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Online-Gesprächsangebot: Lernen aus dem Gorleben-Konflikt

Die Fachkonferenz Teilgebiete, die den Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung berät, in dem 54 Prozent der Landesfläche als günstig für die tiefengeologische Atommülllagerung ausgewiesen wurden, hat in der letzten Woche von Donnerstag bis Samstag getagt. Das erneut rein digitale Angebot der zweiten Beratungskonferenz musste am Freitagvormittag aus technischen Gründen unterbrochen werden. Zum Opfer dieser Malaise fiel auch ein Gesprächsangebot der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), das sich bewusst an Personen und Initiativen richten sollte, die die Vorgeschichte der aktuellen Endlagersuche nicht kennen.

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6.2.1990: Widerstandsdorf gegen die PKA

Abi Schulze ist verstorben

In diesen Tagen erreichte uns eine Trauerkarte der Familie Schulze. Albert "Abi" Schulze ist Ende Mai 2021 verstorben. Er folgte seiner Ehefrau Karin, die vor gut 2 Jahren verstorben ist. Er gehörte, gemeinsam mit Karin, zu den Menschen „der ersten Stunde“, die sich gegen Gorleben als „Nukleares Entsorgungszentrum“ empörten und sich in der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) organisierten. (mehr …)

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Bundesweite Unterschriftenkampagne fordert Aus für Schacht KONRAD

Am 2. Juni startete eine bundesweite Unterschriftenkampagne, die den Niedersächsischen Umweltminister auffordert, die Genehmigung für Schacht KONRAD aufzuheben. Damit soll der Antrag politisch unterstützt werden, den BUND und NABU gemeinsam mit dem Bündnis Salzgitter gegen KONRAD am 27.5. dem Minister übergeben haben. (mehr …)

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Rettet die Birken!

Für eine Mobilitätswende - anstatt der Fällung von dutzenden Straßenbäumen: Für den 20. Juni rufen wir zu einer Fahrraddemo auf der K8 auf. Treffpunkte sind um 13.30 Uhr Pudripp/Kreuzung und Sallahn/Kreuzung. (mehr …)

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Nein zur Brücke!

"Wir stehen hinter Euch!", kündigte Martin Donat, Vorsitzender der BI, am Samstag in Neu Darchau an. Im Rahmen eines bundesweiten Aktionstag für die Mobilitätswende fand dort eine Kundgebung gegen den Bau einer Brücke über die Elbe - und für den Erhalt der Fährverbindung - statt. mehr auf unserer Facebook-Seite

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Kreuzweg von Gorleben nach Garzweiler

Ein breites Bündnis aus Klima- und Umweltinitiativen, christlichen Gruppen und kirchlichen Institutionen ruft zu einem „Kreuzweg für die Schöpfung“ auf. Ein Kreuz aus Gorleben wird in 26 Etappen (ca. 470 km) nach Lützerath, einem akut bedrohten Dorf an der Tagebaukante Garzweiler getragen. - weitere Infos

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PRESSEMITTEILUNGEN

Online-Gesprächsangebot: Lernen aus dem Gorleben-Konflikt

14. Juni 2021

Die Fachkonferenz Teilgebiete, die den Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung berät, in dem 54 Prozent der Landesfläche als günstig für die tiefengeologische Atommülllagerung ausgewiesen wurden, hat in der letzten Woche von Donnerstag bis Samstag getagt. Das erneut rein digitale Angebot der zweiten Beratungskonferenz musste am Freitagvormittag aus technischen Gründen unterbrochen werden. Zum Opfer dieser Malaise…

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Bundesweite Unterschriftenkampagne fordert Aus für Schacht KONRAD

12. Juni 2021

Am 2. Juni startete eine bundesweite Unterschriftenkampagne, die den Niedersächsischen Umweltminister auffordert, die Genehmigung für Schacht KONRAD aufzuheben. Damit soll der Antrag politisch unterstützt werden, den BUND und NABU gemeinsam mit dem Bündnis Salzgitter gegen KONRAD am 27.5. dem Minister übergeben haben.

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Endlagersuche: Zweite Beratungskonferenz beginnt am Donnerstag

9. Juni 2021

Die Fachkonferenz Teilgebiete geht in die nächste Runde: Am Donnerstag (10. Juni) beginnt die zweite Beratungsrunde. Zum Auftakt – am Donnerstagabend – wird Wolfgang Ehmke für die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) auf die bedeutsame Rolle der Zivilgesellschaft bei der Endlagersuche verweisen.

