Zu teuer, zu langsam, zu riskant: Atomkraft hat keine Zukunft!
40 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und 15 Jahre nach Fukushima warnen 32 Umwelt- und Sozialverbände sowie Anti-Atom-Initiativen – darunter die BI – vor einer politischen Scheindebatte über Atomkraft. Sie fordern eine konsequente Energiewende auf Basis erneuerbarer Energien. – hier mehr
Wendland = Windland? Ausbau ohne Maß?
Seit der Standortbenennung Gorlebens 1977 hat sich die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg für den Ausbau der Regenerativen als Alternative zur Atomkraft eingesetzt. Die drei Windanlagen auf dem Jeetzler Berg bei Lüchow stehen für dieses Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, die sich in einer Energiegenossenschaft zusammengeschlossen haben. An dieser Linie – Regenerative statt Atomkraft – gibt es nichts zu Rütteln.
Im Landkreis Lüchow-Dannenberg sind derzeit umfangreiche neue Windkraftflächen geplant – in einer Größenordnung, die allerdings viele Fragen aufwirft. Was bedeutet dieser Ausbau konkret für Natur, Landschaft und die betroffenen Gemeinden? Wie viel Windkraft verträgt das Wendland – und gibt es Alternativen zum immer weiteren Flächenverbrauch? Die BI Windkraft Zernien stellt die aktuellen Planungen und deren Auswirkungen vor. (mehr …)
Erneuerbare Energien verteidigen: Demos am 18. April
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) greift die Energiewende an – doch quer durch die Gesellschaft formiert sich Widerstand. Mit Demos für die erneuerbaren Energien wird der Protest am 18. April auf die Straße gebracht. Seite an Seite demonstrieren Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft: Mieter*innen und Unternehmen, Klimaschützer*innen und das Handwerk. Für saubere Energie, für Unabhängigkeit, gegen fossile Lobbypolitik. Sei dabei, in Hamburg, Berlin, Köln oder München. Alle Infos: https://erneuerbare-energien-verteidigen.de/
Gorleben Rundschau
Unsere neue Gorleben Rundschau ist erschienen. Im Fokus steht natürlich unser Programm während der kommenden Kulturellen Landpartie im Wendland. Inhaltlich beschäftigen wir uns dieses Mal u.a. mit den „Minimeilern“ und Kernfusion, die uns als künftige Lösungen der Energieversorgung verkauft werden – ihre Versprechen aber niemals halten werden. Ein langer Artikel klärt über die Pläne des Zwischenlagerbetreibers auf, warum die Lagerzeiten für die Castoren in Gorleben deutlich verlängert werden sollen – und was unsere Kritik daran ist. (mehr …)
18. April, Berlin: „Nein bleibt Nein, weder Atomenergie noch Atomwaffen!“
Auch dieses Jahr unterstützt die BI wieder den Aufruf zur „Kazaguruma Demo“ anlässlich des 15. Jahrestages von Fukushima und des 40. Jahrestages von Tschernobyl,die am 18. April am Brandenburger Tor in Berlin stattfindet. (mehr …)
Newsletter April
Was bewegt die BI zur Zeit, welche Aktionen stehen an? Wir haben unseren aktuellen Newsletter für April heute veröffentlicht! Du bekommst ihn noch nicht? Sei künftig immer gut informiert, trag dich ein!
Castortransporte nach Ahaus
Nun rollen sie also wieder. Der erste von insgesamt 152 Castoren trat am 24.03.2026 um kurz nach 22:00 Uhr seine sinnlose Reise von Jülich nach Ahaus an. Dort kam er um rund 02:00 Uhr in der Nacht ohne größere Störungen an. Der längste, der teuerste und der überflüssigste Transport in ein Zwischenlager das baugleich mit dem Zwischenlager in Gorleben ist. Das dortige Zwischenlager mit lediglich 20 cm Deckenstärke ist noch bis 2036 genehmigt, somit wird auch dort in naher Zukunft eine Neugenehmigung erforderlich sein. (mehr …)
BI stellt sich für 2026 neu auf
Die Stühle im Saal reichten kaum aus, über 70 BI-Mitglieder kamen am Sonntagnachmittag (15. März) zur diesjährigen Mitgliederversammlung in die Trebler Bauernstuben. Noch während der Mitgliederversammlung gab es Eintritte, zur Zeit sind es 1026 Mitglieder. Ein gutes Zeichen, so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke, zumal im Sommer die Gorleben-Betreiberin BGZ ihren Antrag stellen wird, das Brennelementzwischenlager über das Jahr 2034 betreiben zu können.
