Pressemitteilung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Atomkritisches Neujahrstreffen in Gorleben

Rund 80 Menschen kamen trotz des Schmuddelwetters an die Atomanlagen in Gorleben zum Neujahrstreffen der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). Gut, dass es für solche Wetterlagen die Undine-von-Blottnitz-Hütte gibt, bei Punsch und Krapfen stieß man auf der ersten politischen Kundgebung im Jahr 2026 auf das nächste Widerstandsjahr an.

„2026 will die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) den Antrag zur „verlängerten Zwischenlagerung“ in Gorleben stellen, wir arbeiten in erster Linie daran, dass es kein Weiter so bei der Lagerung hochradioaktiver Abfälle vor Ort gibt, wir wollen ein Mehr an Sicherheit und eine bessere Sicherung der Anlagen gegen neue Bedrohungsszenarien“, umriss BI-Sprecher Wolfgang Ehmke die BI-Kernaufgaben.

Dr. Peter Widmayer sekundierte, die BGZ müsse zwar- schon aus Geheimhaltungsgründen – nicht offenlegen, wie die Anlagen gegen Drohnen und Flugzeugabsturz konkret gesichert würden, aber ohne eine Veränderung des Gebäudebestands sei das nicht vorstellbar. „Was in Gorleben als Standard umgesetzt wird, geht auch alle anderen Standorte etwas an, die peu à peu die Aufbewahrungsgenehmigung verlieren.“

Elisabeth Hafner-Reckers, die stellvertretende BI-Vorsitzende, mahnte, die Atommüllproblematik spiele auch in Ahaus mit der baugleichen Halle wie in Gorleben in diesem Jahr eine große Rolle, denn mit den Castortransporten von Jülich nach Ahaus sei leider zu rechnen. „Statt in Jülich eine Halle zu errichten, fließt das Geld in die Polizeibegleitung.“ Sie rief dazu auf, sich bei den Castortransporten auf den Weg nach Ahaus zu machen.

Bei der Beschreibung der Aufgaben vor Ort beließen es die diskutierfreudigen Demonstrierenden nicht. Die Meldungen über einen Ausbau der Atomkraft weltweit rissen nicht ab. Auch in der Regierungskoalition herrsche keine Einigkeit. „Wir beobachten sehr genau die Entwicklung in den USA“, so Ehmke, wo Tech-Konzerne wie Amazon und Google wegen des hohen Stromverbrauchs der KI auf die Atomkraft setzten. Der neueste Schrei seien kleine, angeblich preiswerte Reaktoren und auch in der EU wird 2026 an der Umsetzung einer Strategie für den Einsatz von kleinen modulen Reaktoren (Small Modular Reactors, SMR) gearbeitet. Ehmke verwies auf einen entsprechenden Bericht von Dirk Seifert in dessen Blog UmweltFAIRraendern.

Zur Sprache auf dem Neujahrstreff kam auch der Vorstoß der Wismut für eine deutsche Rohstoffstrategie. Mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO hat das Unternehmen erst vor wenigen Monaten ein Kooperationsabkommen geschlossen, berichtet die FAZ .

Das sei symptomatisch für die nicht abreißenden Berichte über die Atomkraft.  Vergessen sei, so der Tenor unter den Anwesenden, dass die Sanierung des Uranabbaus in Deutschland sieben Milliarden Euro verschlungen hat, für das kontaminierte Geröll und die Schlämme, die über Jahrzehnte im Uranerzbergbau und in der Aufbereitung von Uranerz in der DDR angefallen waren. Nicht zu vergessen: 5.300 Beschäftigte erkrankten an Krebs.

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

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