Das war nicht leicht, das war ein Kunststück: wie Gerhard den Anti-Atom-Bus durch die engen Gassen der Kölner Innenstadt zum Dom durchbugsiert. Keine Hundertschaft, kein Bullenbulli, 1 – in Worten ein – netter Polizist, Hauptkommissar Kohlgrüber, winkt uns zu: „Hier her!“

Heute wird die Domplatte auf die Eignung als nukleares Endlager untersucht. Das Gerüstgestänge klirrt auf den Platten. „Mensch, passt auf“, warnt uns der Herr Kohlgrüber, unter jeder Platte gibt es einen historischen Stein, eine Bohrgenehmigung würdet ihr nicht kriegen, ginge es um echt!“ Stimmt. Das Römisch-germanische Museum ist nebenan, alles hier atmet 2000jährige Geschichte. Nur dass die kurze Geschichte der Nutzung der Atomenergie eine Million Jahre Kontaminationsgefahr mit sich bringt, das klagen wir dem Kölner Dom.

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Mister X ist wieder da! Wilhelm moderiert den Aufbau des Bohrgerüsts mit frechen Sprüchen, quasselt und faselt, sprudelt, witzelt und spöttelt. Gleich nimmt er Kontakt zu den Gauklern, Pantomimen und falschen Römern auf, die die Touristen zu einem Foto locken. Zwischen hoch alkoholisierten Junggesellenausflüglern, Touris aus Alabama und Japan, Fahrradrikschas, Dauermahnwache gegen die Verfolgung von Buddhisten in China und sehr eindringlichen Bildern vom jüngsten Gaza-Krieg verteilen Beate, Melani und der Professor tapfer Flugis. Genau, das hier ist unsere Zielgruppe: alle. Im WDR Gebäude guckt jemand aus dem Fenster, die Medien sind also auch da.

Eine heftige Böe und Hauptkommissar Kohlgrüber wird dienstlich, er muss einschreiten, denn unser Bohrturmaufbau, das große Anti-Atom-Rad, segelt über den Domplatz. Wir geben uns mit einem simulierten Daueraufbauprogramm zufrieden, fast vier Stunden lang dauert die BI Tor-tour, Regenschauer, wir in klatschnassen Schutzanzügen, die halten ja nicht mal Regen ab. Dann bauen wir wieder ab und fahren zurück ins Haus der Naturfreundejugend. Die Anti-AKW-Gruppen dort aus NRW haben gerade eine Resolution in Arbeit, wir machen ein gemeinsames Gruppenfoto mit dem Treck-Transpi und skandieren „Berlin, Berlin…“

Die Preisfrage, die wir vor zwei Tagen gestellt haben, hat Dieter aus Frankfurt beantwortet, aber als Hesse hat er niX gewonnen, der musste an der Konferenz teilnehmen. Zur Erinnerung: wir hatten gefragt, heißt es Äppelwoi oder Äbbelwoi? Nun, hier im Kölschenland herrscht ja darob Ratlosigkeit, da musste der Hesse ran und er klärt auf, Doppel-B war mal wie Atomkraft. Richtig ist jetzt auch Doppel-P, die Integrationsbeauftragte in Frankfurt hat´s zugelassen. Für die Zugereisten aller Länder.

Überregionale Anti-Atom-Konferenz in Köln: ´Weiterbetrieb von Atomanlagen unverantwortlich´

20090725-01