
Wir trauern um Johannes Kempmann
In den 80er Jahren engagierte sich „Hannes“ in der BI Umweltschutz, unter anderem als Pressesprecher. Es ging zu der Zeit um Dragahn und die ersten Atommülltransporte nach Gorleben.
Der niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht war von seinem Nein zu einer Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) im Landkreis Lüchow-Dannenberg wieder abgerückt – unter dem Eindruck der Massenproteste gegen Gorleben hatte er 1979 gesagt, eine WAA sei technisch zwar machbar, politisch aber nicht durchsetzbar und schloss den Bau der Plutoniumfabrik im Wendland aus.
Plötzlich der Schwenk. Dragahn ist ein Walddörfchen im Westkreis. In Dragahn begannen Baugrunduntersuchungen und ein zäher nächtlicher Kampf im Wald um die Bohrplätze. Dort und für Wackersdorf wurden zeitgleich atomrechtliche Genehmigungsverfahren eingeleitet. Letztlich erhielt Wackersdorf den Zuschlag… Man kennt den Ausgang, die Plutoniumwirtschaft in Deutschland scheiterte.
Dann folgte der erste „Vorgeschmack“ auf die Castortransporte in den 90er Jahren: im Oktober 1984 herrschte Ausnahmezustand im Wendland, ein massives Polizeiaufgebot setzte den Transport von schwach- und mittelaktiven Abfällen aus dem AKW Stade nach Gorleben durch.
Mittendrin: Hannes. Als Pressesprecher der BI, das war ein Teil seiner Lebensgeschichte, er avancierte schließlich vom Aktivisten zum Präsidenten des Verbands der Energiewirtschaft, war für die Grünen im hannoverschen Landtag. Seinen politischen und beruflichen Werdegang umriss einst Jürgen Voges in einem Beitrag für die taz.
Danke Hannes Kempmann. Wir sind in Gedanken bei seiner Familie.
(Foto: https://www.fraktion.gruene-niedersachsen.de)

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