Foto: ddp/Philipp Guelland
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Jochen Stay ist tot

Mit großer Betroffenheit nehmen wir Abschied von Jochen Stay, der sein Leben lang für eine Welt ohne Waffen und Atom gekämpft hat. Leidenschaftlich und unnachgiebig, aber auch selbstkritisch. Sein unermüdlicher Einsatz für den Atomausstieg und seine Ratschläge haben uns im gemeinsamen Kampf gestärkt.

ein Nachruf von Martin Donat, BI-Vorsitzender

ein Nachruf bei .ausgestrahlt | ein Beitrag der BI

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Gorleben: eine Geschichte, „die keine ist“

In einem umfassenden Artikel beschreibt die Bundeszentrale für politische Bildung den Zwiespalt der Anti-Atom-Bewegung im Wendland: Ist das Aus von Gorleben im Endlagersuchverfahren ein Ende oder ein Neuanfang? Spannende Thesen und eine Werbung für das Gorleben Archiv hier: https://www.bpb.de/...

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Heute vor 40 Jahren: Baubeginn des Zwischenlagers

Am 26. Januar 1982 begann der Bau der „Kartoffelscheune“. Unter Polizeischutz fuhren am Morgen jenes Tages die ersten Lkw auf das mit Stacheldrahtrollen umzäunte zehn Hektar große Baugelände. Die Antwort war eine Grenzbesetzung und der „Tanz auf dem Vulkan“

zur Chronik des Jahres 1982 im Gorleben Archiv

WDR-Reportage - Vor 40 Jahren: Baubeginn des Atommüll Zwischenlagers in Gorleben

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Brennelementefabrik Lingen stilllegen! Kundgebung am Samstag

Deutsche, russische und französische Anti-Atomkraft-Initiativen fordern gemeinsam von der Bundesregierung und der niedersächsischen Landesregierung die Stilllegung der Brennelementefabrik Lingen sowie ein Aus für die geplante französisch-russische Atomkooperation in Lingen. Dazu rufen sie für den jetzigen Samstag, 22. Januar, um 13 Uhr zu einer Kundgebung vor der Brennelementefabrik Lingen auf. (mehr …)

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Öffnungszeiten

Regelmäßige Öffnungszeiten des BI-Büros können wir derzeit nicht garantieren, ihr erreicht und sehr gut per Mail. Eure Bestellungen werden euch leicht zeitverzögert erreichen.

Stoppt den Ausbau der B 248

Am Montag den 24.1.2022 um 14:30 Uhr findet in Hitzacker im Verdo eine Kreistagssitzung unter 3G Bedingungen statt.
Unter TOP 4 haben die Kreistagsfraktionen von SPD, Grünen, Bürgerliste und SOLI einen Antrag eingereicht, das Planfeststellungsverfahren für den Ausbau der B248 zwischen Müggenburg und Grabow sofort einzustellen.

https://ratsinfo.luechow-dannenberg.de/buergerinfo/to0040.asp?__ksinr=3142 (mehr …)

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„Das ist so, als würde man Pommes frites als Salat bezeichnen“

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hält an ihrem Plan fest, Atomenergie als „nachhaltig“ zu labeln. Erste Finanzinstitute outen sich als Befürworter. Politik, Wissenschaft und Bevölkerung protestieren und sprechen vom „größten Greenwashing aller Zeiten“. - zum Blogbeitrag bei .ausgestrahlt

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PRESSEMITTEILUNGEN

Brennelementefabrik Lingen stilllegen! Kundgebung am Samstag

20. Januar 2022

Deutsche, russische und französische Anti-Atomkraft-Initiativen fordern gemeinsam von der Bundesregierung und der niedersächsischen Landesregierung die Stilllegung der Brennelementefabrik Lingen sowie ein Aus für die geplante französisch-russische Atomkooperation in Lingen. Dazu rufen sie für den jetzigen Samstag, 22. Januar, um 13 Uhr zu einer Kundgebung vor der Brennelementefabrik Lingen auf.

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Jochen Stay ist tot

18. Januar 2022

„Mit großer Betroffenheit nehmen wir Abschied von Jochen Stay, der sein Leben lang für eine Welt ohne Waffen und Atom gekämpft hat. Leidenschaftlich und unnachgiebig, aber auch selbstkritisch. Sein unermüdlicher Einsatz für den Atomausstieg und seine Ratschläge haben uns im gemeinsamen Kampf gestärkt“. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg verliert einen Freund und großartigen Aktivisten, so BI-Sprecher…

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Autofahrt in Trauermahnwache vor Uranfabrik Gronau

7. Januar 2022

Polizei-Landesamt überprüft Ermittlungen– Ergebnis von Dienstaufsichtsbeschwerden gegen Kreispolizei Borken Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) in Duisburg überprüft aufgrund von Dienstaufsichtsbeschwerden aus NRW und Niedersachsen die Ermittlungen der Kreispolizei Borken zur aggressiven Autofahrt eines Mitarbeiters der Urananreicherungsfirma Urenco in eine Trauerversammlung vor der Uranfabrik in Gronau im September 2020.

