fässer atommüll

Online-Vortrag: Resümee zur Endlagersuche

Wie verlief die Fachkonferenz Teilgebiete? Wie steht es um die Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Endlagersuche? Dazu hat die BI Bettina Gäbel und Svenja Fassbinder eingeladen, die an der Organisation der Fachkonferenz beteiligt waren. Für die Vodeokonferenz am Samstag, 4. Dezember, ist eine Anmeldung erforderlich. mehr hier

Luftaufnahme des Zwischenlagers für hochradioaktiven Atommüll in Gorleben.

Ort: Gorleben
Copyright: Andreas Conradt
Quelle: PubliXviewinG

Sicherung von Zwischenlagern: Disput um die Wandstärken

Die Wände der Atommüllhallen in Deutschland sind sehr unterschiedlich dick. Für die Sicherheit der Zwischenlager käme es auf die Wandstärke gar nicht an, meint das Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung. Das sei nicht nachvollziehbar, moniert die BI und fordert eine Korrektur dieser und weiterer Annahmen zur Verlängerung der Zwischenlagerzeiträume. - zur Pressemitteilung

Castor Transport 25. April 1995

Der Castor kommt – nicht mehr!

Am 27. November 2011 erreichte der letzte Castor-Transport Gorleben. Wie immer ging es auf dem Schienenweg bis Dannenberg, der Umladestation, und dann auf der Straße weiter bis zum Zwischenlager. Norma Deneke befragte Wolfgang Ehmke.

Wie haben Sie das in Erinnerung?
Ich persönlich habe das noch stark in Erinnerung, auch wenn es schon 10 Jahre her ist. Wir hatten in Dannenberg demonstriert, da kamen ungefähr 20.000 Menschen. Und schon während der Kundgebung machten sich Tausende bei Harlingen auf den Weg, um die Schienen zu blockieren. Die bange Frage vor dem letzten Transport war- würden wir trotz des frisch verkündeten Atomausstiegs nach dem Tsunami und der Reaktorkatastrophe von Fukushima-Daiichi noch genügend Rückhalt finden mit dem Thema Atommüll und Gorleben. Mir fiel ein Stein vom Herzen, als ich sah, wer sich da alles unserem Aufruf angeschlossen hatte und sich querstellen würde. (mehr …)

Endlagersuche und Selbstorganisation – kein Problem!

Das Atommüllbundesamt BaSE hatte für das zweite Novemberwochenende eine „Statuskonferenz“ angekündigt. Der Stand der Endlagersuche sollte nach Abschluss der Fachkonferenz Teilgebiete, dem ersten formellen Beteiligungsformat bei der Endlagersuche, Thema sein. Die Fachkonferenz hatte gefordert, zumindest zu den gleichen Konditionen weiterarbeiten zu können, um der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) auf die Finger schauen zu können. Man wollte Mitsprache in diesem nächsten Schritt, um zu sehen, mit welchen Tools, mit welcher wissenschaftlichen Begründung die BGE die teils riesigen Teilgebiete in Deutschland, die sie als „potentiell“ für die Endlagerung ausgewiesen hatte, verkleinert, filetiert, um dann in drei, vier Jahren „Standortregionen“ zu benennen. Diese Mitgestaltung sollte selbstorganisiert sein.
Das BaSE ignoriert zunächst diese Forderung, präsentierte dann kurz vor Schluss der Beratungsrunden ein anderes Konzept, wollte unbedingt die Beratungen mit steuern, und das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Die Absage der „Statuskonferenz“ war die Folge, als gäbe es außer der Frage der Partizipation nichts anderes zu bereden.

So war die zweite „Alternative Statuskonferenz“ (ASK) vom 30./31.Oktober, die von den Anti-Atom-Initiativen .ausgestrahlt, der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg gemeinsam mit dem BUND und der AG Schacht KONRAD ausgerichtet wurde, der Kontrapunkt zu der quälenden Debatte, wie viel Selbstorganisation vom BaSE „gestattet“ wird. Selbstorganisation geht. Da wurde an zwei Tagen hervorragend moderiert, da gab es viel Zeit für den Austausch und die Vernetzung, niemandem wurde das Mikro abgedreht. Viel Beifall gab es von den über einhundert Mitwirkenden. (mehr …)

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10 Jahre nach dem letzten Castor

Heute vor 10 Jahren, am 7.11.2011 - Das Bauerncamp wird aufgebaut:

https://wendland-net.de/video/das-bauerncamp-wird-aufgebaut-42147

 

 

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Wendland-Delegation in Lützerath

Es tut so gut, mit dem gelben X und der Wendland-Sonne in der Hand die Verbindung zwischen der Anti-Atombewegung und der Anti-Kohlebewegung zu bekräftigen. Wir aus dem Wendland konnten als Botschafter*Innen einer letzten Endes doch erfolgreichen Bewegung mit unserer Gorleben-Geschichte zeigen, was der Widerstand der Zivilgesellschaft bewirken kann. Es war gut, dass wir alle dabei waren... zum Blogbeitrag

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PRESSEMITTEILUNGEN

4.12., 15.30 Uhr: Endlagersuche – ein Resümee (online!)

25. November 2021

Unter dem Titel „Wie verlief die Fachkonferenz Teilgebiete? Wie steht es um die Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Endlagersuche?“, möchte die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg ein Resümee ziehen. Geplant war das als Präsenzveranstaltung in einem Gasthof. Die geladenen Gäste – Bettina Gäbel und Svenja Fassbinder – müssten dafür aus Bayern anreisen: Mit Blick auf die Pandemie,…

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Sicherung von Zwischenlagern – Disput um die Wandstärken

24. November 2021

Die Genehmigung für das Transportbehälterlager in Gorleben, in dem 113 Castorbehälter lagern, läuft im Jahr 2034 aus, für die baugleiche Halle in Ahaus ist 2036 Schluss. Das heißt, man muss in die „Verlängerung“ gehen. Auf Nachfrage der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) erklärte ein Sprecher der Betreiberfirma BGZ, „an all unseren Standorten sollen die hochradioaktiven Abfälle…

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NBG – Chef Grundwald löst Irritationen aus

3. November 2021

Armin Grunwald ist einer der Vorsitzenden des Nationalen Begleitgremiums (NBG), das den Endlagersuchprozess begleitet und dabei eine Vermittlerrolle zwischen Behörden und Zivilgesellschaft spielt. Nun irritiert Grunwald, im Hauptberuf Physiker und Philosoph am Karlsruher Institut Technologie, durch Aussagen zu einer möglichen Weiternutzung der Atomkraft.

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TERMINE & AKTIONEN

Mo. 22.11.2021
18 Uhr
Dannenberg
Marktplatz
Fukushima-Mahnwache
Sa. 27.11.2021
15.30 - 17.00 Uhr
Trebel
Bauernstuben
Bitte die 2 G-Regel beachten
Jahrestag des letzten Castor-Transports vor 10 Jahren - Erzählkaffee mit Lesung "Der Kastor kommt!" Wolfgang Ehmke u.v.a.
So. 28.11.2021
13 Uhr
Gorleben, AtomanlagenSonntagsspaziergang
So. 28.11.2021
14 Uhr
Gorleben, an den KreuzenGorlebener Gebet

GORLEBEN RUNDSCHAU

„Das Kreuz mit Kohle und Atom“ betitelt Greenpeace Energy seine Aufklärung für den diesjährigen „Kreuzweg für die Schöpfung“ von Gorleben nach Lützerath in den Braunkohletagebau Garzweiler. Allein erneuerbare Energien sind eine sichere Bank für eine nachhaltige Zukunft. „Gorleben soll leben“ findet mit dieser Mahnung seine konsequente Fortsetzung in den Initiativen „Alle Dörfer bleiben“ und „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ gegen den brutalen Braunkohleabbau der Energiekonzerne. Und hier wie dort kämpfen Menschen eben nicht nur um den Fortbestand ihrer kleinen Welt, sondern um nichts weniger als den Fortbestand der Schöpfung selbst.

Ich gestehe: als ich das erste Mal das gelbe X in der Blockade von Kohlezügen sah, erschrak ich, denn noch hatten wir das Nuklearzeitalter und seine strahlenden Hinterlassenschaften nicht hinter uns gelassen. Aber angesichts abschmelzender Polkappen, dramatischer Wetterkapriolen und tiefgreifender Veränderungen unserer gesamten Umwelt begriff ich, dass Kohle und Atom derselben Hybris entsprungen sind: der gnadenlosen industriellen Verwertung unserer Umwelt zugunsten kurzfristiger Energiegewinnung und schneller Profite. „Es geht doch nur um Strom!“ rief bei meinem Besuch in Japan ein kleines Mädchen angesichts der Zerstörung seiner Welt und seiner Zukunft in der Nuklearkatastrophe von Fukushima. Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur Klimagerechtigkeit vom März dieses Jahres ist klar: Der grundgesetzliche Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit schließt den Schutz vor Beeinträchtigungen durch Umweltbelastungen ein, gleich von wem und durch welche Umstände sie drohen. Dem Staat obliege es aber darüber hinaus, auch die Freiheit künftiger Generationen zu schützen, indem er unverzüglich geeignete Vorkehrungen zur verlässlichen Reduzierung von Treibhausgasen und zum Übergang in die Klimaneutralität ergreift.

Wer nun aber annimmt, mit dem schnellen Umstieg auf Sonne, Wind und Biomasse alleine wäre es schon getan, sei hier gewarnt. So viele Windräder, dass wir alle grenzenlos mit dem Elektro-SUV durch die Landschaft brausen könnten, verträgt dieselbe womöglich gar nicht. Denn neben der Bedrohung durch die menschengemachte Klimaerwärmung haben wir es auch mit einem rasanten Artensterben zu tun, so dass die Wissenschaft bereits von Anzeichen eines anthropogenen Zeitalters des „sechsten Massensterbens“ auf unserem Planeten spricht. Konsequente Energieeinsparung und Steigerung der Effizienz sind jetzt gefragt. Es geht um einen sanften Umgang mit der Schöpfung und eine Abkehr von der Gewalttätigkeit, mit der wir die Ressourcen unseres Heimatplaneten verschleudern, als ob es kein Morgen gäbe.Das wird nur möglich sein, wenn wir Innovationen zulassen, klug regional angepasste Konzepte verfolgen und uns vom Größenwahn der Industrialisierung von Landschaft abwenden. Denn noch haben wir Handlungsoptionen und noch sind große Teile einer lebendigen Welt vorhanden, die wir eines Tages schmerzlich vermissen könnten.

Und bei allen derartigen Entscheidungen muss die Zivilgesellschaft sorgfältiger mitgenommen werden, denn Rechnungen ohne den Wirt können wir uns jetzt nicht mehr leisten. Nicht beim Klima und nicht beim Atommüll.

An unsere Gäste: Genießen Sie die Artenvielfalt einer überwältigend vielgestaltigen Landschaft und gehen Sie bitte achtsam damit um.

Martin Donat, Vorsitzernder der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg