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Atommüll-Rücktransport aus England hat offenbar begonnen

Eine Lieferung von Atommüll in Castorbehältern aus der britischen Plutoniumfabrik Sellafield mit Ziel Zwischenlager Brokdorf in Schleswig-Holstein hat offenbar begonnen. Ursprüngliches Ziel dieser „Rücktransporte“ aus der Wiederaufarbeitung im Ausland war das Zwischenlager Gorleben.

Im Hafen Barrow-in-Furness, unweit des gigantischen Anlagenkomplex Sellafield, würden die Behälter auf das Spezialschiff „Pacific Grebe“ verladen, hieß es aus gut informierten Kreisen. Nach Barrow wurden die Castorbehälter vom Typ HAW28M, befüllt mit hochradioaktiven Abfällen, per Eisenbahn gebracht. Die englischen Aktivist:innen rechnen „bald“ mit der Abfahrt des Schiffes mit Ziel Deutschland.

Die Überfahrt über die Nordsee dauert etwa 5 Tage. Angelaufen wird ein „deutscher Seehafen“, vermutlich Nordenham. Von dort geht die Reise des Atommülls per Bahn über Bremen und Hamburg weiter bis Brunsbüttel. Dort muss eine Umladung auf Straßentransporter für das letzte Teilstück nach Brokdorf erfolgen.

Ziel der „Rücktransporte“ aus der Wiederaufarbeitung von verbrauchten Brennelementen aus dem Betrieb der deutschen AKW war ursprünglich Gorleben, bis sich im Rahmen des Atomausstiegs auf eine Umverteilung auf die Zwischenlagerhallen an den deutschen Meilern geeinigt werden konnte. Anlass für Proteste gegen diese Transporte ist, dass die Behälter für eine unbestimmte Zeit in unsicheren Zwischenlagerhalle geparkt werden. Ein Endlager für den Atommüll gibt es nicht. Mit Atommülltransporten wird das Problem nur von einem Ort zum anderen verlagert, aber nicht gelöst.

Die Zwischenlagerhallen, in denen die Behälter dann geparkt werden, sind das nächste Sicherheitsproblem. Einst für 40 Jahre Betrieb gebaut und genehmigt endet dieser Zeitraum in Gorleben schon 2034. Die staatliche Betreiberbehörde BGZ will eine Verlängerung beantragen, möglicherweise geht es um Zeiträume bis 2140. Schon ganz am Anfang dieses Verfahrens wird deutlich, dass das Gefahrenpotential systematisch kleingeredet, neue Bedrohungslagen ignoriert und Transparenz sowie Öffentlichkeitsbeteiligung vernachlässigt werden.

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Jan Becker

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