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„Das ist so, als würde man Pommes frites als Salat bezeichnen“

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hält an ihrem Plan fest, Atomenergie als „nachhaltig“ zu labeln. Erste Finanzinstitute outen sich als Befürworter. Politik, Wissenschaft und Bevölkerung protestieren und sprechen vom „größten Greenwashing aller Zeiten“. - zum Blogbeitrag bei .ausgestrahlt

AsseII

AKW kann man stilllegen – Atommüll nicht

Innerhalb von 10 Jahren (1967 bis 1978) wurden 125.787 Gebinde mit radioaktiven Abfällen z.T. ungeordnet in ASSE II eingelagert. Diese Zahl ist das Einzige was als sicher gilt. Alle anderen Angaben über Ort, Art und Beschaffenheit sind mit großen Unsicherheiten behaftet. Bedingt durch zerquetschte und durchkorrodierte Gebinde kommen inzwischen flüssige, feste und gasförmigen Bestandteile aller Art in Kontakt. In diesen Phasengemischen mit unterschiedlichen chemischen und radioaktiven Komponenten laufen chemische und strahlenchemische Reaktionen ab, durch die ständig weitere Reaktionsprodukte gebildet werden. Rolf Bertram hat eine kritische Bestandsaufnahme vorgelegt.

Auf die Frage, warum er Quellen anführt, die zehn Jahre zurückliegen, sagt er: Weil die Betreiberin, die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) nichts Neues hervorgebracht hat. „Ich habe diese Quellen ausgewählt, um zu zeigen, seit wann die angesprochenen Probleme offiziell mitgeteilt wurden. Von der BGE bin ich sehr enttäuscht. Da sind wir mit dem Wechsel der Zuständigkeiten von BfS zu BGE vom Regen unter die Traufe gekommen: in keinem der von mir angeschnittenen Bereiche hat die BGE etwas unternommen. Die von mir genannten Unterlagen liegen lückenlos bei der BGE vor.“

Das ist ein Weckruf! (mehr …)

BI Büro Lüchow Rosenstraße

Betriebsferien

Zwischen dem 10. Januar und 1. Februar wird das BI-Büro keine regulären Öffnungszeiten haben. Kontaktiert uns gern per Mail. Die Bearbeitungszeit der Klamotten-Bestellungen wird ein wenig länger sein.

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Atomkraft – nein danke!

In Brüssel wird derzeit um die künftige europäische Energiepolitik gerungen: „Es muss anerkannt werden, dass der fossile Gas- und der Kernenergiesektor zur Dekarbonisierung der Wirtschaft der Union beitragen können“, heißt es in einem Brüsseler Entwurfspapier, der in der Neujahrsnacht an alle 27 EU-Staaten geschickt wurde. Welche Position Deutschland einnimmt, ob – vor allem – die Atomkraft als „nachhaltig“, also förderungswürdig angesehen wird, sieht die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg als „Realitätscheck“ für die Ampelkoalition. (mehr …)

Neujahrsempfang, Gorleben, 2022

Neujahrsrundgang in Gorleben

Rund 80 Menschen kamen am Neujahrstag zum traditionellen Neujahrsempfang und anschließendem Rundgang der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) an die Atomanlagen in Gorleben. Sie wurden in der Tat nur "empfangen", wer auf das Jahr 2022 anstoßen wollte, musste - pandemiebedingt - sich ein Getränk mitgebracht haben. (mehr …)

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Atommüll aus Grohnde: „Kein Ende in Sicht“

Silvester machte ich mich auf den Weg nach Grohnde an der Weser, wo das Atomkraftwerk zum Jahreswechsel abgeschaltet wurde. Gemeinsam mit etwa 120 anderen feierten wir friedlich diesen Etappensieg beim lange erkämpften Atomausstieg. Ein Triumphgefühl äußerte niemand und es wäre auch nicht angemessen, dafür bleiben zuviele Atomprobleme auf Millionen (!) Jahre ungelöst. Ein älterer Teilnehmer erzählte von der Großdemo vom März 1977, die als "Schlacht von Grohnde" in die Geschichtsbücher einging. (mehr …)

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PRESSEMITTEILUNGEN

Autofahrt in Trauermahnwache vor Uranfabrik Gronau

7. Januar 2022

Polizei-Landesamt überprüft Ermittlungen– Ergebnis von Dienstaufsichtsbeschwerden gegen Kreispolizei Borken Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) in Duisburg überprüft aufgrund von Dienstaufsichtsbeschwerden aus NRW und Niedersachsen die Ermittlungen der Kreispolizei Borken zur aggressiven Autofahrt eines Mitarbeiters der Urananreicherungsfirma Urenco in eine Trauerversammlung vor der Uranfabrik in Gronau im September 2020.

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Atomkraft – nein danke!