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TERMINE & AKTIONEN

Mo. 14.6.2021
18 Uhr
Dannenberg
Marktplatz
jeden Montag:
Fukushima-Mahnwache
Do. 17.06.2021
16-17.30 Uhr
Fachkonferenz Teilgebiete
online
Der Gorleben-Konflikt - was wir daraus gelernt haben - Jutta v.d. Bussche/Wolfgang Ehmke BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg
Einwahl siehe Pressemitteilungen
So. 20.6.2021
13.00 Uhr
Gorlebenjeden Sonntag: Spaziergang um das Bergwerk - bis zum Zuschütten!
So. 20.6.2021
14.00 Uhr
Gorleben, an den Kreuzenjeden Sonntag: Gorlebener Gebet

GORLEBEN RUNDSCHAU

Als ich im Winter 2014 mit Greenpeace nach Fukushima kam, traf ich dort neben anderen Zeugen der nuklearen Katastrophe auch den Milchbauern Herrn Hasegawa. Während seines bedrückenden Berichtes schweiften meine Gedanken immer wieder ab zu meinem langjährigen Nachbarn von der Bäuerlichen Notgemeinschaft. Erst anhand der persönlichen Schicksale wurde mir richtig klar, dass hier in Japan real eingetreten war, wogegen wir im Wendland und anderswo Jahrzehnte gekämpft hatten. „Wir können unseren Boden nicht einrollen und mitnehmen“ sagten unsere Bauern. Denn sehen konnte man die fatalen Folgen nicht, nur die Verwüstungen des Tsunamis und die absurden Reste der hilflos anmutenden Aufräumarbeiten und „Dekontaminierungen“.Der Gemüsegärtner Herr Kanno schilderte, was es hieß, nie wieder auf seine geliebten Äcker zu dürfen, Frau Sugano rang schwer um ihre Fassung, als sie erzählen musste, dass sie aus Unkenntnis ihre Kinder noch lange im Garten spielen ließ, dessen Boden sich bei einer Untersuchung als Atommüll herausstellte, und Herr Idogawa, adeliger Bürgermeister der evakuierten Stadt Futaba, berichtete von der restlosen Zerstörung seines uralten Gemeinwesens, dem die Atomindustrie haltlose Versprechungen von Sicherheit gemacht hatte. Es ist kulturell begründet, dass alle diese Zeugen nur sachlich und distanziert berichten. Erst als das Ehepaar Okawara, dass früher einen Bioladen und nun eine unabhängige Messstation für Kindernahrung betrieb, ihre Erlebnisse in einem Puppenspiel darstellte, dessen Handpuppen ihren Gefühlen Ausdruck verleihen durften, brach es aus uns heraus. Und erst später mischte sich unter die Trauer und das Entsetzen über die Dimension der Katastrophe auch die Wut.

Die letzte Nacht in Japan durfte ich in Gesprächen mit dem in Japan lebenden Journalisten und Filmemacher Pio d’Emilia verbringen, einem Freund und Vertrauten des damaligen Premierministers Naoto Kan und er berichtete, wie dieser von einem politisch-industriellen Komplex abserviert wurde, nachdem er unter den Eindrücken der Fukushima-Katastrophe zum vehementen Atomkraftgegner geworden war.

Zwei Jahre später kam Naoto Kan auf Einladung des internationalen Literaturfestivals „Lesen ohne Atomstrom – die erneuerbaren Lesetage“ nach Hamburg und machte deutlich, dass es ihm ernst ist mit der Forderung nach dem Atomausstieg. Seine Worte sollten in der internationalen Politik einiges Gewicht haben, denn er war der Premier eines Landes, das seinen Energiebedarf ursprünglich zu einem Drittel aus Atomstrom deckte und schlagartig gezwungen war, diesen Anteil auf Null zu senken. Obwohl dies aber möglich war, will eine andere Regierung in Japan nun auf dem Weg zur Klimaneutralität nicht nur an der Atomkraft festhalten, sondern sogar eine Plutonium-Wiederaufarbeitungsanlage in Betrieb nehmen, deren Start schon 24 Mal verschoben wurde und die jährlich zehnmal mehr Tritium ins Meer einleiten wird, als in Fukushimas 1000 Wassertanks lagert. Der wahre Hintergrund ist jedoch der Versuch, den in Japan lagernden Stoff für 6000 Atombomben im Brennstoffkreislauf zu halten. Denn in Japan gibt es weder ein Zwischenlager, noch kann es in dem Erdbeben-geschüttelten Land ein Endlager geben...

Radioaktivität kennt keine Grenzen. Unser Widerstand auch nicht! Eine erneuerbare Zukunft kann es nur ohne den Irrsinn der Atomindustrie geben.

Martin Donat, Vorsitzernder der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg