Störfall! Mine probiert gerade ihre neue Rolle als Teufel, da gibt es einen Knall, und unser Bus zieht eine fette Rauchfahne hinter sich her.

Nothalt kurz vor dem Schkeuditzer Kreuz, die Kühlwasserleitung ist geplatzt. Ali steigt in einen Strahlenschutzanzug, legt sich unter den Bus und versucht eine provisorische Reparatur. Nein, nichts geht. Wilde Telefonate mit dem ADAC, der Initiative in Erfurt, dem lieben Gott… dann geht’s im Zuckeltempo weiter bis zum nächsten Autohof.

Dort gibt es eine Tanke, einen Supermarkt, einen Sexshop und ein sog.‚Erotik-Paradies‘, aber keine Werkstatt und keinen Monteur. Also weitertelefonieren! Frank aus Erfurt hat einen Freund in Weimar, der sich auskennt und bestimmt kommen würde. Zu weit, finden Gerd und Günter. Beate schnappt sich das Fahrrad und radelt 3 km zur nächsten Werkstatt.

Nach einer Stunde fährt ein Werkstattwagen mit einem Mechaniker vor. Noch zwei weitere Stunden, dann hat er Mann es geschafft, und die Mädels bringen ihm ein begeistertes Ständchen. Selten jemanden so nett verlegen gesehen!

20090707

Als es dann in der Werkstatt ans Bezahlen geht, singen die Mädels noch einmal. Beates Charme bei der Verhandlung tut ein übriges, so dass wir schließlich für zwei Stunden Arbeit und ein paar Kleinteile nur 36 Euro bezahlen müssen. Da können wir auch noch eine Flasche White Wendish und 10 Euro für die Kaffeekasse springen lassen. Anfrage bei der Ini in Erfurt, ob wir noch auf den Marktplatz kommen sollen. Wir sollen!

Thomas Fuchs, den hier alle nur To-Fu nennen, lotst uns per Fahrrad durch die winkligen Strassen. Und Gerd beweist sich als Slalomfahrer der XXXL-Klasse. Klasse! 18 Uhr und für ein Kurzprogramm reicht es noch. Also: Direkt, Ansprache Gerd, Hau-drauf-Theater, Gurken-Sketch von Peter, Lola & Direkt. Und weil wir immer noch Lust haben, beglücken wir das feierabendliche Laufpublikum noch mit Flugblättern und unseren Bonbons („5. September – das Einwickelpapier aufbügeln und als Poster an die Wand hängen!“)

Um 20 Uhr geht’s dann zum Domizil der Initiative „Offenen Arbeit Erfurt“. Im lauschigen Innenhof dürfen wir noch beim Salatschnibbeln helfen, dann gibt’s – na, was wohl? – Thüringer Bratwurst vom Grill! Und ganz nebenbei verabreden die Mädels für den nächsten Morgen einen Life-Auftritt beim Erfurter Lokalradio. Jetzt ist auch Gerds Freund Achim aus Berlin zu uns gestoßen. Ab sofort wird er uns und unsere Auftritte auf seinem Bandeneon begleiten. Super!

Kurz vor 12 liegen wir im CVJM-Heim in unseren Schlafsäcken. Nachtruhe! Aber nur bis sieben, denn der Radio-Termin ist ein Frühstücks-Radio-Termin.