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„Das Wunder von Gorleben“

Was wäre geschehen, wenn Ende der 70er Jahre die WAA in Gorleben trotz des Widerstands in der Region dennoch gebaut worden wäre? Deutschland wäre wie Frankreich ein "Nuklearland" geworden. Hätte man sich dann vorstellen können, dass Jahrzehnte später, nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima Daiichi, der Atomausstieg energiepolitisch möglich gewesen wäre? Das neue Buch von Wolfgang Ehmke beleuchtet den Beitrag des Wendlands zur Energiewende und die "besondere Rolle" von Gorleben in der Auseinandersetzung um die Atomkraft.

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Lesen ohne Atomstrom – das Jubiläum

Zehn Tage Kultur für alle, zur zehnten Ausgabe von Hamburgs unabhängigem Literaturfestival: 3409 x Eintritt frei — wenn mehr als 60 Autor:innen und Künstler:innen die attraktivsten Bühnen der Stadt entern. - alle Infos und das Programm: https://lesen-ohne-atomstrom.de/

Lesung und Debatte am 16.2.: „Das Wunder von Gorleben“

Einladung zu einer Lesung und Diskussion mit BI-Sprecher und Buchautor Wolfgang Ehmke am Donnerstag, den 16. Februar um 19:00 Uhr im Gorleben Archiv. (mehr …)

Luftaufnahme des Zwischenlagers für hochradioaktiven Atommüll in Gorleben.

Ort: Gorleben
Copyright: Andreas Conradt
Quelle: PubliXviewinG

Wird das Zwischenlager Gorleben zum Dauerlager?

Zur Veranstaltung am Freitag, 3. Februar im Dannenberger Ostbahnhof hatte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke eine fachliche Einstimmung, einen "Zwischenruf" verfasst: (mehr …)

Tihange, Doel, Lingen…

In der Nacht zum 1. Februar ging nach 40 Jahren endlich der Risse-Reaktor Tihange 2 vom Netz - das ist ein echter Erfolg für mehr als zehn Jahre intensiven Protest in der Region Aachen-Maastricht-Lüttich. Es gab immer wieder große und kleine Aktionen - 2017 gipfelte der Protest in einer Menschenkette mit mehr als 50 000 Menschen. Wir gratulieren zum hartnäckigen und ausdauernden Widerstand - Erfolge sind möglich!
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AKW Emsland blockiert

Lingen, 29.01.2023
Nachdem am letzten Samstag Atomkraftgegner*innen am Atomkraftwerk Emsland in Lingen protestiert haben, folgt nun die nächste Aktion: Seit heute Morgen um 10 Uhr blockieren rund 30 Menschen das Zufahrtstor des AKW.

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PRESSEMITTEILUNGEN

Aus der Zwischenlagerung wird eine Langzeitlagerung!

31. Januar 2023

Zu einer Auftaktveranstaltung zu den verlängerten Zwischenlagerzeiten laden die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, die Bäuerliche Notgemeinschaft und die Rechtshilfe Gorleben ein am Freitag den 3. Februar 2023 um 18 Uhr in den Ostbahnhof Dannenberg. Mit uns diskutieren Britta Kellermann (MdL-Bündnis90/Die Grünen), Jakob Blankenburg (MdB-SPD), Vertreter*ínnen von der BGZ (Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung) und dem Niedersächsischen Umweltministerium.

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Gewisse Ungewissheiten bei der Endlagersuche

18. Januar 2023

Eiszeiten, Hitzeperioden – in einer Million Jahre kann viel passieren. Welche Einflüsse sind zu erwarten? Wie könnten sich diese auf das Endlagersystem auswirken? Bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle spielt der Blick in die Zukunft eine wichtige Rolle – schließlich muss das Endlager den hochradioaktiven Atommüll für den Zeitraum von einer Million…

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„AKW und Brennelementefabrik stilllegen“ – Solidarität mit Lützerath – Energiewende jetzt!

18. Januar 2023

Rund 20 Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände aus Niedersachsen und NRW rufen für diesen Samstag, 21. Januar, um 13 Uhr in Lingen zu einer Kundgebung vor dem von RWE betriebenen AKW Emsland auf.

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TERMINE & AKTIONEN

Fr. 03.02.2023
18 Uhr
Dannenberg, OstbahnhofWird das Zwischenlager Gorleben zum Dauerlager? Information und Debatte mit Gästen.
BI, Bäuerliche Notgemeinschaft und Rechtshilfe Gorleben
Sa. 04.02.2023
11 - 17 Uhr
Göttingen, Volkshochschule
Bahnhofsallee 7
22. Atommüllkonferenz
Programm:
www.atommuellkonferenz.de
So. 05.02.2023
13 Uhr
Gorleben, Atomanlagen
Salinas-Gelände
Sonntagsspaziergang mit Infos zu Lützerath
So. 05.02.2023
14 Uhr
Gorleben, Atomanlagen
an den Kreuzen
Gorlebener Gebet
ökumenische Veranstaltung

GORLEBEN RUNDSCHAU

Sind wir eigentlich noch zu retten? Wir stimmen sicherlich darin überein, dass der größte anzunehmende Unfall der Menschheit (nach einem Meteor-Impact) wohl der nukleare Overkill wäre. „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!“ hatten wir im Angesicht der Gräuel gefordert. Beides ist nun nach Europa zurückgekehrt. Nationalisten und Autokraten kennen offenbar kein Grauen. Nur Gier.

