PRESSEMITTEILUNG

Nach der Demo ist vor der Demo: 400 Menschen in Gorleben

Wenige Stunden, nachdem der Castor-Transport das Zwischenlager Gorleben erreicht hatte, wurde für den weiteren Ausbau des Salzstocks Gorleben „Sofortvollzug“ angeordnet: die Reaktion der Atomkraftgegner im Wendland ließ nicht lange auf sich warten, 400 Menschen demonstrierten heute vor den Toren des „Schwarzbaus“, des sogenannten Erkundungsbergwerks in Gorleben, erneut für den Stopp des Weiterbaus. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) stellte klar, der Quantensprung, große Zulauf zum Anti-Castor-Protest, sei kein Strohfeuer. BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: „Die schwarz-gelbe Regierung wird die Geister nicht mehr los, die sie selbst mit der Laufzeitverlängerung der Reaktoren und dem Festhalten an Gorleben als Endlagerstandort gerufen hat.“ Die Auseinandersetzung über das Atommülldilemma habe nun auch CDU-Kreise erreicht. Ehmke bezeichnete die Vorschläge des hessischen Ministerpräsidenten Bouffier hingegen als „Geisterdebatte“:  „Solange Atomkraft für Schwarz/Gelb Vorfahrt hat, treten wir auf die Bremse, Zehntausende würden auch in Biblis gegen Castor-Transporte auf die Straße gehen.“ Die Unterstützung des politischen Anliegens, den Ausstieg aus der Atomkraft und ein Ende jedweder „Erkundung“ in Gorleben, fordert auch Propst Stefan Wichard-von Holten, der Grußworte des Lüneburger Landessuperintendenten Jantzen verlas. Bemerkenswert ist, dass inzwischen auch die katholische Kirche auf Distanz zur Atomkraft gegangen sei: Die Ablehnung der Energiepolitik von Schwarz/Gelb reiche weit in konservative Kreise hinein.
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