3. Januar 2022

In Brüssel wird derzeit um die künftige europäische Energiepolitik gerungen: „Es muss anerkannt werden, dass der fossile Gas- und der Kernenergiesektor zur Dekarbonisierung der Wirtschaft der Union beitragen können“, heißt es in einem Brüsseler Entwurfspapier, der in der Neujahrsnacht an alle 27 EU-Staaten geschickt wurde. Welche Position Deutschland einnimmt, ob – vor allem – die…

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Silvester vor 40 Jahren: Land NRW erteilte erste Baugenehmigung für Gronauer Atomfabrik

31. Dezember 2021

Zum Jahreswechsel werden drei weitere Atomkraftwerke stillgelegt, in Gundremmingen, Grohnde und Brokdorf. „Ohne das jahrzehntelange Engagement der Zivilgesellschaft, von Anti-Atom-Initiativen und Umweltverbänden, hätte der Kurswechsel der Koalition von Union und FDP nach dem verheerenden Tsunami in Japan und der Reaktorkatastrophe im Atomkraftkomplex Fukushima-Daiichi wohl kaum stattgefunden“, ist sich Wolfgang Ehmke, der Sprecher Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg…

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TERMINE & AKTIONEN

So. 16.01.2022
13 Uhr
Gorleben, Atomanlagen
Salinasgelände
Sonntagsspaziergang
So. 16.01.2022
14 Uhr
Gorleben, Atomanlagen
an den Kreuzen
Gorlebener Gebet
Mo. 17.01.2022
18 Uhr
Dannenberg
Marktplatz
Fukushima Mahnwache
Fr. 03.06.2022
Gorleben, AtomanlagenKulturelle Widerstandspartie 2022. Unter dem Motto: "Gorleben raus, AKW aus! - Das Fest zum Erfolg aller Anti-Atom-Bewegten"

GORLEBEN RUNDSCHAU

Es ist beileibe nicht nur Greta Thunberg zu verdanken, dass Schweden im Besonderen und ganz Skandinavien im Allgemeinen als vorbildlich gelten in Sachen Umweltschutz. Eine gut geölte Werbe-Maschinerie läuft da, die uns „die letzte Wildnis Europas” als Reiseziel nahelegt, angereichert mit Fotos exotisch anmutender Zutaten wie Rentier und Elch und den farbenfrohen Trachten der Samen. Erzählungen von Reiserückkehrern, die von wilden Wasserfällen, unendlichen Wäldern und einsamen Seen handeln, schmücken unser Bild vom Norden weiter aus.

Wer aber mit umweltpolitisch trainierten Augen durch Mitternachtssonne oder Polarnacht reist, kommt nicht umhin, zu erkennen, dass der Mythos vom ungezähmten, ursprünglichen Norden nicht nur falsch ist, sondern mächtigen Industrieinteressen geradezu in die Hände spielt: Vor der Kulisse einer gesunden Erde lässt sich selbige ohne großen Widerstand trefflich ausbeuten: Holz und Erze nach Süden, Waren über neue Trassen nach Norden, um sie über die Barentsee und den Arktischen Ozean irgendwann einmal schneller nach Asien transportieren zu können. Da mag so manch ein Industriekapitän darauf hoffen, dass diese Meere demnächst ganzjährig eisfrei bleiben … Damit folgen die heutigen Bewohner:innen des „Dachs Europas” ihren Urahnen, die schon im Mittelalter wegen der Vorkommen von Metallen und Holz den Norden besiedelten und begannen, die Sami zurückzudrängen, zu christianisieren und zu drangsalieren.

Was im Wilden Westen geschah (und geschieht), geschah (und geschieht) im Hohen Norden in ganz ähnlicher Weise. Straßen und Züge, Brücken und Tunnel, Flughäfen, Auto-Teststrecken, Erzminen gewaltigen Ausmaßes und ein steter Zuzug aus dem Süden machen den Ureinwohnern des Nordens zunehmend zu schaffen. Ihre stille Lebensweise ohne Zäune, ohne Ländergrenzen, ohne übermäßige Beanspruchung und – hier darf man’s wirklich mal sagen – im Einklang mit der Natur steht im krassen Gegensatz zu den (be)herrschenden Schweden, Norwegern und Finnen mit einer zunehmend lauten und – aus Sicht der Sami – vulgären Lebensart.

Gegen die gnadenlose Ausbeutung regt sich aber auch Widerstand in Sápmi, dem Land der Samen. Durch die Urweinwohner selbst, aber auch durch Bürger:innen wie Lena Lagerstam, so etwas wie die Marianne Fritzen von Norrland. Beiden Damen, Marianne und Lena, lagen und liegen die sichere Verwahrung des nun mal vorhandenen Atommülls am Herzen. Schweden und Finnland schienen da lange auf einem guten Weg zu sein, doch die Mühen der Ebene sind in beiden Ländern längst nicht überwunden, von Rückschlägen, gerade in Schweden, ganz zu schweigen.

Deutschland geht seit nunmehr acht Jahren einen neuen Weg bei der Suche nach einem, nun ja, „End“-Lager. Ausgelöst durch den schier unüberwindlichen Widerstand gegen den Castortransport vor zehn Jahren, wurde zunächst zäh um ein Gesetz gerungen, bis mit der Fachkonferenz Teilgebiete vor rund einem Jahr erstmals zur Bürgerbeteiligung aufgerufen wurde. Mit bescheidenem Erfolg indes: Die Partizipation „erreichte den Hof mit Müh’ und Not”, deklamieren die einen, andere konstatieren: „Das Kind war tot.”

In wenigen Tagen nun feiern wir die Geburt eines Kindes und freuen uns auf ein paar, dieses Jahr wenige, freie Tage.

Im Namen der Redaktion und des Vorstands der Bürgerinitiative wünsche ich Ihnen und Euch frohe Weihnachten, ein rundum gutes neues Jahr – und ein paar anregende Stunden mit dieser neuen Ausgabe auf den Knie.

Andreas Conradt
verantwortlicher Redakteur der Gorleben Rundschau