CASTORTRANSPORTE
CASTOR-Alarm? Hat sich da nicht jemand im Jahrzehnt vergriffen? Leider nicht.
- Nach Gorleben rollen keine Castortransporte mehr.
- Vier für Gorleben bestimmte Transporte wurden auf andere Standorte in Deutschland verteilt.
- Wir fordern den sofortigen Stopp der perspektivlosen und gefährlichen Atommüllverschiebung von einem Zwischenlager ins nächste.
Seit 2020 sind Castor-Transporte gerollt bzw. geplant, bei denen Atommüll von Frankreich und Großbritannien nach Deutschland oder innerhalb Deutschlands von einem Zwischenlager in ein anderes verschoben werden soll, ohne dass es ein Konzept für eine langfristige Lagerung gibt und geben kann. Jeder einzelne Transport stellt ein zusätzliches Risiko durch radioaktive Verstrahlung dar.
Zwischen 1995 und 2011 eskalierte der Konflikt um die deutsche Atompolitik in der Regel einmal im Jahr auf den wendländischen Straßen. Immer dann, wenn der Castor kam.
Im Rahmen der Verhandlungen zum Standortauswahlgesetz (StandAG) gab Umweltminister Peter Altmaier (CDU) im April 2013 bekannt, die Castortransporte nach Gorleben zu stoppen. Das Atomgesetz wurde 2013 entsprechend novelliert. Es sollen in Gorleben keine weiteren Fakten geschaffen und die Glaubwürdigkeit der Endlagersuche untermauert werden. Diese Gesetzesänderung flankierte den "Neustart der Endlagersuche".
Die verbleibenden Behälter sollten auf andere Zwischenlager verteilt werden. Die Unterhändler der Regierungsparteien, der SPD und der Grünen hatten die "Lösung" dieser Zusage jedoch auf das Jahr 2014 vertagt, weil sich kein unionsgeführtes Land bereit fand, sich für die Zwischenlagerung der Castoren stark zu machen. Die „Lösung“ war dass, die Behälter "bis 2020 auf vier Standorte zu verteilen": Isar (Bayern), Brokdorf (Schleswig-Holstein), Biblis (Hessen) und Philippsburg (Ba-Württemberg).
Erkauft hat sich Bayern die Zustimmung zur Einlagerung der Behälter in Bayern durch ein Geschäft: die voraussichtlich 18 Behälter der Reihe MTR 3 mit hochradioaktiven, hochangereicherten Abfällen aus dem Forschungsreaktor (Forschungsneutronenquelle) FRM II Garching der TU München sollen in Ahaus eingelagert werden.
Die vier Transporte, die eigentlich für Gorleben bestimmt waren:
- Sellafield – Biblis im Oktober / September 2020
- La Hague – Philippsburg am 20. November 2024
- Sellafield – Isar im März / April 2025
- Sellafield – Brokdorf irgendwann in 2026
Diese Transporte sind „Ausdruck eines bewußt vergurkten und gezielt profitorientierten Durchwurstelns“, schreiben Aktivist:innen des Aktionsbündnis "Castor stoppen". Die Politik steuert der Klimakatastrophe nicht entgegen und sabotiert gleichzeitig die Energiewende. Statt dem massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien werden Forderungen nach Laufzeitverlängerungen für die alten Meiler immer lauter. Für die Atommülllagerung gibt es kein vertretbares Konzept, die „neue Suche“ ist weder transparent noch an größt-möglicher Sicherheit orientiert.
Nötig ist die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen, damit der Atommüllberg nicht weiter wächst und das Risiko schwerer Reaktorunfälle wenigstens gemindert wird.
WEITERE ATOMMÜLLTRANSPORTE
Jülich - Ahaus
Marode Straßen und Brücken, eine angespannte Sicherheitslage und ein nicht nachvollziehbaren Aufwand für die Polizei: trotzdem rollen dutzende über 130 Tonnen schwere Castor-LKW von Jülich nach Ahaus.
Seit März 2026 rollen die Behälter über 170km Autobahnen, von einem Großaufgebot der Polizei begleitet.
Sellafield - Brokdorf
2026 wird ein Castortransport aus dem britischen Sellafield mit Ziel Brokdorf erwartet. Der Umschlag vom Schiff auf die Bahn könnte im Hafen von Nordenham erfolgen. Der Castorzug rollt dann über Bremen und Hamburg bis zum AKW Brunsbüttel. Dann erfolgt ein Straßentransport bis zum Ziel.
Garching - Ahaus
Aus dem Forschungsreaktor FRM-II in Garching bei München ist die Anlieferung von Atommüll nach Ahaus angekündigt worden.
Im August 2025 wurden die Genehmigungen zur Aufbewahrung von bis zu 21 Castor-Behältern und der Transport von vorerst zwei Castoren mit 10 Brennelementen in zwei Straßentransporten genehmigt. Die Beförderungsgenehmigung ist bis Ende Mai 2027 gültig. Einen Transporttermin gibt es bisher offiziell nicht, die Planungen unterliegen der Geheimhaltung.
PRESSEMITTEILUNGEN & BEITRÄGE
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Atomkraftgegner klagen vor Gericht
Vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg kam es am 17. Juni gleich zu einem Verhandlungsdoppelpack wegen des Demo-Geschehens im Castorjahr 2006. Ab 9.45 Uhr drehte es sich um einen Zwischenfall am 11.11.2006 in Metzingen (Aktenzeichen VG Lüneburg 3A 75/07).
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Castortransporte – BI Umweltschutz: "Ein Festhalten an Gorleben kommt teuer zu stehen"
Die Kosten für die „Sicherung“ der Castortransporte nach Gorleben summieren sich bisher auf 290,5 Millionen Euro. Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann gab diese Zahlen Ende April im Rahmen einer Kleinen Anfrage der Linken bekannt. Dabei komme Deutschland völkerrechtlichen Verpflichtungen gegenüber Frankreich nach. Dennoch sei es nicht gelungen, die anderen Bundesländer an den Kosten für die…
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