Fasslager
Auf dem Betriebsgelände der Brennelemente Gesellschaft Gorleben BLG betreibt diese eine Zwischenlagerhalle, wo schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus dem Betrieb der Atomkraftwerke und anderer Nuklearanlagen zwischengelagert werden.
Die Abfälle sind in unterschiedliche Gebinde wie z.B. Container aus Stahl, Guss oder Beton eingeschlossen. Sie werden im Lager, das aus sechs Lagerkammern besteht, übereinander gestapelt.
- Betriebsbeginn: 08. Oktober 1984
- Fassungsvermögen: 35.000 Fassgebinde.
Einlagerungen:
Die Einlagerung von schwach- und mittelaktivem Müll in Fassgebinden begann 1984.
1984: Erster Probe-Fass-Transport bleibt stecken
Spekulationen gibt es über das Gerücht, ob der erste Probe-Faß-Transport im Jahr 1984 nicht in die Zwischenlagerhalle einfahren konnte, weil die Toreinfahrt 30 Zentimeter zu niedrig war. Gegenüber der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg bestätigten die Verantwortlichen: “Das war eine unglückliche Fehlplanung.”
08.10.1984: Tag X, erster Atommülltransport in das ALG, andauernde Proteste und Barrikaden von Atomkraftgegnern auf den Straßen. Unter den Fässern sind auch falsch deklarierte und illegal verschobene Fässer („Hanauer Uranskandal“)
Ende der 80er: Transnuklearskandal
Ende der 80er Jahre wurden Fässer mit ungeklärtem Inhalt aus der belgischen Atomschmiede Mol entdeckt (“Transnuklearskandal”). 1.296 Gebinde mussten wegen Drucks der atomkritischen Öffentlichkeit aus Gorleben wieder entfernt werden. Analyseergebnisse von Fasseinzeluntersuchungen wurde nur bruchstückhaft in der Öffentlichkeit bekannt gegeben.
Entdeckt wurden darüber hinaus Korrosionsschäden und “Blähfässer” (Gasentwicklung). Messberichte der Brennelementlagergesellschaft Gorleben (BLG) belegen z.B. einen Anstieg der Radioaktivität bei sommerlichen Außentemperaturen, was die Gasbildung “anheizt”. Auf Druck der Fachgruppe Radioaktivität der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg musste das Umgebungsüberwachungssystem der BLG nachgebessert werden.
Ende 1995 wurde genehmigt, das zulässige Radioaktivitätsinventar des Lagers um das 1000-Fache zu erhöhen. Hintergrund ist die Absicht, bitumierte radioaktive Abfälle aus der französischen WAA Cap de la Hague und mittelaktive Komponenten in Gorleben einzulagern.
Auslagerungskampagne: Fässer ins Endlagerung Morsleben
Im Zuge einer „Auslagerungskampagne” wurden etliche Fässer aus dem Zwischenlager Gorleben in das Atommüllendlager Morsleben (ERAM) verbracht. 1998 wurde das Endlager aber geschlossen – heute lagert im ehemaligen zentralen Atommüllendlager der DDR überwiegend radioaktiver Abfall aus westdeutschen Atomanlagen. Eine Angabe über die Menge an dort eingelagertem Abfall aus Gorleben ist öffentlich nicht bekannt.