Martin Donat (Vorsitz), die BI-Vorständler Dr. Peter Widmayer, Elisabeth Hafner-Reckers und Pressesprecher Wolfgang Ehmke informierten über die Aktivitäten der Initiative, die allerdings weit über die Thematik der Neugenehmigung des Brennelementzwischenlagers in Gorleben hinausreicht. Der Kontext ist ein brandaktueller, zumal die Debatte um die Frage, ob der Atomausstieg in Deutschland falsch gewesen sei, nicht abreißt. (mehr …)
„Das Wunder von Gorleben“ – Neuauflage
Wie die Zeit vergeht!
Vor 49 Jahren, am 22. Februar 1977, benannte Ernst Albrecht (CDU) Gorleben als Standort für ein Nukleares Entsorgungszentrum.
Er brachte mit seiner Entscheidung prompt die Landwirte, seine Kernwählerschaft, gegen sich auf. Im Lüchower Gildehaus referierte auf Einladung des Landvolks just an diesem Tag Dr. Carsten Salander von der späteren Deutschen Gesellschaft zur Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen (DWK), die mit ihren Atomplänen in Gorleben, Dragahn, Wackersdorf und anderswo für Furore sorgte.
Da saßen sie alle zusammen, als die Gorleben-Entscheidung verkündet wurde, und kamen aus dem Staunen nicht heraus. Eine Wiederaufarbeitungsanlage ist ein Atom- und Chemiefabrik. Der Acker, das Wasser, die Luft würden kontaminiert. Wenige Tage später rollten die ersten Trecker durch die Kreisstadt Lüchow.
Das „Wunder von Gorleben“ erscheint jetzt in einer Neufassung
In seinem Essay-Band „Das Wunder von Gorleben“ stellt Wolfgang Ehmke die steile These auf, dass dieses verstörende Timing einer der Treibsätze für den Gorleben-Widerstand war, in einer Kette von vielen Zufällen, Glücks- und Unglücksfällen, die der Bewegung schließlich zum Erfolg verhalfen. (mehr …)
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PRESSEMITTEILUNGEN
Deklaration von 32 Umwelt- und Sozialverbänden sowie Anti-Atom-Inis
Eine konsequente Energiewende gibt es nur ohne Atomkraft. In den letzten Jahren wird immer deutlicher, dass die Energiewende kein reines Umwelt- und Klimaschutzprojekt ist. Für Menschen in Europa geht es um Energiesicherheit, stabile Preise und die Unabhängigkeit von autoritären Regimen. Das Abschalten der letzten Atomkraftwerke vor drei Jahren war dafür ein wichtiger Schritt. Trotzdem profilieren…
Wendland = Windland? Ausbau ohne Maß?
Seit der Standortbenennung Gorlebens 1977 hat sich die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) für den Ausbau der Regenerativen als Alternative zur Atomkraft eingesetzt. Die drei Windanlagen auf dem Jeetzler Berg bei Lüchow stehen für dieses Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, die sich in einer Energiegenossenschaft zusammengeschlossen haben. BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: „An dieser Linie – Regenerative statt…
40 Jahre Tschernobyl
Der SuperGAU in Tschernobyl vor 40 Jahren steht im Fokus für zwei Gedenkveranstaltungen der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). Am 16. April liest BI-Sprecher Wolfgang Ehmke aus der Groteske „Tanz den SuperGAU“, unterstützt von der Rezitatorin Doris Krohn. Über die aktuelle Lage vor Ort und die Kriegseinwirkungen in der Ukraine unterrichtet die Ärztin und BI-Vorständlerin Dr.…
TERMINE & AKTIONEN
| Do. 16.04.2026 16 Uhr | Lüchow, K.(punkt) Kulturladen Langestr.49 | 40 Jahre Tschernobyl – „Tanz den SuperGAU“ Lesung der Groteske Wolfgang Ehmke Infos zu Tschernobyl und Saporischschja heute Dr. Elke Schrage Hutkasse | |
| Sa. 18.04.2026 12 Uhr | Berlin, Brandenburger Tor | 15./40. Jahrestag Fukushima/Tschernobyl Kazagurama-Demo mit Elisabeth Hafner-Reckers (BI) | |
| So. 19.04.2026 13 Uhr | Gorleben, Atomanlagen Beluga-Schiff | Sonntagsspaziergang rund um das Gelände des ehemaligen Endlagerbergwerks, findet seit dem 25.10.2009 jeden Sonntag ohne Unterbrechung statt, solange bis das Bergwerk wieder verfüllt ist | |
| So. 19.04.2026 14 Uhr | Gorleben, Atomanlagen an den Kreuzen Mastenweg | Gorlebener Gebet - jeden Sonntag um 14.00 Uhr versammeln sich Menschen im Wald von Gorleben unter Kreuzen zu einer etwa halbstündigen Andacht. Motto: "Bleibet hier – wachet und betet." |
GORLEBEN RUNDSCHAU
Manche Fehler sollte man nur einmal machen. Die Tochter des CDU-Politikers Ernst Albrecht , der uns 1977 den Schlamassel mit Gorleben beschert hat, die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, eben noch eine glühende Verfechterin des „Europäischen Green Deals“, weinte in den Iden des März der Atomkraft Krokodilstränen hinterher. Der deutsche Atomausstieg sei angeblich ein „strategischer Fehler“ gewesen. Pünktlich zum 15. Jahrestag der unbewältigten Nuklearkatastrophe von Fukushima nannte sie diese Hochrisiko-Technologie „zuverlässig, bezahlbar und emissionsarm“. Sie sprang damit dem französischen Premier Macron bei, der nach einem Atomenergie-Gipfel in Frankreich die Renaissance der ständig abgeschalteten französischen Pannenreaktoren verkündete. Private Investitionen in angeblich so nachhaltige Atomtechnologien will die EU zukünftig aus dem Emissionshandel absichern.
Kleine modulare Reaktoren, einst als Antrieb für Atom-U-Boote entworfen und bis heute nicht serienreif entwickelt, seien angeblich sicherer und könnten bei Stromlücken der Erneuerbaren hoch- und runtergefahren werden. Tatsächlich aber würden Tausende oder gar Zehntausende Reaktoren benötigt, womit sich nicht nur das Risiko von Unfällen vervielfachen würde, sondern auch das Risiko der Proliferation, also der Entwendung von radioaktivem Material, von potenziellen Zielen im Kriegsfalle ganz zu schweigen.
Bis eine derartige Zukunftstechnologie einen nennenswerten Beitrag zur Stromsicherheit liefern könnte, sollten wir ohnehin längst bessere Speichertechnologien entwickelt haben, weil wir sonst das Rennen um eine nachhaltige, klimagerechte Zukunft lange verloren hätten. Für diese Forschung und Entwicklung fehlte aber jeder Cent, der in die rückwärtsgewandte Technologie Atomkraft vergeudet würde. Die Menge des zu lagernden Atommülls würde sich allerdings je nach Konzept verdrei- bis verzwanzigfachen.
Was meinte Frau von der Leyen also mit „Strategie“? Shinzo Abe, der japanische Premier nach der Nuklearkatastrophe, sagte 2013 anlässlich des Hiroshima-Gedenkens, Japan brauche Atomkraft aus „geopolitischen Gründen“. Seine Nachfolgerin, die Premierministerin Takaichi, möchte nun nach ihrem Erdrutschsieg mit Zwei-Drittel-Mehrheit und ihrem rechts-nationalen Koalitionspartner die japanische Nachkriegs-Verfassung ändern und zuvorderst den Pazifismus-Artikel abschaffen. Ihre ultranationalistische Interessengruppe Nippon Kaigi tritt derweil offen für Geschichtsrevisionismus ein und möchte die Verbrechen des japanischen Militärs im zweiten Weltkrieg in eine „Befreiung Ostasiens“ umdeuten. Vor diesen Hintergründen ist es nicht ganz unbedeutend, dass die meisten Konzepte von SM-Reaktoren auf der Abspaltung von waffenfähigem Plutonium basieren.
In einer Zeit, in der Multimilliardäre der Tech-Konzerne Kriege mitentscheiden, wo künstliche Intelligenz nicht nur alle Energie verschleudert, die wir einsparen, sondern auch noch Bombardierungsziele aussucht und „Kollateralschäden“ verantwortet; wo auch westliche Demokratien drohen, in die Hände von Oligarchen und korrupten Strukturen zu fallen, sollten uns diese Überlegungen und Entwicklungen wirklich Angst machen. 76 Jahre Frieden in diesem Land haben wir einer mühsam ausgehandelten „regelbasierten Weltordnung“ zu verdanken. Die angebliche Abschreckung von Atomwaffen basiert lediglich auf der Annahme, man könne dem Gegner glaubhaft machen, eher die Sicherheit und das Leben zu riskieren, als Freiheit und Selbstbestimmung aufzugeben. Es erscheint aber wahrscheinlich, dass Islamfaschisten und andere totalitäre Regimes hier weitaus opferbereiter sein könnten als westliche Demokratien. Außerdem steigt mit weiterer nuklearer Aufrüstung die Gefahr, dass die roten Knöpfe in die Hände von korrupten Kräften fallen könnten, die womöglich nur an den Börsen auf den Ausgang dieses letzten Abenteuers der Menschheit wetten.
Martin Donat,
Vorsitzender der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.
