PRESSEMITTEILUNG
Castorstopp oder Rechentricks? BI Umweltschutz appelliert an Sander
Geht es um Gorleben, so assoziiert man derzeit die Begriffe „Strahlenwerte“ und „Endlager“ mit dem Elbdorf. Den Gorleben-Gegnern fallen dazu noch andere Begriffe ein, zum Beispiel „Rechentricks“ und „Täuschung der Öffentlichkeit“.
Das könnte sich am Dienstag ändern, wenn der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) seiner Fachbehörde, dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) folgt und zugibt, dass mit der Einlagerung weiterer 11 Behälter mit hochradioaktivem Müll der genehmigte Grenzwert von 0,3 Millisievert übertroffen wird.
„Wir appellieren an die Atomaufsicht, der Farce um das Herunterrechnen von gemessenen Strahlenwerten ein Ende zu bereiten“, schreibt die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) einen Tag vor der angekündigten Entscheidung. Die Politik hat mit jeder Enthüllung, wie es überhaupt zu Gorleben als „Nukleares Entsorgungszentrum“ Ende der 70er Jahre und damit zum Atommüllstandort wurde, ein wachsendes Glaubwürdigkeitsproblem. „Das wird jetzt noch getoppt, indem mit Werten für eine natürliche Hintergrundstrahlung jongliert wird, die „gewonnen“ wurden, als bis zu 40 Castoren in Gorleben eingelagert waren.
„Kurz vor seiner Pensionierung soll Sander einmal den Mut haben, Kante zu zeigen und sich der Wahrheit verpflichten und den Castor zu stoppen“, rät BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.
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