Pressemitteilung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Geschäftsfeld Atommüll

Über 80 Atomkraftwerke in Europa werden in den kommenden 10 Jahren stillgelegt. Die Frage, ob und wie diese rückgebaut werden und wie Kosten für den Rückbau und die Lagerung des Mülls reduziert werden können, steht auf der Agenda eines internationalen Kongresses, der am 28. und 29. Januar in München stattfinden wird. Auf mehrere Hundert Milliarden Euro beliefen sich die Rückbaukosten, für Großbritannien seien allein 53,7 Mrd. Euro und für Deutschland 32,5 Mrd. Euro veranschlagt.

Auf dem „International Nuclear Decommissioning Summit“ soll über dieses Geschäftsfeld debattiert werden. Deutsches Vorzeigeprojekt ist der Rückbau der Reaktoren in Lubmin/Greifswald durch die Energiewerke Nord (EWN), finanziert durch staatliche Gelder.

„Das lukrative Geschäft lockt Firmen wie Rosatom und die britische Nuklearfirma Arvia als Hauptsponsoren“,

schreibt die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI), ausgeschlossen ist die interessierte Öffentlichkeit durch einen simplen Trick: Die Teilnahmekosten liegen bei 3.199 Euro.

Die BI sieht den Kongress auch im Kontext des Streits um mögliche Atommüllexporte bzw. –importe. Am 19. Juli 2011 hat der Rat der Europäischen Union die Richtlinie 2011/70/EURATOM über einen Gemeinschaftsrahmen „für die verantwortungsvolle und sichere Entsorgung abgebrannter Brennelemente und radioaktiver Abfälle (Richtlinie 2011/70/EURATOM) verabschiedet. Die Richtlinie 2011/70/EURATOM ist von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union spätestens bis zum 23. August 2013 umzusetzen. Ein erster Gesetzentwurf des Bundesumweltministeriums hatte Anfang des Jahres Wirbel ausgelöst, weil sowohl Importe als auch Exporte erlaubt werden sollten.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: „Wir werden Peter Altmaier genau auf die Finger sehen, wenn er das Atomgesetz an die EU-Richtlinie anpassen wird. Wer es preiswerter haben will und sich trotzdem fundiert über die Dimensionen dieses Geschäfts und die ungelösten Probleme informieren möchte, sollte sich deshalb auf den Weg nach Kassel machen, wo am 2. Februar die Anti-Atom-Initiativen eine Bilanz ziehen. Die Kosten betragen 25 Euro.“

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