Der letzte Tag der Reise in Fukushima hielt noch ein letztes Treffen mit den Initiativen vor Ort bereit. Besonders die “Frauen von Fukushima” engagieren sich sehr in der Region. Eine der Aktiven betreibt in Fukushimastadt einen Bioladen mit unverstrahltem Gemüse und anderen Nahrungsmittel. Hier kann man sich auch über anstehende Veranstaltungen und die aktuelle Situation informieren.

Bereits auf der letzten Reise war uns von Bemühungen berichtet worden ein unabhängiges Gesundheitszentrum einzurichten. Dieser Plan nimmt nun langsam Gestalt an. Doch statt der erhofften 3 Millionen sind bisher nur 27.000 Euro zusammengekommen. Da kam die Spende der BI von 1000 Euro gerade recht. Nun wird erst einmal ein provisorisches Zentrum eingerichtet bis man das nötige Geld und die Räumlichkeiten hat um richtig starten zu können.

Unabhängige medizinische Versorgung und Beratung ist in Japan extrem wichtig, da vielle Kliniken auf Linie mit der Regierung und den Verantwortlichen bei Tepco sind. Selbst einer der führenden Professoren an der Fukushima Medical University lässt die Menschen hier im Stich. Seine Behauptung selbst 100 Mikrosievert pro Jahr wären überhaupt kein Problem und gegen die Folgen von Strahlung würde stätiges Lächeln helfen, sind ein Hohn für die Opfer der Katastrophe. Auch in anderen Kliniken werden Patienten mit Beschwerden nicht behandelt sondern nach Hause geschickt, mit den Worten, man könne nichts finden oder die Symptome hätten nichts mit der Radioaktivität zu tun. Überall werden die Menschen hier belogen oder im Unklaren gelassen über ihre tatsächliche Situation. Schon jetzt werden immer mehr Auffälligkeiten und Krankheitsbilder gefunden die eindeutig als Folge von Radioaktiver Verseuchung zu identifizieren sind. Der Anteil von Kindern mit Schilddrüsenveränderungen nimmt stätig zu, doch noch immer wird behauptet alles sei völlig ungefährlich. Und das ist erst der Anfang der Katastrophe. Der Großteil der Opfer weiß noch gar nichts von ihrem Leid oder wird die Folgen erst später spüren und Entschädigung oder Hilf anderer Art ist von den Verantwortlichen nicht zu erwarten. So sind die Menschen auf sich allein gestellt und die Leidtragenden sind vor allen Dingen die Kinder. Wenn in einem Land, in dem so sehr darauf bedacht ist die Haltung zu waren, in einem Saal Menschen in Tränen ausbrechen oder ihre Wut herraus schreien, lässt sich erahnen in welch verzweifelter Lage sie sich befinden. Es scheint hoffnungslos und dennoch kämpfen die Menschen hier für eine lebenswerte Zukunft. Man kann nur hoffen, dass dieser Kampf nicht vergebens ist und sie endlich die Unterstützung bekommen die ihnen zusteht.

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