PRESSEMITTEILUNG

46 Jahre Gorlebenkonflikt – getrübte Erfolgsbilanz

Vor 46 Jahren, am 22.2.1977, wurde das Elbdorf Gorleben als Standort für ein nukleares Entsorgungszentrum benannt. Die Entscheidung des damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten, auf 12 Quadratkilometern über dem Salzstock eine Wiederaufarbeitungsanlage, eine Brennelementefabrik, eine Konditionierungsanlage und letztlich ein Atommüllendlager zu errichten, stieß auf heftigen, über die Jahre wachsenden Protest.

„In der Rückschau können wir natürlich stolz sein, dass aus diesem Mammutprojekt nichts wurde“, bilanziert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). Im Gespräch mit dem „Wochenspiegel“ sagt BI-Sprecher Wolfgang Ehmke, es sei kaum auszumalen, wie sich die Region mit dem Atommüllzentrum entwickelt hätte.

Doch die Erfolgsbilanz, auch nach Ausscheiden des Salzstocks im Endlagersuchverfahren im Herbst 2020 , ist getrübt: „Es gibt mehr Versprechungen als reale Umsetzungsschritte“, merkt die BI an. Die Pilotkonditionierungsanlage soll, weil veraltet, abgerissen werden. Jährlich schlägt ihr „Betrieb“ – sie ging nie in Betrieb -, weil atomrechtlich genehmigt, immer noch mit 5 Millionen Euro zu Buche.

Der Rückbau des Endlagerbergwerks ist beschlossen, aber immer noch wird das Bergwerk offengehalten. Und das koste ebenfalls Millionenbeträge.

Und längst zeichne sich ab, dass das Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle weitere Jahrzehnte betrieben werden muss. „Statt einer zusätzlichen Mauer um die Halle mit den 113 Castorbehältern herum sollte dort gleich ein robuster Neubau entstehen, mahnt die BI an: „Wir werden konsequent darauf hinarbeiten, dass bis zu unserem 50. Jahrestag die Erfolgsbilanz stimmig ist.“

Wolfgang Ehmke/ BI-Büro Rosenstr.20/ 29439 Lüchow/ 0170 510 56 06

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Wolfgang Ehmke, Pressesprecher

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