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TERMINE & AKTIONEN

So. 30.01.2022
13 Uhr
Gorleben, Atomanlagen
Salinasgelände
Sonntagsspaziergang
So. 30.01.2022
14 Uhr
Gorleben, Atomanlagen
an den Kreuzen
Gorlebener Gebet
Mo. 31.01.2022
18 Uhr
Dannenberg
Marktplatz
Fukushima Mahnwache
Fr. 03.06.2022
Gorleben, AtomanlagenKulturelle Widerstandspartie 2022. Unter dem Motto: "Gorleben raus, AKW aus! - Das Fest zum Erfolg aller Anti-Atom-Bewegten"

GORLEBEN RUNDSCHAU

Es ist beileibe nicht nur Greta Thunberg zu verdanken, dass Schweden im Besonderen und ganz Skandinavien im Allgemeinen als vorbildlich gelten in Sachen Umweltschutz. Eine gut geölte Werbe-Maschinerie läuft da, die uns „die letzte Wildnis Europas” als Reiseziel nahelegt, angereichert mit Fotos exotisch anmutender Zutaten wie Rentier und Elch und den farbenfrohen Trachten der Samen. Erzählungen von Reiserückkehrern, die von wilden Wasserfällen, unendlichen Wäldern und einsamen Seen handeln, schmücken unser Bild vom Norden weiter aus.

Wer aber mit umweltpolitisch trainierten Augen durch Mitternachtssonne oder Polarnacht reist, kommt nicht umhin, zu erkennen, dass der Mythos vom ungezähmten, ursprünglichen Norden nicht nur falsch ist, sondern mächtigen Industrieinteressen geradezu in die Hände spielt: Vor der Kulisse einer gesunden Erde lässt sich selbige ohne großen Widerstand trefflich ausbeuten: Holz und Erze nach Süden, Waren über neue Trassen nach Norden, um sie über die Barentsee und den Arktischen Ozean irgendwann einmal schneller nach Asien transportieren zu können. Da mag so manch ein Industriekapitän darauf hoffen, dass diese Meere demnächst ganzjährig eisfrei bleiben … Damit folgen die heutigen Bewohner:innen des „Dachs Europas” ihren Urahnen, die schon im Mittelalter wegen der Vorkommen von Metallen und Holz den Norden besiedelten und begannen, die Sami zurückzudrängen, zu christianisieren und zu drangsalieren.

Was im Wilden Westen geschah (und geschieht), geschah (und geschieht) im Hohen Norden in ganz ähnlicher Weise. Straßen und Züge, Brücken und Tunnel, Flughäfen, Auto-Teststrecken, Erzminen gewaltigen Ausmaßes und ein steter Zuzug aus dem Süden machen den Ureinwohnern des Nordens zunehmend zu schaffen. Ihre stille Lebensweise ohne Zäune, ohne Ländergrenzen, ohne übermäßige Beanspruchung und – hier darf man’s wirklich mal sagen – im Einklang mit der Natur steht im krassen Gegensatz zu den (be)herrschenden Schweden, Norwegern und Finnen mit einer zunehmend lauten und – aus Sicht der Sami – vulgären Lebensart.

Gegen die gnadenlose Ausbeutung regt sich aber auch Widerstand in Sápmi, dem Land der Samen. Durch die Urweinwohner selbst, aber auch durch Bürger:innen wie Lena Lagerstam, so etwas wie die Marianne Fritzen von Norrland. Beiden Damen, Marianne und Lena, lagen und liegen die sichere Verwahrung des nun mal vorhandenen Atommülls am Herzen. Schweden und Finnland schienen da lange auf einem guten Weg zu sein, doch die Mühen der Ebene sind in beiden Ländern längst nicht überwunden, von Rückschlägen, gerade in Schweden, ganz zu schweigen.

Deutschland geht seit nunmehr acht Jahren einen neuen Weg bei der Suche nach einem, nun ja, „End“-Lager. Ausgelöst durch den schier unüberwindlichen Widerstand gegen den Castortransport vor zehn Jahren, wurde zunächst zäh um ein Gesetz gerungen, bis mit der Fachkonferenz Teilgebiete vor rund einem Jahr erstmals zur Bürgerbeteiligung aufgerufen wurde. Mit bescheidenem Erfolg indes: Die Partizipation „erreichte den Hof mit Müh’ und Not”, deklamieren die einen, andere konstatieren: „Das Kind war tot.”

In wenigen Tagen nun feiern wir die Geburt eines Kindes und freuen uns auf ein paar, dieses Jahr wenige, freie Tage.

Im Namen der Redaktion und des Vorstands der Bürgerinitiative wünsche ich Ihnen und Euch frohe Weihnachten, ein rundum gutes neues Jahr – und ein paar anregende Stunden mit dieser neuen Ausgabe auf den Knie.

Andreas Conradt
verantwortlicher Redakteur der Gorleben Rundschau