Apropos Gier: Unmittelbar unter diesen apokalyptischen Reitern lagert in der Büchse der Pandora das klimatische Weltenende, das wir uns durch unseren eigenen Konsum und unsere maßlose Lebensweise selber bescheren. Die „letzte Generation“ zu sein, ist kein Promotion-Gag von Öko-Spinnern, sondern eine wissenschaftlich-rational begründete Tatsache; zumindest die letzte Generation, die am Aussterben der Menschheit und damit einhergehenden entsetzlichen Leiden noch etwas ändern könnte. Man muss die Aktionsformen nicht mögen und man kann sicherlich in Frage stellen, ob sich auf diese Weise die breiten Massen begeistern lassen. Aber die Anliegen der „last generation“ können nur Fatalisten und Defätisten in Zweifel ziehen.

Hans-Werner Sinn dagegen, der einflussreiche ehemalige Präsident des in München ansässigen Vereins IFO-Institut für Wirtschaftsforschung, ein Verfechter ungebremsten Wirtschaftswachstums und einst prominenter Vordenker der „Agenda 2010“, der sich wegen seiner kruden Thesen zur Einwanderungspolitik schon mehrfach von AfD und Pegida abgrenzen musste und mit fehlerhaften Gutachten auch den Diesel gegen die E-Mobilität in Stellung bringen wollte, hat nun im Ruhestand ein neues Steckenpferd gefunden. Zum Jahreswechsel attestierte er den Grünen, die wahren Kosten der Energiewende zu verschleiern und propagierte die Rückkehr zur Atomkraft. Orchestriert wurde dieser Rückgriff in das vorige Jahrtausend vom Verkehrsminister Wissing, der zukünftig neoliberale SUV mit Nuklearstrom betreiben möchte, sowie den Wahlverlierern Merz und Söder, die beim Neujahrsfrühstück in München gleich über ein „Blackout-Risiko“ grüner Energiepolitik schwadronieren.

Zurück zu den Fakten: Ex IFO-Chef Sinn verschleiert selbst nicht nur die wahren Kosten der Atomkraft, sondern auch die Kosten der von seiner Wirtschaftspolitik verursachten Klimakatastrophe. Selbst wenn man völlig fahrlässig die Beschaffung von Uran aus Russland, die lange ausstehenden Sicherheitsüberprüfungen der AKW und die ungeklärte ewige Endlagerung außer Acht ließe, sollte uns doch allen klar sein, dass ein Super-GAU in Mitteleuropa sich realistisch nicht versichern lässt. Selbst die wohlwollendsten Stimmen billigen Atomkraft jedoch nur einen (möglichen...) Einfluss auf den Strompreis von vier Prozent zu – angesichts der derzeitigen Energiepreisschwankungen und der Inflation ein geradezu lächerlicher Anteil. Die Klimafolgen dagegen lassen sich zunehmend realistischer abschätzen und bewegen derzeit aus gutem Grund die gesamte internationale Staatengemeinschaft.

Dabei wäre die Antwort einer „Postwachstumsökonomie“ eigentlich bestechend einfach: nur eine Tonne CO2-Äquivalente dürfte jeder der acht Milliarden Erdenmenschen pro Jahr für seinen Wohlstand verbrauchen (Zum Vergleich: ein Flug von München nach New York und zurück verbraucht bereits vier Tonnen CO2). Wer dann noch mehr verbraucht, müsste den Hungernden und Ertrinkenden dieser Erde erklären, mit welchem Recht er ihr Kontigent für seinen Luxuskonsum verzehrt.

Mit diesen natürlichen Grenzen des Wachstums wäre aber keineswegs der Wohlstand der Menschen am Ende! Vielmehr sind wir aufgerufen, unseren Wohlstand und unsere Technologie ganz neu zu erfinden. Technischen Wirtschaftskreisläufen („cradle-to-cradle“), erneuerbaren Energien, Dezentralität und Energieautonomie, sowie neuen Wohn- und Arbeitsmodellen gehört die Zukunft, denn sonst wäre es keine.

Die alten Herren haben also abgewirtschaftet. Sie haben uns mit ihrem Wohlstandswahn an den Rand des Untergangs geführt und dabei doch weltweit immer nur eine kleine Elite mit ihren Segnungen versorgt. Und sie haben auch lange genug die Stromnetze mit ihrem Nuklearstrom verstopft und die Entwicklung einer lebenswerten Perspektive ausgebremst. Das Zeitalter der Hochtemperatur-Technologie geht zu Ende. Denn andernfalls wäre es das letzte gewesen.

Martin Donat,
Vorsitzender der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg