Brief an den Ministerpräsidenten des Bundeslandes Nordrhein- Westfalen Armin Laschet – Kreuzweg für die Schöpfung

Jasebeck, den 24. Juli 2021

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

mit großem Befremden haben wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Polizei in Ihrem Bundesland gestern den diesjährigen "ökumenischen Kreuzweg für die Schöpfung" von Gorleben nach Garzweiler gestoppt und die Fortsetzung des Kreuzweges mit dem Hinweis,es handele sich um eine "nicht genehmigte politische Versammlung", ohne jegliche richterliche Anordnung untersagen wollte. (mehr …)

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Kulturelle Landpartie

Dieses Jahr öffnen zahlreiche Höfe und Häuser zwischen dem 28. Juli und 8. August ihre Türen und Tore. Die BI beteiligt sich mit zahlreichen Angeboten in Gorleben und einem Infozelt auf der Mützingenta. Das große Protestfest an den Atomanlagen fällt erneut aus. unser KLP-Programm

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Endlagersuche: Topdown statt Konsultation

BGE benennt Teilgebiete für "Methodenentwicklung": "Wir waren überrascht, dass die BGE nun vier Teilgebiete ohne jede Konsultation im Rahmen der Fachkonferenz ausgewählt hat, das erinnert an die Methoden der Vergangenheit - die Öffentlichkeit wird überrumpelt", kritisiert BI-Pressesprecher Wolfgang Ehmke. "So schürt man Misstrauen und konterkariert die Ansage, dass die Endlagersuche im Unterschied zur Vergangenheit transparent und partizipativ vonstattengeht." - zur Pressemitteilung

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Bundesweite Unterschriftenkampagne fordert Aus für Schacht KONRAD

Am 2. Juni startete eine bundesweite Unterschriftenkampagne, die den Niedersächsischen Umweltminister auffordert, die Genehmigung für Schacht KONRAD aufzuheben. Damit soll der Antrag politisch unterstützt werden, den BUND und NABU gemeinsam mit dem Bündnis Salzgitter gegen KONRAD am 27.5. dem Minister übergeben haben. (mehr …)

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Gorleben, Lützerath und die Dörfer sollen leben!

Der „Kreuzweg für die Schöpfung“ von Gorleben nach Garzweiler ist am Sonntag (4. Juli) gestartet. Ein breites Bündnis aus Klima- und Umweltinitiativen, christlichen Gruppen und kirchlichen Institutionen unterstützt diese Aktion, bei der ein Kreuz aus Gorleben in 26 Etappen (ca. 470 km) nach Lützerath, einem akut bedrohten Dorf an der Tagebaukante Garzweiler getragen wird. (mehr …)

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Auf Mariannes Spuren

Anlässlich der Benennung Lüchows als "frauenORT" wurde vom Gorleben Archiv in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeautragten der Stadt Lüchow eine Geocaching-Strecke eingerichtet. Auf diesem kleinen Rundgang durch Lüchow werden acht Stationen entdeckt und erläutert, wie Marianne Fritzen dort wirkte. mehr erfahren beim Gorleben Archiv

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PRESSEMITTEILUNGEN

„Aus Gorleben lernen heißt auf den Schacht Konrad verzichten!“

16. Juli 2021

Unter diesem Titel liefern Wolfgang Ehmke, Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), und Ursula Schönberger von der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad in einem Online-Meeting Argumente dafür, dass nach dem Ende des Endlagerprojekts in Gorleben auch das ehemalige Erzbergwerk in Salzgitter aufgegeben werden muss: dort sollen 300.000 Kubikmeter schwach- und mittelaktive Abfälle gelagert werden.

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Endlagersuche: Topdown statt Konsultation

7. Juli 2021

Neunzig Teilgebiete in über fünfzig Prozent der Landesfläche gelten bisher als „günstig“ bei der Endlagersuche. Derzeit entwickelt die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) Instrumente, wie sie die notwendigen Eingrenzungen vornehmen will, um im nächsten Schritt Regionen auszuweisen, die für die obertägige Erkundung in Frage kommen. Allerdings, so die heftige Kritik am Vorgehen der BGE, wurden dieser…

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Kreuzweg für die Schöpfung on tour!

6. Juli 2021

Zum dritten Etappenziel – von Clenze nach Bodenteich – ist heute Morgen (6. Juli) der „Kreuzweg für die Schöpfung“ aufgebrochen. Die Aktivist:innen tragen ein gelbes Kreuz von Gorleben nach Lützerath, ein akut bedrohtes Dorf an der Tagbaukante von Garzweiler im Rheinischen Braunkohlerevier. Sie plädieren für den konsequenten Atom- und Kohleausstieg, für den raschen Ausbau Regenerativer…

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TERMINE & AKTIONEN

So. 25.07.2021
13 Uhr
Gorleben
Atomanlagen
jeden Sonntag:
Spaziergang
So. 25.7.2021
14.00 Uhr
Gorleben, an den Kreuzenjeden Sonntag:
Gorlebener Gebet
Mo. 26.07.2021
18 Uhr
Dannenberg
Marktplatz
jeden Montag:
Fukushima-Mahnwache
So. 1.08.2021
13 Uhr
Gorleben
Beluga-Schiff
Sonntagsspaziergang rund um das Bergwerksgelände

GORLEBEN RUNDSCHAU

Als ich im Winter 2014 mit Greenpeace nach Fukushima kam, traf ich dort neben anderen Zeugen der nuklearen Katastrophe auch den Milchbauern Herrn Hasegawa. Während seines bedrückenden Berichtes schweiften meine Gedanken immer wieder ab zu meinem langjährigen Nachbarn von der Bäuerlichen Notgemeinschaft. Erst anhand der persönlichen Schicksale wurde mir richtig klar, dass hier in Japan real eingetreten war, wogegen wir im Wendland und anderswo Jahrzehnte gekämpft hatten. „Wir können unseren Boden nicht einrollen und mitnehmen“ sagten unsere Bauern. Denn sehen konnte man die fatalen Folgen nicht, nur die Verwüstungen des Tsunamis und die absurden Reste der hilflos anmutenden Aufräumarbeiten und „Dekontaminierungen“.Der Gemüsegärtner Herr Kanno schilderte, was es hieß, nie wieder auf seine geliebten Äcker zu dürfen, Frau Sugano rang schwer um ihre Fassung, als sie erzählen musste, dass sie aus Unkenntnis ihre Kinder noch lange im Garten spielen ließ, dessen Boden sich bei einer Untersuchung als Atommüll herausstellte, und Herr Idogawa, adeliger Bürgermeister der evakuierten Stadt Futaba, berichtete von der restlosen Zerstörung seines uralten Gemeinwesens, dem die Atomindustrie haltlose Versprechungen von Sicherheit gemacht hatte. Es ist kulturell begründet, dass alle diese Zeugen nur sachlich und distanziert berichten. Erst als das Ehepaar Okawara, dass früher einen Bioladen und nun eine unabhängige Messstation für Kindernahrung betrieb, ihre Erlebnisse in einem Puppenspiel darstellte, dessen Handpuppen ihren Gefühlen Ausdruck verleihen durften, brach es aus uns heraus. Und erst später mischte sich unter die Trauer und das Entsetzen über die Dimension der Katastrophe auch die Wut.

Die letzte Nacht in Japan durfte ich in Gesprächen mit dem in Japan lebenden Journalisten und Filmemacher Pio d’Emilia verbringen, einem Freund und Vertrauten des damaligen Premierministers Naoto Kan und er berichtete, wie dieser von einem politisch-industriellen Komplex abserviert wurde, nachdem er unter den Eindrücken der Fukushima-Katastrophe zum vehementen Atomkraftgegner geworden war.

Zwei Jahre später kam Naoto Kan auf Einladung des internationalen Literaturfestivals „Lesen ohne Atomstrom – die erneuerbaren Lesetage“ nach Hamburg und machte deutlich, dass es ihm ernst ist mit der Forderung nach dem Atomausstieg. Seine Worte sollten in der internationalen Politik einiges Gewicht haben, denn er war der Premier eines Landes, das seinen Energiebedarf ursprünglich zu einem Drittel aus Atomstrom deckte und schlagartig gezwungen war, diesen Anteil auf Null zu senken. Obwohl dies aber möglich war, will eine andere Regierung in Japan nun auf dem Weg zur Klimaneutralität nicht nur an der Atomkraft festhalten, sondern sogar eine Plutonium-Wiederaufarbeitungsanlage in Betrieb nehmen, deren Start schon 24 Mal verschoben wurde und die jährlich zehnmal mehr Tritium ins Meer einleiten wird, als in Fukushimas 1000 Wassertanks lagert. Der wahre Hintergrund ist jedoch der Versuch, den in Japan lagernden Stoff für 6000 Atombomben im Brennstoffkreislauf zu halten. Denn in Japan gibt es weder ein Zwischenlager, noch kann es in dem Erdbeben-geschüttelten Land ein Endlager geben...

Radioaktivität kennt keine Grenzen. Unser Widerstand auch nicht! Eine erneuerbare Zukunft kann es nur ohne den Irrsinn der Atomindustrie geben.

Martin Donat, Vorsitzernder der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg