Der Gorleben-Tag lebt!

Tausende haben sich in den vergangenen Jahren jeweils am Freitag vor Pfingsten an den Atomanlagen versammelt, für den schnellen Atomausstieg und das Ende des Endlagerprojekts in Gorleben demonstriert, sich über alternative Formen der Energiegewinnung, Mobilität und des Zusammenlebens informiert – und sie haben gefeiert: Der „Gorleben-Tag“ im Rahmen der Kulturellen Landpartie war stets ein KLP-Höhepunkt, fast alle anderen Veranstalter*innen schlossen an diesem Tag ihre Pforten und empfahlen stattdessen den Besuch des „wunden Punktes“ Gorleben – schließlich stand der Großkonflikt um die Atommülllagerung Pate für die Kulturelle Landpartie.

Doch Großveranstaltungen sind zu Zeiten der Corona-Pandemie untersagt. Statt der Vielen sind es am Freitag nun Wenige, die trotzdem vor Ort und per Video-Clip diese Botschaften vermitteln.

gorleben raus!

Gorleben raus!

Eine deutliche Botschaft haben Aktivist*innen heute an einem Reststück der Mauer, die das so genannte Erkundungsbergwerk in Gorleben jahrzehntelang hermetisch abgeriegelt hatte, hinterlassen. mehr erfahren

irmhild

Wie entstand die KLP?

In einem Zeitzeugeninterview des Gorleben Archivs berichtete Irmhild Schwarz, Mitbegründerin der Kulturellen Landpartie, im letzten Herbst über die Entstehung der KLP: (mehr …)

Gorleben Gebet 2020 Corona

Gorlebener Gebet findet (wieder) statt

Auf den ersten Blick sieht es aus, als kehre die Normalität zurück. Am Sonntag wurde offiziell das Gorlebener Gebet wieder aufgenommen. Veronika und Meinhard Hüning aus Vietze bereiteten die Andacht vor. Mit Blick auf das Endlagerbauwerk, mit Abstand, mit Mundschutz und mit Gitarrenspiel. Doch gesungen wurde unter freiem Himmel nicht, denn auch in Kirchen darf zur Zeit nicht gesungen werden. (mehr …)

btr

2020 ohne Kulturelle Landpartie

"Schweren Herzens" wird es wegen der Corona-Pandemie zwischen Himmelfahrt und Pfingsten keine Kulturelle Landpartie - und damit auch keine Kulturelle Widerstandsparty an den Atomanlagen geben. - mehr erfahren

müll

Umweltminister ignorieren Strahlengefahr

In einem Offenen Brief an die Umweltminister aller Bundesländer hatten Atomkraftgegner*innen gefordert, dass radioaktive Abfälle durch "Freigabe" nicht mehr auf Deponien und an Verbrennungsanlagen geliefert werden sollen. Die Minister ignorieren das Thema. - zur Pressemitteilung

csm_1200x630_20784a5c71

Online Vorträge zu Irrungen im Namen der Klimakrise

In letzter Zeit mehren sich die Versuche, Atomkraft im Namen der Klimakrise wieder salonfähig zu machen. Eine Webinarreihe von .ausgestrahlt, Naturfreunde Deutschland, Umweltinstitut München und der BI Lüchow-Dannenberg liefert Argumente, die diese Irrungen entkräften. (mehr …)

Auf der Suche nach Inhalten?

PRESSEMITTEILUNGEN

Der Gorleben-Tag lebt: Videobotschaften und Spray-Aktion in Gorleben

29. Mai 2020

Großes Kino gibt es seit Jahren am Freitag vor Pfingsten an den Atomanlagen in Gorleben. Eingebettet in die Kulturelle Landpartie, die jedes Jahr Zehntausende Besucher*innen zwischen Himmelfahrt und Pfingsten ins Wendland lockt, wird seit jeher am „wunden Punkt“, an den Atomanlagen in Gorleben demonstriert und gefeiert – wurde, denn Pandemie-bedingt entfallen in diesem Jahr alle…

Mehr Lesen

Der Gorleben-Tag lebt!

