PRESSEMITTEILUNG

Endlagersuche für Atommüll: Bundestagskommission ist eingeknickt

Die Endlagerkommission des Deutschen Bundestages ist eingeknickt. Nach anfänglichem Protest gegen den völlig neuen Auftrag, nicht allein die Sicherheitskriterien für ein Atommülllager für den hochradioaktiven Abfall zu definieren, wird die Kommission nun auch die Lagerung schwach-, mittel- und hochradioaktiver Abfallstoffe an einem gemeinsamen Endlagerstandort beschreiben.

Darauf hat sich die Kommission am Freitag in Berlin nach einer intensiven Diskussion über das Nationale Entsorgungsprogramm der Bundesregierung verständigt.

„Das ist absurd. Kurz vor der Abfassung des Schlussberichts drängte das Bundesumweltministerium der Kommission den völlig neuen Arbeitsauftrag auf, nach einem Mischlager für alle Arten von Atommüll zu suchen“, konstatiert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI).

Hintergrund ist das Nationale Entsorgungsprogramm der Bundesregierung, in dem die Frage aufgeworfen wird, wo die Abfälle aus der havarierten Asse II und der Atommüll aus der Urananreicherungsanlage in Gronau bleiben sollen.

Die Endlagerkommission will nun in äußerst kurzer Zeit in einem zusätzlichen Berichtskapitel darstellen, „ob und gegebenenfalls unter welchen Bedingungen … schwach und mittel radioaktive Abfälle an einem Standort mit den hoch radioaktiven Abfällen gelagert werden können“.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke warnt: „Das wird die Wahl möglicher Standorte drastisch einschränken, weil eine solche Deponie zumindest deutlich mehr Volumen haben muss. Wir bezweifeln, dass in so kurzer Zeit eine Risikoanalyse erarbeitet werden kann, zumal niemand weiß, was in der Asse II letztlich eingelagert wurde. Für Gorleben jedoch wurde im Zusammenhang mit der vorläufigen Sicherheitsanalyse Gorleben eine Mischlagerung erwogen, das macht uns hellhörig.“

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

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Wolfgang Ehmke, Pressesprecher

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