PRESSEMITTEILUNG

Aufruhr im Emsland brachte 1977 Votum für Gorleben

Heftige Proteste im Emsland hatten 1977 zur Entscheidung für Gorleben als Standort einer Atommülldeponie beigetragen. Das berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung unter Hinweis auf Archivmaterial und Zeitzeugen.

Demnach sei Mitte der 70er Jahre zunächst Wippingen im nördlichen Emsland als Nukleares Entsorgungszentrum (NEZ) mit Wiederaufarbeitungsanlage und Atommüllendlager favorisiert worden. Dagegen liefen jedoch die Bevölkerung und die in der Region dominierende CDU mit einflussreichen Politikern wie Rudolf Seiters und Walter Remmers Sturm.

Ein zentrales Argument gegen das Atomprojekt bildete dem Bericht zufolge die Belastung mit militärischen Anlagen wie Bombenabwurfplatz und Schießgelände der Bundeswehr. Der Widerstand potenzierte sich laut Osnabrücker Zeitung noch durch die parallel geplante Kreisreform, die eine Fusion des damals selbstständigen Aschendorf-Hümmling mit Meppen und Lingen zum Großkreis Emsland vorsah. Der spätere Justizminister Remmers galt in der damals nur mit einer Stimme Mehrheit ausgestatteten CDU/FDP-Koalition als schroffer Gegner der Reform.

Am 22. Februar 1977 verkündete der damalige Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) dann überraschend die Entscheidung für Gorleben. Mit den Hintergründen dieses Beschlusses befasst sich zur Zeit ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss des Bundestages (PUA Gorleben); Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) will in dieser Woche eine wissenschaftliche Studie über die Standortwahl präsentieren. Da sind wir gespannt, welches Märchen Sanders uns auftischen wird.

  • Quelle: http://www.neue-oz.de/preexport_startseite/2505-now-wippleben-11.html

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