Atommüllkonferenz in Göttingen: Anti-Atom-Initiativen beschließen Aktionsschwerpunkte

Zwei Schwerpunkte der nächsten sechs Monate kristallisieren sich für die Anti-Atom-Bewegung heraus: Die Folgen der Reaktorkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima auf der einen Seite, die ungelöste Atommüllentsorgung auf der anderen Seite werden in ihrem Fokus stehen.

Rund 80 Delegierte aus Anti-Atom-Initiativen und Umweltverbänden kamen am Wochenende zur 8. Atommüllkonferenz in der Volkshochschule Göttingen zusammen, darunter auch eine starke Delegation der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI).

Input-Referate zur Konditionierung von Atommüll, Fachbeiträge zu Fragen wie der umstrittenen Freimessung radioaktiver Abfälle und die sich abzeichnende Entwicklung, dass aus Zwischenlagern nun mangels Endlager Dauerlager werden, prägten den fachlichen Teil der Veranstaltung.

Die Jahrestage der Reaktorkatastrophen in Tschernobyl vor 30 Jahren und im japanischen Fukushima vor 5 Jahren werden sich in den nächsten Wochen in zahlreichen Veranstaltungen, Mahnwachen und Kundgebungen niederschlagen. Noch immer existiert eine Sperrzone rund um Tschernobyl, während in Fukushima Menschen zur Rückkehr in die verstrahlten Gebiete genötigt werden und die japanischen Atomkraftwerke sukzessive wieder ans Netz gehen sollen. 441 Atomkraftwerke sind weltweit noch am Netz, mit EU-Subventionen soll im britischen Hinkley Point ein neues Kraftwerk errichtet werden. Allein der Bau des Atomkraftwerks soll 33,7 Mrd. Euro verschlingen.

“Wir werden klarstellen, dass der Streit um die Atomkraft und erst recht um die Frage, wie mit dem Müll umgegangen werden soll, keinesfalls beendet ist”, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.

In Dannenberg treffen sich unverdrossen Menschen an jedem Montag um 18 Uhr auf dem Rathausplatz zu einer Mahnwache, im März wird dort für den sofortigen Atomausstieg demonstriert, kündigt die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) an.

Dazu gehöre auch, dass im Schulterschluss mit den anderen Initiativen die Auseinandersetzung mit dem Standortauswahlgesetz fortgesetzt wird. Ein Juckepunkt wird die Vorlage des Berichts der Endlagerkommission im Juni und deren Empfehlungen für die weitere Endlagersuche sein.

“Jahrelang haben wir im Wendland gegen Gorleben demonstriert, nun müssen wir alle gemeinsam auch die Aufgabe des dortigen Salzstocks einfordern”, sagte Jochen Stay für die bundesweite Anti-Atom-Initiative .ausgestrahlt unter dem Beifall der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Das zweite Aktionsfeld werden die Castor-Transporte aus den Wiederaufarbeitungsanlagen in La Hague und Sellafield sowie die Transporte aus Jülich und Garching ins westfälische Ahaus sein, die ab dem Jahr 2017 stattfinden sollen, beschlossen die Delegierten einhellig. Konkrete Absprachen sollen auf der 9. Atommüllkonferenz im Herbst erfolgen.

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

Was wird aus Gorleben?

Ein Schritt weiter...? Bloß wohin? "Frühschoppen" mit Wenzel und Weil am 27.8. in Gedelitz, Bericht mit Bildern:

Kommission am Ende
17.9. – TTIP / CETA
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Gorleben-Fachexpertise

Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden.
So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!


Neun Experten nehmen Stellung.

Kampagnen
Atomtransporte…

...rollen regelmäßig durchs Wendland. Eine Stellungnahme der BI.