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Das war ein richtig großes, richtig rauschendes Fest an den Atomanlagen Gorleben: mehr als 10.000 Menschen haben gestern das Endlager-Aus in Gorleben und den Atomausstieg gefeiert.

Nach KETTCAR, MAL ELÉVÉ und zahlreichen anderen Bands auf drei großen Bühnen war die Überraschung und das musikalisches Highlight am Abend der Auftritt der wendländischen Band MADSEN. "Du schreibst Geschichte" sangen Tausende Menschen gemeinsam mit den Jungs, die hier zuhause sind - und sich selbst Jahrzehnte am Protest gegen das Endlager beteiligt haben.

"Hunderttausende Atomkraftgegner*innen haben über Jahrzehnte Geschichte geschrieben und am Ende gemeinsam gewonnen. Unser hartnäckiger und vielseitiger Protest hat nicht nur viele Dutzend AKW, die geplanten Wiederaufarbeitungsanlagen und ein Atommüll-Lager im maroden Salzstock Gorleben verhindert. Wir haben alle gemeinsam auch das Abschalten der AKW in Deutschland erzwungen", resümierte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke – die letzten drei von einst 36 werden Ende des Jahres vom Netz gehen.

Zugleich war es die Anti-Atom-Bewegung, die den weltweiten Siegeszug der erneuerbaren Energien mit losgetreten und erst möglich gemacht hat.

"Ab morgen kümmern wir uns dann wieder um die zahlreichen verbliebenen Atom-Probleme, vor allem um den Atommüll, die Endlagersuche und die Zwischenlagerung." Nicht zuletzt deshalb führte die Demo auch direkt vor die Tore der beiden Zwischenlager in Gorleben.

Die einzige Wolke an dem herrlichen Tag: Nur am Rande schafften es die wenigen Helfer:innen der selbstorganisierten Widerstandspartie, auch noch mit den Sammelbüxen über den Platz zu laufen.

Spenden wären deshalb prima an:
BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg
DE 24 2585 0110 0044 0607 21
Stichwort "Widerstandspartie"

Danke !!!

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Andenken-Shirts

Für die letzte Kulturelle Widerstandspartie haben wir noch einmal ein T-Shirt mit dem Wappen der „Republik Freies Wendland" aufgelegt. Sichert euch das Andenken, denn es ist nicht wahrscheinlich, dass wir das Motiv noch einmal auflegen. - mehr hier

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Walfang am Beluga-Dreieck!

Zu einem Spektakel der besonderen Art wird es am kommenden Samstag (2. Juli, 19.00 Uhr) kommen: Rund um die Beluga in Gorleben werden die Schauspieler:innen der Freien Bühne Wendland auf Walfang gehen. - Infos hier

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e-ventschau 2022

Nach 2 Jahren ohne e-Ventschau wird das Festival für die Kinder von Tschernobyl & Fukushima am 19. & 20. August 2022 stattfinden. Geplant ist wieder eine bunte Mischung aus Musik, Vorträgen und Ausstellungen. Alle Infos: https://e-ventschau.de

fahne atomkraft nein danke

Atomkraft – auch ein finanzielles Abenteuer

"Wer für eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke plädiert, öffnet auch wieder die Büchse der Pandora. Nicht nur finanziell. In jeder Hinsicht!", warnt BI-Sprecher Wolfgang Ehmke in der heutigen Pressemitteilung.

Unter Tage im Erkundungsbergwerk in Gorleben

Ort: Gorleben
Copyright: Andreas Conradt
Quelle: PubliXviewinG

Rückbau in Gorleben nun offiziell

Das Bundesministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz hat heute (14.6.) den offiziellen Startschuss zur Schließung des Bergwerks Gorleben gegeben. Der Salzstock Gorleben-Rambow war am 28. September 2020 bei der Endlagersuche im ersten Vergleichsschritt herausgefallen. Das Ministerium habe nun der BGE „den konkreten Auftrag zur Schließung und Verfüllung der Schachtanlage Gorleben“ erteilt, heißt es in der Erklärung des BMUV. (mehr …)

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Anti-Atom-Radtour

Erfolge feiern und bleibende Probleme benennen, ist das Ziel der großen Anti-Atom-Radtour im Ausstiegsjahr 2022, zu der auch die BI herzlich einlädt. Die Nordtour wird in Gorleben enden. Fährst du mit? Eine Etappe, mehrere Strecken? Dann melde Dich jetzt an! - Infos hier bei .ausgestrahlt

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PRESSEMITTEILUNGEN

Endlagersuche: Klarheit beim Abschichten in Sicht

27. Juni 2022

Die Bühne für eine kleine Sensation stand in einem Zelt auf dem Sportplatz in Groß Pankow. Dort diskutierten Dagmar Dehmer, die Kommunikationschefin der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), und Wolfgang Ehmke, Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), am Samstagnachmittag (25. Juni) über die nächsten Schritte bei der Endlagersuche.

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Atomkraft – auch ein finanzielles Abenteuer

23. Juni 2022

Die Debatte um die weitere Nutzung der Atomkraft reißt nicht ab. Dass selbst der BDI-Präsident Siegfried Russwurm jüngst eine erneute Debatte um die Atomkraft ablehnt, überrascht die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg nicht.

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Schacht KONRAD: Scharfe Kritik an Verweigerungshaltung der Bundesumweltministerin

21. Juni 2022

Das Bündnis Salzgitter gegen Schacht KONRAD bestehend aus der Stadt Salzgitter, der IG Metall Salzgitter-Peine, dem Landvolk Braunschweiger Land, der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD sowie den Niedersächsischen Landesverbänden der Umweltverbände BUND und NABU haben die neue Bundesumweltministerin Steffi Lemke eingeladen, um über die vorhandene Kritik am Projekt KONRAD und über die Möglichkeiten eines vergleichenden Standortauswahlverfahrens auch…

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TERMINE & AKTIONEN

So. 3.07.2022
13 Uhr
Gorleben, Atomanlagen
Salinas-Gelände
Sonntagsspaziergang
So. 3.07.2022
14 Uhr
Gorleben, Atomanlagen
an den Kreuzen
Gorlebener Gebet
ökumenische Veranstaltung
Mo. 4.07.2022
18 Uhr
Dannenberg
Marktplatz
Fukushima Mahnwache
Sa. 9.07.2022
Start Nordtour AtomausstiegVon Tihange nach Gorleben
21 Tagesetappen über etwa 1.210 km

GORLEBEN RUNDSCHAU

Mit dem Werk Wolfgang Borcherts versuchte meine Mutter schon sehr früh, mir das Kriegstrauma meines Vaters nahe zu bringen und damit auch ihr eigenes, das eingebrannte Trauma einer ganzen Trümmergeneration. „Sag Nein!“ wurde zum Credo in dem klaren Bewusstsein, dem Volk der Täter zu entstammen, das über die unfassbare Shoa und den Porajmos, über Euthanasie und Rassenwahn hinaus auch millionenfachen Tod in seinen verbrecherischen Angriffskriegen über die Völker der Welt gebracht und die Städte Europas in Schutt und Asche gelegt hatte.

Es zerreißt das Herz, mitten im 21. Jahrhundert Millionen Alte, Frauen und Kinder auf der Flucht erleben und die Logik ertragen zu müssen, nach welcher Männer zurück an die Front geschickt werden. Es zerreißt die Seele, ein Menschenleben nach der Apokalypse des zweiten Weltkrieges wieder Städte inmitten Europas in Trümmer fallen zu sehen. Und es zerreißt mein Hirn, dass nach 77 Jahren wieder Waffen in genau jene Region gesandt werden, in der mein jugendlicher Vater erstmals in das Grauen des nationalsozialistischen Krieges gezwungen wurde. Eine Mahnung auf ewige Zeiten, hatten wir gedacht. Aber ich gestehe, dass ich einen verbrecherischen, totalitären Aggressor von anderswo nicht in letzter Konsequenz mitgedacht hatte. In den Tiefen meiner Erinnerung erklingt Churchills Rede „Blood, Sweat, Tears“.

Natürlich war es richtig gewesen, nach dem Ende des kalten Krieges die Annäherung an Russland im fairen Handel zu suchen. Aber ebenso ist es nun angesichts der brutalen Fakten geboten, die in diesen Jahren entstandene Abhängigkeit sofort zu beenden. Unerträglich dabei unser Kriegs-Merkantilismus, auch nur einen Tag weiter die Waffen der anderen Seite zu finanzieren, während wir sie der einen liefern. Selbstverständlich müssen jetzt die schweren Versäumnisse der Ära-Merkel aufgeholt und unverzüglich der Ausbau der Erneuerbaren vorangetrieben werden. Aber das wirkliche Potenzial, welches sich darüber hinaus auch noch schnell realisieren ließe, liegt ohne Zweifel in der Energieeinsparung. Sollte es uns gelingen, den russischen Anteil an unserem Energieverbrauch von ungefähr einem Drittel sofort einzusparen, hätten wir nicht nur den Menschen in der Ukraine geholfen, sondern uns auch schlagartig unseren Klimazielen angenähert und damit auch zukünftigen Versorgungskriegen vorgebeugt. Dass derart große Einsparungen gar nicht so unrealistisch sind, zeigt beispielsweise die Anpassung der allgemeinen Fahrweise an die gegenwärtigen Benzinpreise, die zwar von Spekulationen der Erdölkonzerne bestimmt sind, aber noch weit von ihrem wirklichen Klimapreis entfernt liegen. Dass Atomkraft keinen Beitrag mehr zur Energielücke leisten kann, belegt nicht nur eine aktuelle Prüfung des Wirtschaftsministeriums. Atomare Anlagen erweisen sich darüber hinaus fast täglich als unmittelbare nukleare Bedrohung des Krieges in Europa.

„Verdunkeln für den Frieden“! Senken wir also unseren Energieverbrauch in allen Sektoren. Wir bleiben auch dann noch eines der reichsten Länder der Erde und weit von dem entfernt, was uns blühen könnte, wenn wir diesen Krieg weiter nähren oder unsere Klimaziele verfehlen.

Martin Donat,
Vorsitzender der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg