PRESSEMITTEILUNG
Castor wie Schützenfest?
Mit Empörung reagiert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) auf Aussagen des Gartower Bürgermeisters Friedrich-Wilhelm Schröder, der in einem Zeitungsinterview die Proteste gegen den Castor-Transport und den Weiterbau im sogenannten Erkundungsbergwerk Gorleben mit einem „Schützenfest“ verglich.
Nach Meinung des CDU-Politikers habe das Zwischenlager bislang vor allem Vorteile für die Samtgemeinde gebracht. 830.000 Euro bekomme die Gemeinde jährlich aus den Ansiedlungsverträgen. „Das stützt unsere Infrastruktur“, ist sich Schröder sicher. Die Samtgemeinde Gartow habe keine Schulden. Ohne das Geld wäre das Thermalbad oder die Mehrzweckhalle wohl nie gebaut worden. Auf die Vorhaltung von Kritikern, die diese Gelder als „Bestechungsgelder“ bezeichnen, zeigte sich Schröder „unempfindlich“, heißt es in dem „Westen“ der WAZ-Gruppe. Er verwies auf die „vielen Arbeitsplätze“, die es durch das Zwischenlager gebe. Etwa 100 Menschen arbeiteten dort, 200 weitere im sogenannten Erkundungsbergwerk. „Das ist ein echter Wirtschaftsfaktor in einer so strukturschwachen Region.“
Schröder tritt demnach auch für Endlager in Gorleben ein. Von dem Erfolg des Projektes hänge schließlich viel ab. Sollte es kein Endlager in Gorleben geben und auch das Zwischenlager aufgelöst werden, wisse er nicht „ob die Gemeinde so noch bestehen kann“, sagt er.
„So unverhohlen negiert der Gartower Bürgermeister die Fakten, weder die erhöhten Strahlenwerte im Castorlager noch die geologischen Einwände im Bergwerk zählen, es zählt das Geld“, hält ihm BI-Sprecher Wolfgang Ehmke vor.
Wolfgang Ehmke 0170 510 56 06
Das Dokument in voller Länge:
http://www.derwesten.de/nachrichten/castor-ist-doch-wie-schuetzenfest-id6075664.html
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