Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Pressemitteilung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

"Der andere Gorleben-Krimi läuft noch" – BI Umweltschutz zum ZDF-Krimi über die Freie Republik Wendland

Die „Freie Republik Wendland“, das widerständige Hüttendorf auf der Bohrstelle 1004, war nur 44.000 Quadratmeter groß, ein abgebranntes Waldstück. Tausende von Atomkraftgegnern besetzten am 3. Mai 1980 den Platz, errichteten Hütten und ein Freundschaftshaus, Platzbesetzungen gehörten zu den augenfälligsten Aktionsformen der Anti-AKW-Bewegung. Genau dort sollte eine der Tiefbohrungen niedergebracht werden, um den Salzstock Gorleben auf seine Eignung als atomares Endlager zu untersuchen.

Der ZDF-Krimi „Ein Dorf sieht Mord“ rekurriert auf diese Aktion. In der Tat stritten „Müslis und Mollis“ um die richtige Aktionsform, unbestritten wurden Atomkraftgegnern auch Waffen und Drogen untergeschoben, um sie bei inszenierten Polizeiaktionen in Misskredit zu bringen. „Wenn der Gorleben-Konflikt Stoff für Krimis bietet, ist das kein Wunder. Wenn aber der Gorleben-Konflikt historisch verklärt wird, halten wir dagegen“, schreibt die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). Der wirkliche Krimi laufe noch, der habe sich nämlich 1982 und 1983 abgespielt, als die Ergebnisse jener Tiefbohrungen von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) ausgewertet und auf Weisung aus Bonn so geschönt wurden, dass 1986 der Bau des „Erkundungsbergwerks“ beginnen konnte.

Am 4. Juni 1980 wurde das Hüttendorf von einer Polizei- und BGS-Armada platt gemacht. „Diese eingespielten Bilder des ZDF-Krimis haben ein Millionen-Publikum erreicht, eine gute Einstimmung auf unser Vorhaben, genau am 4. Juni des nächsten Jahres mit einer Umzingelung der Festungsmauern des „Erkundungsbergwerks“ den anderen Krimi, den von Lug und Trug um die Machbarkeit Gorlebens aufleben zu lassen, da gibt es noch ein paar – politische – Leichen im Keller.“ Die Fahndung laufe schon: Der Einrichtung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Schönung der Akten nach Abschluss der Tiefbohrungen stehe zudem nach Aussagen von Grünen, SPD und Linken nichts mehr entgegen.

Wolfgang Ehmke – Tel. 0170 – 510 56 06

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