Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Pressemitteilung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Aktionsbild gegen #castor2020

Erstmals nach vielen Jahren sollen wieder Castor-Transporte aus den Plutoniumfabriken in Sellafield in England und aus La Hague in Frankreich nach Deutschland rollen.

Als Auftakt droht noch in diesem Frühjahr ein Atommülltransport aus Sellafield ins Zwischenlager im hessischen Biblis.

Gemäß der bereits 2015 von der Bundesregierung mit den Energiekonzernen ausgehandelten Vereinbarung ist der Zielort nicht mehr Gorleben. Die fraglichen 21 Behälter werden nun auf vier Atomstandorte auf die sogenannten „Standort-Zwischenlager“ nach Biblis, Philippsburg, Isar und Brokdorf verteilt.

In Sellafield werden die Behälter mit dem hochradioaktiven Atommüll für den Transport nach Biblis beladen. Am 9. Oktober 2019 fand bereits ein Castor-Probetransport nach Biblis statt. Am 23. Dezember 2019 wurde die Aufbewahrung der hochradioaktiven Brennelemente im Zwischenlager Biblis genehmigt. Die Transportgenehmigung werde „mit Priorität“ bearbeitet, heißt es aus der zuständigen Behörde. Es könnte also schon bald Ernst werden.

Aus La Hague sollen 2020 oder 2021 weitere Behälter nach Philippsburg rollen, es folgen Transporte aus Sellafield in den Jahren 2023/2024 nach Isar und Brokdorf.

Rückkehr der Untoten“

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) unterstützt das Bündnis, das sich gegen diese Transporte zur Wehr setzt: „Der Nachklapp zu den Castor-Transporten, die bis 2011 nach Gorleben rollten, wirke wie die Rückkehr der „Untoten“. Und auch die medial befeuerte Debatte um eine „Renaissance“ der Atomkraft gehört zu diesem Genre.“

Die Auseinandersetzung um die Atomkraft hat gerade wieder Fahrt aufgenommen. Derzeit wird nicht der Klimakatastrophe gegengesteuert, sondern die Energiewende sabotiert.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: „Deshalb heißt es präventiv: Castor-Stopp meint auch Atomkraft-Stopp!“

Mit einem „Aktionsbild“ warb sie am Wochenende für die Unterstützung der Proteste. Für viele Menschen sei der deutsche Atomausstieg beschlossene Sache. Doch sechs Reaktoren laufen noch. Die Frage sei, ob durch das Abwürgen der Energiewende Sachzwänge geschaffen werden sollen, um deren Weiterbetrieb über die vorgesehen Stilllegungsdaten hinaus zu erzwingen.
Jeder Transport bedeutet auch das Risiko von Unfällen, Sabotage oder Anschlägen. „Ein Castor-Behälter ist nicht „absolut sicher“, wie es die Betreiber immer behaupten. Ihrer Konstruktion liegen unrealistische Unfallszenarien zugrunde, so dass von großflächiger Verseuchung bei einem schweren Unfall mit Freisetzung des Inventars ausgegangen werden muss. Risikominimierung bedeutet Transporte-Stopp! Solange es kein Endlager in Deutschland gibt, machen diese Transporte keinen Sinn“, unterstreicht die BI.

Der Zeitplan der Endlagersuche bringe es außerdem mit sich, dass die Behälter deutlich länger als bisher genehmigt in den Zwischenlagern aufbewahrt werden müssen, das berge völlig neue Risiken. Zwar wird bekanntlich „neu gesucht“, doch das Suchverfahrens ist mit vielen Fehlern behaftet. Eine Option ist: Gorleben bleibt der Notnagel für den Fall, dass die Endlagersuche scheitert.

Aktionstag Castor 2020

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Pressesprecher
Wolfgang Ehmke
Tel. 0170 510 56 06

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