die in die Atomkraft investieren, sollten ihr Risiko abgesichert bekommen, und zwar in Höhe von 200 Mio. Euro.
Ausgerechnet von der Leyen, so als hätte sie nie von ihrem Vater gehört, was er mit der Benennung Gorlebens als Standort für ein Nukleares Entsorgungszentrum (NEZ) vor nunmehr 49 Jahren am 22. Februar 1977 angerichtet hatte. Der niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU), ihr Vater, hatte unter dem Eindruck der Massenproteste bereits zwei Jahre später einen Rückzieher gemacht, das Kernstück des NEZ, eine Wiederaufarbeitungsanlage, sei „technisch zwar machbar, politisch aber nicht durchsetzbar“ konstatierte er. Zugleich hielt er an den Plänen zum Bau eines Endlagers im Salzstock Gorleben-Rambow fest, die nukleare Entsorgung sei vordringlich, schrieb er dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD). Zumindest das ist Geschichte. |
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Neue Daten zur Endlagersuche kommen erst im Herbst – BI: „Das Warten geht weiter“ – Kritik an der geplanten Novelle des Standortauswahlgesetzes
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Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) verschiebt einen weiteren Zeitplan: Den nächsten Zwischenstand bei der Suche nach geeigneten Endlagerstandorten will sie nun erst am 27. Oktober 2026 vorlegen – statt wie geplant am 24. Juni. Damit häufen sich die Verzögerungen: Erst kürzlich musste die BGE einräumen, dass auch der Rückholplan für den Atommüll im havarierten Lager Asse II nicht haltbar ist. |
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40 Jahre Tschernobyl – „Tanz den SuperGAU“ – Lesung und Information
Wieder so ein Jahrestag, ein ganz schrecklicher – am 26. April 1986 kam es zur Katastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl. Das ist mittlerweile 40 Jahre her. Die Ä(E)lter(e)n werden sich gut erinnern. Der SuperGAU war einer dieser Unglücksfälle, die zu einem Umsteuern in der Atompolitik führten. Nach dem Tsunami in Japan und der nächsten Katastrophe in Fukushima vor 15 Jahren war es dann aus mit der Atomkraft.
Schon lange Jahre vor dem 26. April 1986 hatte sich Wolfgang Ehmke in der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg engagiert. Der GAU in Tschernobyl inspirierte ihn zu seinem Buch „Tanz den Super-GAU“.
Das liest sich gut und flott. Wer 1986 schon alt genug war, wird die Umstände wiedererkennen. Wer heute alt und aufmerksam genug ist, wird einige Vorgehensweisen wiedererkennen. Doch trotz des Atomausstiegs im April 2023 versiegt die Debatte um die Atomkraft im Lande nicht. Weltweit sowie so nicht… Es geht nur noch um die KI, den Energiehunger, niedrige Strompreise – nicht um die Risiken der Atomkraft und den Müll.
Jürgen Kramer / Radio ZuSa
Doris Krohn und Wolfgang Ehmke lesen aus seiner Groteske „Tanz den SuperGAU“, Dr. Elke Schrage informiert über das, was heute im Krieg rund um Tschernobyl und Saporischschja in der Ukraine geschieht.
Donnerstag, 16. April 2026 um 16 Uhr im K. (Punkt) Kulturladen, Lange Str. 49 in Lüchow
Wer kann, bringt einen Klappstuhl mit, die Hutkasse für den kleinen Laden geht rum. |
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Kazaguruma Demo - zum 15. Jahrestag von Fukushima und zum 40. Jahrestag von Tschernobyl
Vor 40 Jahren, am 26. April 1986 explodierte Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine. Die durch die Explosion freigesetzten radionuklide erreichten auch Deutschland, und noch immer werden hohe Cäsium-137-Werte in Pilzen und Wildtieren aus Süddeutschland nachgewiesen. 25 Jahre später, 2011, ereignete sich die Atomkatastrophe von Fukushima. Es kam in drei Reaktoren zu Kernschmelzen, und durch die Wasserstoffexplosionen wurden große Mengen an radioaktivem Material freigesetzt. In der Region sind Luft, Wasser und Boden noch immer hoch kontaminiert.
Sayonara Nukes Berlin und viele weitere Initiativen rufen zur Demo in Berlin auf.
Samstag, 18. April 2026 ab 12:00 Uhr Treffpunkt: Brandenburger Tor (Pariser Platz) |
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Wendland = Windland? Ausbau ohne Maß?
Im Landkreis sind derzeit umfangreiche neue Windkraftflächen geplant – in einer Größenordnung, die viele Fragen aufwirft. Was bedeutet dieser Ausbau konkret für Natur, Landschaft und die betroffenen Gemeinden? Wie viel Windkraft verträgt das Wendland – und gibt es Alternativen zum immer weiteren Flächenverbrauch? Auf der BI Mitgliederversammlung stellten Leo Agthe und Matthias Kritz aus dem Raum Zernien der die aktuellen Planungen und deren Auswirkungen vor.
Seit der Standortbenennung Gorlebens 1977 hat sich die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg für den Ausbau der Regenerativen als Alternative zur Atomkraft eingesetzt. Die Windanlagen auf dem Jeetzler Berg bei Lüchow stehen für dieses Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, die sich in einer Energiegenossenschaft zusammengeschlossen haben. Dort geht man einen anderen Weg: nicht in die Fläche, nicht in die Wälder, dort steht das Repowering an – also die Modernisierung bestehender Standorte als mögliche Alternative zum Neubau in bislang unberührten Räumen.
Wir laden alle Interessierten ein, sich zu informieren, mitzudiskutieren und verschiedene Perspektiven kennenzulernen.
Moderation Wolfgang Ehmke (BI Umweltschutz), Input Matthias Kritz, Leo Agthe (BI Windkraft Zernien), Bericht Dieter Schaarschmidt (Wendland-Wind)
Montag, den 20. April 2026, 18 Uhr Ostbahnhof Dannenberg |
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e-Ventschau Spezial - Doku-Film "Die Nuklearfalle"
Der Verein lädt zu einer Veranstaltung, die um die arte-Dokumentation „Die Nuklearfalle. Putins Deals mit dem Westen“ kreist. 90 Minuten lang geht es um Rosatom, den russischen Atom-Staatskonzern. Der Film ist das Ergebnis einer 3-jährigen Recherche, die belegt wie der russische Präsident Putin die Welt von seinen Atomprodukten abhängig macht. Den Anstoss zur Recherche gab ein Gespräch mit dem russischen Umweltaktivisten und Träger des alternativen Nobelpreises Vladimir Slyviak, der seit Jahren gegen die Machenschaften von Rosatom kämpft und einer der Hauptprotagonisten im Film ist.
In Ventschau werden Teile des Films gezeigt werden und Gäste aus dem Team der Produzentinnen mit den Besucherinnen in die Diskussion gehen.
Gemäß des Konzepts des e-Ventschau Benefiz-Open Airs, wird auch einen Ausgleich zur inhaltlich schweren Kost geboten. Die junge Lüneburger Band Basilkatz spielt zu ihrem Namen passende Musik: mal tanzbar und groovig, mal verträumt und nachdenklich, aber in jedem Fall abwechslungsreich. Ergänzt wird das Programm durch ein Kuchenbuffet und Getränke.
Am Sonntag, den 26. April öffnen sich ab 15.30 Uhr auf dem Hof Thiele ( Am Bruch 1) in Ventschau die Tore. |
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40 Jahre Tschernobyl - Filmveranstaltung: "Die Wolke"
Ein Störfall in einem Atomkraftwerk südöstlich von Würzburg erschüttert das Land. Eine riesige radioaktive Wolke tritt aus und treibt auf den kleinen Ort Schlitz zu, nicht weit von Bad Hersfeld gelegen. Alle, die in unmittelbarer Nähe des AKW leben, sind sofort verstrahlt, in kurzer Zeit sind 38 000 Menschen tot. Alle etwas weiter entfernt lebenden Menschen versuchen zu fliehen. Auch Hannah, ein 16 jähriges Mädchen, und ihre große Liebe Elmar, ein Klassenkamerad, bemühen sich in dem Chaos einer sich auflösenden Ordnung, dem schrecklichen Schicksal zu entkommen. Der Film nach dem Roman von Gudrun Pausewang.
Dieter Schaarschmidt moderiert den Nachmittag und wird erläutern, welchen Bezug Gudrun Pausewang zum Wendland hat.
Sonntag, den 26.04.26 - 16.00h Kinosaal Kulturverein Platenlaase - Eintritt gegen Spende |
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Wir wünschen Euch eine gute Zeit, passt aufeinander auf und wir freuen uns auf ein Wiedersehen bei den zahlreichen Terminen.
Sonnige Grüße,
Torben Klages für die Bürgeriniative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. |
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