PRESSEMITTEILUNG
Eignung Gorlebens im Fokus der Auseinandersetzung
BI Umweltschutz fordert schnelles Ende des Projekts
Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BFS) Wolfram König rückt vorsichtig von Gorleben ab. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa räumt er ein, dass die Wahl Gorlebens als nukleares Endlager 1977 ohne einen überprüfbaren Kriterienkatalog erfolgte. Bemerkenswert findet die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) Königs Eingeständnis, dass der Verzicht auf eine wasserabweisende Tonschicht über dem Wirtsgestein Salz als Eignungskriterium einfach fallen gelassen wurde, weil die Tiefbohrungen diesen Nachweis nicht erbringen konnten. „Genau das ist der Skandal, der im parlamentarischen Untersuchungsausschuss Gorleben von Schwarz-Gelb klein geredet wird“, unterstreicht BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Die Kriterien wurden im Prozess der Erkundung den Befunden angepasst.
Zu einem Neustart der Endlagersuche schreibt die BI, dass die Kehrtwende Horst Seehofers (CSU) noch lange nicht bedeute, dass Gorleben aus dem Pool möglicher Standorte gestrichen wird.“Wir arbeiten von uns aus jetzt weiter an dem Nachweis, dass aus geo-wissenschaftlicher Sicht sich Gorleben als Standort verbietet, kündigte die BI an. Eine Rückholbarkeit der Abfälle, wie es sich aus dem Supergau in der Asse II als notwendig erweist, und eine Lagerung der hochtoxischen, hochradioaktiven und heißen Abfälle in Salzgestein sei ein Widerspruch in sich: Salz verhalte sich plastisch, kriecht und schließt Abfälle ein, aber den Wasserkontakt nicht aus. „Wenn das die Ausfahrtsluke aus dem verkorksten Gorleben-Projekt sein soll, dann wünschten wir uns mehr Ehrlichkeit und Offenheit, Gorleben ist schon lange politisch und fachlich verbrannt. Der gordische Knoten muss endlich durchtrennt werden, wir fordern ein schnelles Ende des Projekts.“
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