"SMALL MODULAR REACTOR"
Die neue Hoffnung am Reaktorhimmel?
- Small Modular Reaktoren (SMR) werden als Innovation für die Zukunft der Atomkraft gesehen.
- SMR sind bislang nicht über den Projektstatus hinausgekommen.
- SMR sind nicht wirtschaftlich zu betreiben.
Zu klein, zu ineffizient und zu teuer: Die Kritik an Minimeilern (offiziell Small Modular Reactors oder SMR) konzentriert sich vor allem darauf, dass die Technologie noch nicht ausgereift ist, wirtschaftlich riskant bleibt und grundlegende Probleme der Atomkraft nicht löst.
1. Fehlende technische Reife und Verfügbarkeit
Keine kommerzielle Nutzung: In der westlichen Hemisphäre gibt es derzeit keinen einzigen SMR in kommerziellem Betrieb. Die meisten Konzepte existieren nur auf dem Papier oder befinden sich in frühen Entwicklungsphasen.
Lange Entwicklungszeiten: Kritiker weisen darauf hin, dass eine Serienreife erst in etwa 10 Jahren oder sogar erst nach 2035 zu erwarten ist. Für die drängenden Klimaziele kommen sie daher oft zu spät.
2. Hohe Kosten und mangelnde Effizienz
Wirtschaftliches Risiko: Entgegen dem Versprechen, SMR seien günstiger, gelten sie technisch gesehen oft als zu klein, ineffizient und teuer.
Skaleneffekte fehlen: Große Reaktoren profitieren von ihrer Größe. Bei SMR müssten enorme Stückzahlen in Serie gefertigt werden, um die Kosten pro Kilowattstunde konkurrenzfähig zu machen. Experten wie Edwin Lyman bezeichnen sie sogar als "Zeit- und Geldverschwendung".
3. Sicherheit und Umweltschutz
Müllproblem bleibt: SMR lösen die Endlagerfrage nicht. Sie produzieren weiterhin hochradioaktiven Abfall.
Proliferationsrisiko: Durch die geplante Verteilung vieler kleiner Reaktoren an unterschiedlichen Standorten (statt weniger großer Zentren) steigt der Aufwand für die Überwachung und der Schutz vor Missbrauch von Kernmaterial. Ein weiteres Risiko ist der höhere Anreicherungsgrad der Brennelemente, wodurch eine höhere Nutzungsmöglichkeit für militärische Anwendung gegeben ist.
Sicherheitsversprechen unbewiesen: Zwar setzen viele Konzepte auf passive Sicherheitssysteme, doch Kritiker bezweifeln, ob diese in der Praxis die versprochene absolute Sicherheit bieten können.
4. Politische und strategische Kritik
Ablenkung von Erneuerbaren: In Deutschland kritisieren Politiker (insbesondere in Sachsen), dass die Debatte um Mini-AKW vom notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien und der Netze ablenkt.
Rechtliche Hürden: Der Wiedereinstieg in die Atomkraft würde in Deutschland eine Änderung des Atomgesetzes erfordern, was politisch derzeit extrem umstritten ist.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Während Befürworter SMR als flexible und CO2-arme Ergänzung sehen, sehen Kritiker in ihnen eine technologische Illusion, die nicht bezahlbar ist und zu spät einsatzbereit sein wird.
BI TALK
Small Modular Reactors: Die neue Hoffnung am Reaktorhimmel? Vortragsfolien (Stand April 2026)
PRESSEMITTEILUNGEN & BEITRÄGE
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Zum Auftakt des Atomenergie-Gipfels hat die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) die Abkehr von der Atomkraft in Europa als einen „strategischen Fehler“ bezeichnet. Private Geldgeber, die in die Atomkraft investieren, sollten ihr Risiko abgesichert bekommen, und zwar in Höhe von 200 Mio. Euro. „Ausgerechnet von der Leyen“, kommentiert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) das…
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