Asse und Gorleben – Veranstaltungshinweis
Die Asse II ist für die Gorleben-Gegner ein Modellprojekt der besonderen Art. In situ wurden in dem Salzbergwerk Versuche in neu erschlossenen Feldern getätigt, mit Blick auf Gorleben. Die Asse II-Gegner kämpfen heute für profane Forderungen: „Pumpen statt Fluten“, um so Zeit zu gewinnen, den Müll aus dem havarierten Atommüllendlager zu bergen, bevor es absäuft. Dipl.-Ingenieur Udo Dettmann berichtet auf einer Veranstaltung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) am kommenden Freitag in der „Alten Post“ Dannenberg um 19.30 Uhr von den Hintergründe der Kampagne.
Doch zuvor wird Egbert de Beyer berichten, wie es zu dem Desaster in der Asse II kam. Der Dipl.-Ingenieur hatte in den 70er-Jahren im niederländischen Delft Bergbau studiert. Was der heute 63-Jährige 1979 in seiner Diplomarbeit über die Asse II schrieb, klingt heute wie eine wahr gewordene Prophezeiung, geschildert mit einer erschreckenden Präzision:
„Die Lauge kann die elastische Schicht verlassen und durch Spalten infolge von Gewinnungsarbeiten in die Grube strömen. Das auf die Lauge folgende Süßwasser wird nicht mehr zu stoppen sein und die Grube ersaufen lassen.“
Der Chef der damaligen Asse II-Betreiberin, der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung (GSF) München, reagierte „wutentbrannt“, erinnert de Beyer. Die GSF hatte im Ausland nach jemandem gesucht, der eine Arbeit zum „Verfüllen der Kammern in dem jungen Steinsalz der Asse-II-Grube“ anfertigen sollte. Als de Beyer ihnen vorrechnete, dass die Schachtanlage instabil sei, reagierten die Verantwortlichen schroff, berichtete unlängst die Elbe-Jeetzel-Zeitung.
Sein Professor habe sich einschalten müssen – und auf Druck sei die Diplomarbeit abgeschwächt worden.
„Das kennen wir von den Ergebnissen des Tiefbohrprogramms in Gorleben, kam es ungünstig für Gorleben, wurden die Resultate unter den Tisch gekehrt oder abgeschwächt“, erinnert Wolfgang Ehmke (BI).
Wolfgang Ehmke, Tel. 0170 – 510 56 06
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