BI fordert Salzstudie

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) drängt darauf, dass ein „besonders düsteres“ Kapitel der Gorleben-Geschichte in den Fokus des Nationalen Begleitgremiums (NBG) gerückt wird: es geht um eine Studie des Bundesamtes für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) aus dem Jahr 1995, in der mögliche Salzlagerstätten auf ihre Eignung als nukleares Endlager für hochradioaktiven Müll ausgewiesen wurden.

Pikant: Auftraggeber war damals ausgerechnet Prof. Klaus Töpfer, heute einer der beiden Vorsitzenden des NBG. Die BI möchte, dass sich auch das NBG, das die Endlagersuche für hochradioaktive Abfälle moderieren soll, mit den Fehlern der bisherigen Endlagersuche befasst, zumal einer dieser historischen „Fehler“, nämlich die jahrzehntelange Festlegung auf den Salzstock Gorleben-Rambow, in die Gegenwart und Zukunft hineinragt: das Standortauswahlgesetz (StandAG) zementiere nämlich diese Fehler, so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke, schlicht durch das Festhalten an Gorleben.

Als ein besonders anschauliches Beispiel für die Tricksereien in der Gorleben-Geschichte gilt jene BGR-Salzstudie, sie wurde 1992 vom damaligen Umweltminister Klaus Töpfer beauftragt und 1995 von der nachfolgenden Umweltministerin Angela Merkel der Öffentlichkeit vorgestellt.

Prof. Dr. Klaus Töpfer hatte 1992 darauf bestanden, nach der Wiedervereinigung sollten alle Salzformationen in Deutschland geologisch verglichen werden, Gorleben blieb bei dem Vergleich aber außen vor: Es sollten Ersatz –oder Reserve-Standorte gesucht werden, falls Gorleben sich als ungeeignet erweist.

Die BGR-Studie führte zu einer Liste mit einer Rangordnung von untersuchungswürdigen, weniger untersuchungswürdigen und nicht untersuchungswürdigen Standorten. Bei der Vorstellung der Ergebnisse verstieg sich die Töpfer-Nachfolgerin Merkel zu der Behauptung, die durch keinen Satz der Studie zu belegen war, es gäbe keinen besseren Standort als Gorleben. „Gorleben bleibt 1. Wahl“. Im Süd-West-Funk (SWF3-Interview vom 18.7.1995) äußerte Merkel dies noch drastischer „die Studie hat ergeben, dass es keinen besseren Standort gibt als Gorleben“. Hören Sie hier den O-Ton: Merkel Interview Ausschnitt

Schriftlich fordert der BI-Vorsitzende Martin Donat nun, dass das NBG eine Studie in Auftrag geben möge, in der die geologischen Daten aller Salzstöcke Deutschlands, also auch des Salzstocks Gorleben-Rambow, nach den 1995 geltenden und angewandten Kriterien verglichen und bewertet werden.

„Das wäre ein Akt der Fairness und würde der Öffentlichkeit klar machen, wie falsch es ist, an Gorleben festzuhalten“, sind sich die Gorleben-Gegner*innen sicher.

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

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