Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Castor: Polizeigewalt gegen Journalisten

Ein Polizist greift einen Fotografen an.

© ddp-news Fotograf: Sascha Schuermann

Ein Fotograf wurde bei Pommoissel von einem Polizisten mit Pfefferspray und einem Schlagstock angegriffen. Eigentlich hatte sich die Polizeiführung vorgenommen, beim diesjährigen Castor-Transport den Journalisten ein gutes Arbeitsumfeld zu bieten – nach heftigen Protesten der Berichterstatter wegen Behinderungen und sogar gewalttätigen Übergriffen in den Vorjahren.
Castor: Polizei gegen Presse

Dreharbeiten behindert, Fotos gelöscht, Handgreiflichkeiten – Journalisten klagen über schwierige Bedingungen bei der Berichterstattung zum Atommüll-Transport.

Allerdings scheint die Nachricht nicht bei allen gut 19.000 Beamten angekommen zu sein. Der Deutschen Journalistinnen und Journalisten Union (dju) liegen mehrere Gedächtnisprotokolle ihrer Mitglieder mit Details von Übergriffen gegen sie vor. „Wir erwarten, dass Polizistinnen und Polizisten im Umgang mit Journalisten bei Einsätzen künftig besser geschult werden. Dass Kolleginnen und Kollegen bei der Berichterstattung über diesen Castor-Transport gefährdet wurden, ist ein Skandal“, sagt Beate Barrein vom Landesvorstand der dju Niedersachsen-Bremen.
Angriffe und erzwungene Löschung von Fotos

Beim Ausüben ihrer Arbeit und versehen mit ordnungsgemäßen Akkreditierungen wurden Journalisten zum einen gezwungen, Fotos von Polizeieinsätzen gegen Castor-Gegner zu löschen, zum anderen mussten sie flüchten, als sie von Polizisten mit erhobenen Schlagstöcken verfolgt wurden, so Barrein in einer Erklärung. Bei dieser Gelegenheit entstand auch ein Foto. „Es ist für mich schockierend, dass dieses Foto in Deutschland entstand. Das sehe ich als Angriff auf uns Journalisten und die journalistische Arbeit“, so Barrein weiter.

Die Bundesgeschäftsführerin der dju, Cornelia Haß, erklärte:“Mit diesem Vorgehen gefährdet die Polizei nicht nur die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen, sondern greift in die Pressefreiheit ein. Das ist nicht hinnehmbar. Betroffene sollten sich dagegen juristisch zur Wehr setzen.“

Der link zum NDR Video: http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/heide/castor1795.html