Atomenergie als Klimaretter?

Kohle- und Uranraubbau bedroht American Natives
Infoabend mit Leona Morgan vom Stamm der Diné aus Arizona

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Auf Einladung der Bürgerinitiative Umweltschutz kam am Freitag (21.7.) Leona Morgan, eine Angehörige des Volkes der Diné, aus Arizona nach Dannenberg. Sie ist eine zentrale Figur der „Apaches de Navahu“ („Apachen des bepflanzten Landes“), die auch unter dem Namen Navaho bzw. Navajo bekannt sind und in ihren Territorien im Südwesten der USA unter den Folgen des Raubbaus von Rohstoffen, wie Erdgas, Erdöl, Kohle und Uran leiden und sich gegen den weiteren Uranabbau wehren.

Für einen neuen Ausbau der Atomenergie benötigt es Uran. Woher kommt es und was ist nötig um es abzubauen? 75% des heute geförderten Erzes wird auf Gebieten indigener Völker abgebaut. Das geht nach wie vor einher mit Vertreibung und Zerstörung der Lebensgrundlagen traditioneller Völker. Bereits in den 1940 er Jahren begann dort der Uranbergbau vorrangig zum Bau der ersten Atombombe (Manhattan Project). Heute gibt es allein auf Diné Land 523 verlassene Uranminen, etwa 15000 in USA.

Der massive Wasserverbrauch und die Verseuchung des Trinkwassers stellen bis heute immense Probleme für die ortsansässigen Menschen dar. Tausende Arbeiter, die ohne Schutzkleidung in den Minen arbeiteten, sind gestorben oder schwer erkrankt. Obwohl es einen 5 Jahres Plan der Regierung zur Beseitigung der Schäden durch Uranbergbau gibt, ist bisher nicht viel passiert. Um mehr Druck auf die Regierung auszuüben und die Menschen zu schützen, haben Leona und Kollegen ein Radiation Monitoring Project gestartet.

“Die Kolonialisierung ist nicht nur Diebstahl und Assimilation unserer Länder und Menschen, heute kämpfen wir gegen den nuklearen Kolonialismus, der der Diebstahl unserer Zukunft ist”, fasst Leona Morgan die Situation zusammen. “Anstatt Milliarden von Dollar für Waffenmodernisierung und Subventionierung alternder Atomreaktoren auszugeben, muss mit diesem Geld begonnen werden, kontaminierte Flächen aufzuräumen. Das beginnt damit, das Uran im Boden zu lassen.”

Vorschau:

Heute sieht sich die Atomindustrie mit ihrer angeblich CO2 armen Energieform in den Startlöchern für ein neues Wachstum. Forderungen nach politischen Entscheidungen pro Atom inklusive der Finanzierung für jährlich 20 Gigawatt neu zu bauender Kraftwerke kommen von IAEA und IEA. Auch beim COP 23, dem nächsten Klimagipfel im November in Bonn, sind die Atomlobbyisten anwesend.

Mit der Kampagne Don’t Nuke the Climate (DNTC) ist die Bürgerinitiative ebenfalls vor Ort und an vielfältigen Aktionen beteiligt. Für eine konsequente Umsetzung der Energiewende und dem Kohle- und Atomausstieg weltweit. www.don’t-nuke-the-climate.org/de/

 

Francis Althoff
Günter Hermeyer

Camp & Festival
Internationalistisches Anti-Atom-Sommercamp und Free Flow Festival in Gedelitz am 7.-16. August 2017
Neuer Flyer
NDR zu 40 Jahre
Martin Donat im Interview, Beitrag zu 40 Jahre Gorleben:
Abschalten!
Atomtransporte…

...rollen regelmäßig durchs Wendland. Eine Stellungnahme der BI.


Gorleben-Fachexpertise

Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden.
So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!


Neun Experten nehmen Stellung.

Kommission am Ende