27. Mai 2020

Tausende haben sich in den vergangenen Jahren jeweils am Freitag vor Pfingsten an den Atomanlagen versammelt, für den schnellen Atomausstieg und das Ende des Endlagerprojekts in Gorleben demonstriert, sich über alternative Formen der Energiegewinnung, Mobilität und des Zusammenlebens informiert – und sie haben gefeiert: Der „Gorleben-Tag“ im Rahmen der Kulturellen Landpartie war stets ein KLP-Höhepunkt,…

Mehr Lesen

Castor muss warten

20. Mai 2020

Der erste Castortransport mit verglasten hochradioaktiven Abfällen aus der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield wurde zu Beginn der Corona-Pandemie gestoppt. Innenminister Horst Seehofer befand, dass diese „Großveranstaltung“ angesichts der zu erwartenden Proteste und Tausender Bundespolizist*innen, die den Transport in das Zwischenlager am Atomkraftstandort Biblis hätten „sichern“ sollen, nicht zu verantworten gewesen wäre. Am 12. März hieß es…

Mehr Lesen

TERMINE & AKTIONEN

Seit Mi. 06.05.2020
ab 18 Uhr und weiterhin abrufbar
EIN WENDLAND
https://www.facebook.com/einwendland/?ref=br_tf&epa=SEARCH_BOX
"Tanz den SuperGAU" - Lesung Wolfgang Ehmke
Eine Groteske
Do. 21.05.2020 - Mo 01.06.2020
ABGESAGT
WendlandKulturelle Landpartie im Wendland -
www.kulturelle-landpartie.de
Fr. 29.05.2020
ABGESAGT heißt nicht, dass wir aufgeben
Atomanlagen GorlebenGorlebentag im Rahmen der KLP
So. 31.05.2020
14 Uhr
Gorlebener Tann
Atomanlagen
Gorlebener Gebet

GORLEBEN RUNDSCHAU

Plötzlich ist nichts mehr, wie es war.

Der Staat erlässt Kontaktverbot und aus Einsicht, Solidarität und Menschenliebe gehen wir in die soziale Isolation oder gar in häusliche Quaratäne. Wenn unser Verhältnis zur Natur zur sozialen Frage des 21. Jahrhunderts geworden war, ist nun das Verhältnis dieser Natur zu uns zu unserer Überlebensfrage geworden. Vor dem Hintergrund existenzieller Bedrohung werden mit einem Mal aber auch gesellschaftliche Veränderungen möglich, die wir uns vor kurzem noch garnicht hatten vorstellen können. Vielleicht sollten wir uns diese Möglichkeiten auch dann noch in Erinnerung rufen, wenn wir das Schlimmste überstanden haben werden, und gut abwägen, ob wir gemeinsam nicht auch anderen Krisen vernünftig, wissenschaftsbasiert und solidarisch begegnen könnten.

Und so zwangsläufig, unvermeidlich und erforderlich die Eingriffe in unser tägliches Leben auch der zeit sind, scheinen wir trotzdem aufgerufen, gemeinsam darüber zu wachen, dass die Einschränkungen nachvollziehbar, maßvoll und verhältnismäßig bleiben und in ihrem Windschatten nicht der eine oder andere „Beifang“ mit durchgeschleift wird. Wie immer in der Demokratie sind transparente „checks and balances“ gefordert. Aber auch die kritiklose Begeisterung an grenzenloser Digitalisierung kann ich schon allein wegen ihres sprunghaft gestiegenen Ressourcen- und Energieverbrauches nicht teilen. Und dem Lädensterben gilt es ebenfalls dringend etwas entgegen zu setzen, dem Niedergang von Kultureinrichtungen und Clubs oder gar der Schließung sozialer Einrichtungen.

Wenn wir nicht wollen, dass am Ende nur der eine große Onlinehandel und ein paar Desinfektionsmittelspekulanten zum Krisengewinner werden, dann macht es vielleicht Sinn, seine Kleidung, Bücher, Gebrauchsgegenstände auch mal telefonisch oder online beim Traditionsladen zu bestellen, seinem Kulturladen mal eine Spende zukommen zu lassen oder jetzt soziale Einrichtungen zu unterstützen, die täglich für den inneren Zusammenhalt unserer Gesellschaft arbeiten.

Wenn Sie beispielweise dieses Jahr auch nicht ins Wendland zur Kulturellen Landpartie kommen können, so können Sie doch zum Solidaritätspreis exklusiv einen der bereits gedruckten Reisebegleiter erstehen, in dem Sie wehmütig nachschlagen können, was Sie sich hätten anschauen können...

Und vielleicht können wir die unverhofft gewonnene Zeit auch nutzen, um gemeinsam darüber nachzudenken, was es bräuchte, damit Mitgefühl, Solidarität und Vernunft in unserer Gesellschaft auch ohne virösen Ausnahmezustand dauerhaft möglich sind.

Martin Donat, Vorsitzender der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg