Der Gorleben-Tag lebt!

Tausende haben sich in den vergangenen Jahren jeweils am Freitag vor Pfingsten an den Atomanlagen versammelt, für den schnellen Atomausstieg und das Ende des Endlagerprojekts in Gorleben demonstriert, sich über alternative Formen der Energiegewinnung, Mobilität und des Zusammenlebens informiert – und sie haben gefeiert: Der „Gorleben-Tag“ im Rahmen der Kulturellen Landpartie war stets ein KLP-Höhepunkt, fast alle anderen Veranstalter*innen schlossen an diesem Tag ihre Pforten und empfahlen stattdessen den Besuch des „wunden Punktes“ Gorleben – schließlich stand der Großkonflikt um die Atommülllagerung Pate für die Kulturelle Landpartie.

Doch Großveranstaltungen sind zu Zeiten der Corona-Pandemie untersagt. Statt der Vielen sind es am Freitag nun Wenige, die trotzdem vor Ort und per Video-Clip diese Botschaften vermitteln.

Erkundungsbergwerk Gorleben

Endlagersuche = Fehlstart

Das Geologiedatengesetz wurde beschlossen. Doch es gibt keine Transparenz von Anfang an, so ist eine qualifizierte Prüfung des BGE-Berichts im Herbst unmöglich. "Wollte man nicht aus den Fehlern in Gorleben lernen?" fragt BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. zur Presseerklärung

Soli-Beitrag

Am Sonntag, 7. Juni, findet in Münster eine Demo gegen die völlig verfehlte Kohle- und Atompolitik der Bundesregierung statt: Datteln, Lingen und nun der Uranmüll - die letzten Tage haben deutlich gezeigt, wie krass die Klima- und Atompolitik hier gerade läuft. Das braucht weiterhin hörbaren und sichtbaren öffentlichen Protest! Die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) schickt solidarische Grüße. (mehr …)

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Online Vorträge zu Irrungen im Namen der Klimakrise

In letzter Zeit mehren sich die Versuche, Atomkraft im Namen der Klimakrise wieder salonfähig zu machen. Eine Webinarreihe von .ausgestrahlt, Naturfreunde Deutschland, Umweltinstitut München und der BI Lüchow-Dannenberg liefert Argumente, die diese Irrungen entkräften. (mehr …)

Am 22. Mai 2014 nahm die Endlagerkommission die Arbeit auf. Dagegen hat die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg in Berlin und in Gorleben protestiert. Die Kommission als Teil des Standortauswahlgesetzes suggeriere, dass die Endlagersuche neu gestartet werde. Statt wirklich einen Schlussstrich unter die Tricks, Lügen und Verdrehungen der letzen drei Jahrzehnte zu ziehen, bleibe Gorleben als Standort gesetzt, so die BI. Durch das Gesetz und das Beteiligungsverfahren - die Endlagersuchkommission - sollen Umweltverbände eingebunden werden, um Gorleben im Nachhinein zu legitimieren. "Welch Zeitverschwendung", so die BI, "dass nun zwei Jahre lang offen und versteckt über einen Standort gestritten wird, statt eine umfassende Atommülldebatte einzuleiten!" Im Bild: Torben Klages, hauptamtlicher Mitarbeiter der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg

Ort: Berlin
Copyright: Kina Becker
Quelle: PubliXviewinG

Fachkonferenz Teilgebiete bedeutunglos?

Geodaten von Privatfirmen dürften erst veröffentlich werden, wenn das Endlagersuchverfahren in die Folgerunde geht. Das Beteiligungsformat „Fachkonferenz Teilgebiete“ wird von Seiten des Bundestages somit bis zur Bedeutungslosigkeit abgewertet, kritisiert die BI. zur Presseerklärung

Endlagersuche: Kostspielige Werbung – aber kaum Geld für Beteiligung?

Während über profane Fragen wie die Erstattung von Reisekosten und Unterbringungskosten für Verfahrensbeteiligte gestritten wird, wurden nun Details zu einer Werbekampagne des BASE bekannt. zur Presseerklärung

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Ende einer Utopie mit Schlagstöcken

Am 4. Juni 1980 wurde die „Republik Freies Wendland“ geräumt. Eine vierwöchige Utopie endete mit dem bis dahin größten Polizeieinsatz in der Geschichte der Bundesrepublik. Eindrücke vom Gorleben Archiv

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PRESSEMITTEILUNGEN

Fehlstart

5. Juni 2020

Der Bundesrat hat heute das längst überfällige Geologiedatengesetz beschlossen. Das Gesetz soll eine umfassende Transparenz bei der Suche nach einem Atommülllager für hochradioaktive Abfälle gewährleisten. Doch es kam, wie es kommen musste, konstatiert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI): „Es gibt keine Transparenz von Anfang an.“

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Endlagersuche: Transparenz wird ganz klein geschrieben

3. Juni 2020

Wenn im Herbst die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) einen ersten Bericht vorlegt, um Gebiete auszuweisen, die für die Atommüllendlagerung geeignet scheinen, müssen die geologischen Daten überprüfbar sein. Das wäre u.a. eine Aufgabe der „Fachkonferenz Teilgebiete“, die dann ihre Arbeit aufnimmt.

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Kostspielige Werbung – aber kaum Geld für Beteiligung?

1. Juni 2020

Das Bundesamt für die Sicherheit nuklearer Entsorgung (BASE) will nach Medienberichten horrende Beträge für die „Endlagerwerbung“ ausgeben. Eine Idee: FDP-Chef Christian Lindner und Grünen-Chefin Annalena Baerbock machen lachend und neckisch gemeinsame Sache auf riesigen Plakatwänden.

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TERMINE & AKTIONEN

Seit Mi. 06.05.2020
ab 18 Uhr und weiterhin abrufbar
EIN WENDLAND
https://www.facebook.com/einwendland/?ref=br_tf&epa=SEARCH_BOX
"Tanz den SuperGAU" - Lesung Wolfgang Ehmke
Eine Groteske
So. 7.06.2020
13 Uhr
Gorleben
Atomanlagen
Sonntagsspaziergang
So. 7.06.2020
14 Uhr
Münster
14 Uhr auf dem Einkaufs-Parkplatz zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Alfred-Krupp-Weg
Fahrraddemo gegen Kohle und Atom
So. 7.06.2020
14 Uhr
Gorlebener Tann
Atomanlagen
Gorlebener Gebet

GORLEBEN RUNDSCHAU

Plötzlich ist nichts mehr, wie es war.

Der Staat erlässt Kontaktverbot und aus Einsicht, Solidarität und Menschenliebe gehen wir in die soziale Isolation oder gar in häusliche Quaratäne. Wenn unser Verhältnis zur Natur zur sozialen Frage des 21. Jahrhunderts geworden war, ist nun das Verhältnis dieser Natur zu uns zu unserer Überlebensfrage geworden. Vor dem Hintergrund existenzieller Bedrohung werden mit einem Mal aber auch gesellschaftliche Veränderungen möglich, die wir uns vor kurzem noch garnicht hatten vorstellen können. Vielleicht sollten wir uns diese Möglichkeiten auch dann noch in Erinnerung rufen, wenn wir das Schlimmste überstanden haben werden, und gut abwägen, ob wir gemeinsam nicht auch anderen Krisen vernünftig, wissenschaftsbasiert und solidarisch begegnen könnten.

Und so zwangsläufig, unvermeidlich und erforderlich die Eingriffe in unser tägliches Leben auch der zeit sind, scheinen wir trotzdem aufgerufen, gemeinsam darüber zu wachen, dass die Einschränkungen nachvollziehbar, maßvoll und verhältnismäßig bleiben und in ihrem Windschatten nicht der eine oder andere „Beifang“ mit durchgeschleift wird. Wie immer in der Demokratie sind transparente „checks and balances“ gefordert. Aber auch die kritiklose Begeisterung an grenzenloser Digitalisierung kann ich schon allein wegen ihres sprunghaft gestiegenen Ressourcen- und Energieverbrauches nicht teilen. Und dem Lädensterben gilt es ebenfalls dringend etwas entgegen zu setzen, dem Niedergang von Kultureinrichtungen und Clubs oder gar der Schließung sozialer Einrichtungen.

Wenn wir nicht wollen, dass am Ende nur der eine große Onlinehandel und ein paar Desinfektionsmittelspekulanten zum Krisengewinner werden, dann macht es vielleicht Sinn, seine Kleidung, Bücher, Gebrauchsgegenstände auch mal telefonisch oder online beim Traditionsladen zu bestellen, seinem Kulturladen mal eine Spende zukommen zu lassen oder jetzt soziale Einrichtungen zu unterstützen, die täglich für den inneren Zusammenhalt unserer Gesellschaft arbeiten.

Wenn Sie beispielweise dieses Jahr auch nicht ins Wendland zur Kulturellen Landpartie kommen können, so können Sie doch zum Solidaritätspreis exklusiv einen der bereits gedruckten Reisebegleiter erstehen, in dem Sie wehmütig nachschlagen können, was Sie sich hätten anschauen können...

Und vielleicht können wir die unverhofft gewonnene Zeit auch nutzen, um gemeinsam darüber nachzudenken, was es bräuchte, damit Mitgefühl, Solidarität und Vernunft in unserer Gesellschaft auch ohne virösen Ausnahmezustand dauerhaft möglich sind.

Martin Donat, Vorsitzender der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg