PRESSEMITTEILUNG
Hüttenprotest in Gorleben – Pfefferspray-Einsatz der Polizei
Weit über 300 Menschen protestieren in Gorleben gegen die Ankündigung des Bundesumweltministers Norbert Röttgen (CDU), in Gorleben die untertägigen Bauarbeiten wieder aufnehmen zu wollen. Mitglieder der Bäuerlichen Notgemeinschaft errichteten eine Hütte auf dem Gelände der Salinas GmbH, sie sind mit rund 60 Schleppern in Gorleben aufgefahren. Die Salinas GmbH will in Gorleben Salz abbauen und steht mit ihrem Geschäftsinteresse diametral gegen die Endlagerpläne.
Die Polizei reagierte mit einem Pfeffersprayeinsatz gegen die Demonstranten, zur Personalienfeststellung gab es Festnahmen. Es kursieren unter den Demonstranten Räumungsgerüchte.
Dass deutlich mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum sonntäglichen demonstrativen Rundgang erscheinen würden, hatte der Veranstalter, die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), erwartet: „Die Zeichen stehen im Wendland auf Sturm. Die Ankündigung von Schwarz-Gelb, alternativlos auf Gorleben als Atommüllendlager für hochradioaktive Abfälle zu setzen, empfinden viele Menschen im Wendland als offene Provokation.“ Der Bau von Hütten und Hüttendörfern greift eine alte Tradition der Anti-AKW-Bewegung auf. Mit dieser Widerstandsform wurde über Wyhl bis Gorleben gegen den Baubeginn von Atomanlagen protestiert. Am 4. Juni jährt sich die Räumung und der Abriss des spektakulärsten Widerstandsdorfes, der „Freien Republik Wendland“ zum 30. Mal. Die BI hat die Umzingelung des Schwarzbaus Gorleben für jenes Wochenende angekündigt: „Wir geben keine Ruhe mehr, wenn Gorleben trotz der Sicherheitsbedenken mit Tricksereien weiter als Endlager ausgebaut wird.“
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