PRESSEMITTEILUNG

Loch in der Decke

In Kalifornien ist ein Militärjet vom Typ F-16 in eine Lagerhalle gestürzt. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz aus der Maschine retten, berichtet die Tageszeitung Welt. Ein ähnliches Bild mit einem klaffenden Loch – siehe Bericht in der Welt Loch in der Decke – hätte auch in Gorleben bei einem Flugzeugabsturz entstehen können, allerdings wäre das vermutlich nicht so glimpflich abgelaufen, meint die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI).

„Immer noch werden die Atomanlagen in Gorleben überflogen. Dass die Castorhalle mit einer Deckenstärke von nur 20 Zentimetern einem Absturz standhalten würde, ist undenkbar“, so die BI.

In diesem Zusammenhang kritisiert die BI, dass bisher keinerlei Reaktion vom Umweltministerium in Hannover zum Neubau eines Zwischenlagers in Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) erfolgte. Die Gorleben-Gegner*innen hatten kürzlich darauf verwiesen, dass der dortige Neubau einer Castorhalle völlig neue Maßstäbe hinsichtlich der Sicherung der Atommülllagerung gegen einen Flugzeugabsturz oder Beschuss setze – mit einem monolithischen Betonbau und einer Wandstärke von 1,80 Meter.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: „Die Behauptung, dass die Castorbehälter selbst bei einem Flugzeugabsturz nicht zerstört werden können, wird damit hinfällig, in Lubmin werden neue Sicherheitsmaßstäbe gesetzt.“

Keinen Schutz gegen einen Flugzeugabsturz biete im Übrigen die Halle mit schwach- und mittelaktiven Abfällen gleich neben dem Castorlager. Ein aktuelles, belastbares Gutachten, welche radiologischen Auswirkungen ein Folgebrand für die Bewohner*innen im Umland hätte, fehlt offensichtlich immer noch.

Ironisch fragt die BI: „Gibt es in Hannover eine Atomaufsichts- oder eine Atomwegsichtbehörde?“

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

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