PRESSEMITTEILUNG

Bergwerk Gorleben: Besichtigung statt Besetzung

Der Rückbau des ehemaligen Endlagerbergwerks Gorleben kommt zügig voran, davon konnten sich Vorstandsmitglieder der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) und Aktivisten aus dem Kreis der Gorlebener Sonntagsspaziergänger:innen am Freitag (12. Juni) selbst ein Bild machen. In Begleitung des Standortleiters der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), Torsten Rabe, und seines Kollegen Christian Islinger gab es für die achtköpfige Gruppe eine allerletzte Einfahrt in das Bergwerk.

So haben sich die Zeiten geändert: bei einer BI-Einfahrt 2003 hatte die Gruppen unter Tage den Schacht noch für „besetzt“ erklärt, Polizisten mussten in das Bergwerk einfahren und die Demonstrierenden einzeln wieder hochholen.

Beim nunmehr letzten BI-Besuch am ging es um eher um die letzten Fotos von unter Tage. Die politische Ausdauer und die guten Argumente, die gegen die Eignung des Salzstocks Gorleben-Rambow sprachen, hatten im Herbst 2020 dazu geführt, dass die BGE den umstrittenen Endlagerstandort aufgab. Die gesetzliche Grundlage dafür war das Standortauswahlgesetz, das eine vergleichende, wissenschaftsbasierte Suche nach dem bestmöglichen Standort vorgibt.

Derzeit sind in Gorleben noch 59 Bergarbeiter beschäftigt, weitere 240 Beschäftigte der Redpath Deilmann sind seit November 2024 damit beschäftigt, das ein Kilometer entfernt vom Bergwerksgelände im Wald aufgehaldete Salz wieder unter Tage zu verbringen. Das Bundesumweltministerium hatte schon im September 2021 – ein Jahr nachdem der Salzstock Gorleben-Rambow bei der Endlagersuche als ungeeignet ausschied – die BGE mit der Verfüllung beauftragt.

Doch die Umsetzung ließ lange auf sich warten, die BI hatte schließlich massiv darauf gedrungen. BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: „Es schwang bei uns immer die Befürchtung mit, dass Gorleben offengehalten werden könne für den Fall, dass die Endlagersuche scheitert.“  Die acht Kilometer Strecken werden seitdem sukzessive verfüllt, bis 2027 soll das gesamte Grubengebäude verfüllt sein, insgesamt summiere sich das auf 234.000 Kubikmeter. Danach werden die Schachteinbauten zurückgebaut und ebenfalls verfüllt, mit einer Mischung aus Kies, Ton und Schotter, erklärte Rabe. Spätestens 2031 soll der Rückbau vollständig abgeschlossen sein. Die BGE gehe zudem davon aus, dass bereits 2029 mit dem Abriss der oberirdischen Bauten begonnen werde.

Wolfgang Ehmke: „Die Arbeit unter Tage zu verfolgen war schon sehr eindrucksvoll, auch wenn die getrübte Stimmung unter den Beschäftigten, die sich um ihre Lebensleistung gebracht sehen, spürbar war.“ Ende Juli wird voraussichtlich auch Umweltstaatssekretär Joachim Flasbarth (SPD) die Rückbaustelle besuchen und u.a. Gespräche mit Vertretern der Samtgemeinde Gartow-Gorleben führen, die eine Nachnutzung der Tagesanlagen und des Geländes anstreben.

Ehmke: „Wir haben ihn vorab wissen lassen, dass wir den Erhalt des Pförtnerhauses und des Mauerrests für wichtig erachten. Für eine Informationsstelle zum bisherigen und künftigen Umgang mit der Atommüllproblematik ist das der richtige Ort, zumal das Standortauswahlgesetz eine Dokumentationspflicht verlangt – Gorleben mit den vielen Aktivitäten unsererseits kommt dafür hervorragend in Frage, zumindest solange, bis der künftige Standort für eine Atommülldeponie festgelegt ist.“

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

Fotos 2003 – Gorleben Archiv

Foto 2026 – Andreas Conradt

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Wolfgang Ehmke, Pressesprecher

Tel. 0170-5105606

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