PRESSEMITTEILUNG
Der ehemaliger Asse-Chef Kühn spricht die Unwahrheit – Erneuter Protest in Gorleben
Professor Klaus Kühn gilt als international renommierter Experte. Für seine Aktivitäten zu Fragen der nuklearen Endlagerung wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Er setzt auf Salz als Endlagermedium für radioaktive Abfälle und plädiert selbst jetzt, nachdem seine Mitschuld für das Asse-Debakel Thema der Befragung ist, gleich für das nächste Debakel: für Gorleben.
Doch sein Lebenswerk, die Asse II, säuft ab. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgen deshalb auch die Gorleben-Gegner, wie sich Kühn vor dem Untersuchungsausschuss äußerte, denn immer noch trägt sein Renommee („Endlagerpapst“) dazu bei, dass sich Politiker auf seine Aussagen berufen.
Das ist jetzt vorbei. Wenigstens für die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI): „Kühn hat im Ausschuss glatt die Unwahrheit gesagt, das diskreditiert auch alle seine Pro-Äußerungen zu Gorleben.“ Kühn sei wissenschaftlich unredlich und stelle der Atomwirtschaft und der Politik Persilscheine aus. „Wir kennen seine Gutachten und können nachlesen, dass Kühn trotz der Hinweise auf die Gefahr von Wassereinbrüchen willfährig das Gegenteil behauptete und so den Weg dafür ebnete, dass in die Gruben der Asse II Atommüll eingelagert werden konnte“, unterstreicht die BI. „Wer, wie Kühn, dennoch schlussfolgerte, die Gefahr von Wasser- oder Laugeneinbrüchen sei Žals minimal anzusehen bzw. mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sogar auszuschließenŽ, der sollte sich auf die Zunge beißen, anstatt nun auch noch Gorleben herbeizureden.“
Unterdessen demonstrierten heute (Sonntag) erneut 70 Atomkraftgegner mit einem „Spaziergang“ rund um den Schwarzbau Gorleben gegen die Absicht der schwarz-gelben Bundesregierung, den Weiterbau Gorlebens als Atommülldeponie voranzutreiben. Erst Samstag hatten 120 Atomkraftgegner in Salzwedel vor der E.on-Zentrale gegen die Fortsetzung der Atomkraftnutzung und deregulierte Laufzeiten protestiert.
Dokumente:
- Kühn 1966: „Wassereinbruch in Asse unwahrscheinlich“
Studie über die Gefahr eines Wasser- oder Laugeneinbruchs in das Grubengebäude des Schachts Asse-II - Kühn 1967: „Wassereinbrüche ausgeschlossen“
Studie über die bisherigen Laugenzuflüssen auf den Asse-Schächten und die Gefahr eines Wasser- oder Laugeneinruchs in das Grubengebäude des Schachts II
Wolfgang Ehmke, Tel. 0170 – 510 56 06
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